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14.12.2011

10:33 Uhr

Prognose für 2012

NordLB-Chef warnt vor schwierigen Zeiten

NordLB-Chef Gunter Dunkel erwartet aus Bankensicht ein schwieriges Jahr 2012. Die Beschlüsse des EU-Gipfels reichten nicht aus, um für Stabilität zu sorgen. Seine eigene Bank sieht Dunkel aber für den Sturm gerüstet.

Gunter Dunkel bereitet sich auf stürmische Zeiten vor. APN

Gunter Dunkel bereitet sich auf stürmische Zeiten vor.

HannoverNordLB-Chef Gunter Dunkel stimmt die Banken auf ein schwieriges Jahr 2012 ein. Er rechne weiter mit einer hohen Volatilität und Verunsicherung an den Märkten, sagte Dunkel vor Journalisten in Hannover. „Wir stellen uns darauf ein, dass wir die nächsten zwei bis drei Quartale keine nachhaltige Rückkehr des Vertrauens sehen werden.“

Die Beschlüsse des EU-Gipfels werden nach Dunkels Einschätzung nicht ausreichen, um die Lage zu stabilisieren. „Die entscheidenden Hürden liegen noch vor uns, nicht hinter uns.“ Wichtig ist Dunkels Aussagen nach vor allem, dass die Beschlüsse vor der Umsetzung nicht verwässert werden und dass es klare Bestimmungen gibt, wie Regel-Verletzungen bestraft werden. Zudem müsse die Frage, ob ein Mitglied aus der Gemeinschaft ausscheiden könne, noch explizit beantwortet werden.

Seine Bank sieht Dunkel für die stürmischen Zeiten gerüstet. Die Kapitallücke von 2,5 Milliarden Euro, die die europäische Bankenaufsicht EBA bei der Landesbank kürzlich diagnostizierte, will das Institut durch ein Bündel von Maßnahmen schließen. „Wir sind mit den Trägern über die großen Linien einig“, bekräftigte Dunkel. Neben einer bereits beschlossenen Kapitalspritze ihrer Eigner sollen weitere Einlagen so umgewandelt werden, dass sie als hartes Kernkapital gelten, das im Notfall zur Tilgung von Schulden herangezogen werden kann. Zudem will die NordLB erhoffte Gewinne einbehalten und Beteiligungen verkaufen.

Dunkel deutete zudem an, dass die Kapitalausstattung der Bank weiter gestärkt werden könnte, wenn die Eigentümer - die Länder Niedersachen und Sachsen-Anhalt sowie die Sparkassen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern - auf ihre Dividende verzichteten. Dies sei jedoch eine Entscheidung der Eigner, sagte Dunkel. Die Bank werde 2011 wie vorhergesagt mehr Gewinn einfahren als im Vorjahr, womit wie in den vergangenen Jahren eine Dividendenzahlung möglich sei.

Die Norddeutsche Landesbank geht davon aus, dass der Anteil des Landes Niedersachsen nach den beschlossenen Kapitalmaßnahmen von derzeit rund 42 Prozent auf 55 bis 56 Prozent steigt. Operativ werde sich für die Bank durch den Mehrheitsaktionär jedoch nichts ändern, sagte der Vorstandschef. Die Bank werde dadurch nicht noch staatlicher oder niedersächsischer.

Auch im Kreditgeschäft soll sich bei der NordLB trotz der Kapitalvorschriften nichts ändern. Anders als die Commerzbank, die das Risiko in ihrer Bilanz durch eine Drosselung des Kreditgeschäfts reduzieren will, werde die risikogewichtete Bilanzsumme (RWA) der NordLB in etwa auf dem derzeitigen Niveau von 82 Milliarden Euro bleiben, sagte Dunkel. „Bei manchem Großkredit sind wir vielleicht etwas vorsichtiger, aber es gibt in keinem Bereich eine Kredit-Sperre. 

Von

rtr

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