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19.07.2012

09:14 Uhr

Prognose für Branche

Investmentbanking-Erträge könnten dieses Jahr einbrechen

VonRobert Landgraf, Peter Köhler, Michael Maisch

Schlechte Aussichten für das Investmentbanking: Experten rechnen damit, dass die Erträge den Banken in diesem Jahr um bis zu 15 Prozent fallen könnten. Die Reaktion der Kreditinstitute fällt unterschiedlich aus.

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein: Seine Bank will am Investmentbanking sparen. Reuters

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein: Seine Bank will am Investmentbanking sparen.

Frankfurt/LondonWährend der Vorstandschef der Munich Re, Nikolaus von Bomhard, die Großbanken als „einen Konstruktionsfehler des Systems“ bezeichnet und ihre Zerschlagung fordert, trimmt sich die Branche, um fit zu werden. Die Geldhäuser reagieren, da ihnen die Euro-Krise im dritten Jahr in Folge das Geschäft verdirbt.

„Die Investoren haben das Jahr mit viel Optimismus begonnen, doch während in den USA die Wirtschaft vergleichsweise robust ist, haben in Europa die Sorgen um die Weltwirtschaft und speziell die Zukunft der Euro-Zone diesen Optimismus gründlich vertrieben“, sagt ein hochrangiger, Manager, der das weltweite Geschäft mit Aktienplatzierungen bei einer US-Investmentbank führt.

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Grund ist die schlechte Lage am Kapitalmarkt – und das Verhalten der Konkurrenz.

Pessimismus ist angebracht: Die Gebühren im Investment-Banking weltweit brachen im ersten Halbjahr um etwa ein Drittel ein im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt 30,7 Milliarden Dollar kassierten die Institute, wenn sie Firmen bei Übernahmen, Aktien- und Anleiheemissionen sowie syndizierten Krediten begleiteten. Zum Vergleich: Im Boomjahr 2007 waren es 56,5 Milliarden Dollar, wie der Finanzdatenanbieter Thomson Reuters errechnet hat.

Da müssen die Banken reagieren. Goldman Sachs, der Primus der Branche an der Wall Street, versucht, in schweren Zeiten zu kontrollieren, was kontrolliert werden kann. „Das sind Kapital und Kosten“, sagte Finanzvorstand David Viniar zur Präsentation der Halbjahreszahlen in dieser Woche. Deswegen nehmen sich die Investmentbanker vor, in diesem Jahr 1,9 statt bisher 1,4 Milliarden Dollar einzusparen. Vorübergehend akzeptiert Viniar auch, dass „wir in diesem Umfeld keine akzeptablen Renditen einfahren“.

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Seit Beginn des Jahres haben 10.000 Investmentbanker ihren Job verloren.

Klar ist: Für die Eigenkapitalrenditen, den Return on Equity (ROE) der Banken, sind es schlechte Zeiten. Erreichten Investmentbanken im Jahr 2010 noch eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von 15 Prozent, so lag diese nach den Berechnungen des Beraters Roland Berger im vergangenen Jahr nur noch bei sieben Prozent.

„Obwohl viele Banken schon lange angekündigt haben, ihre Überkapazitäten abzubauen, wird der ROE 2012 sicherlich im einstelligen Bereich bleiben und könnte bei weiterer Eintrübung sogar auf fünf Prozent fallen“, sagt Markus Böhme, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants. Der Experte befürchtet, dass die Erträge der Investmentbanken, auf das Jahr hochgerechnet, um bis zu 15 Prozent fallen könnten. Roland Berger rät den Banken, die Risiken zukünftig weiter zu reduzieren und sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.

Kommentare (1)

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20.07.2012, 11:33 Uhr

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein

Der Generalstabschef der internationalen Hochfinanz.

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