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28.01.2011

06:55 Uhr

Projekt „Fidelio“

Verkaufsprozess der WestLB in der Sackgasse

VonSven Afhüppe, Peter Köhler, Robert Landgraf, Oliver Stock

Die Zeit läuft davon, aber die Beteiligten streiten munter weiter: Der Aufsichtsrat der angeschlagenen WestLB hat sich auch in seiner jüngsten Sitzung, die bis in den Mittwochabend hineinreichte, nicht darauf einigen können, wie es mit der Bank weitergehen soll. Vor allem die Aufsichtsräte der Bank sind zerstritten.

Der Verkauf der WestLB droht zu scheitern. Quelle: dpa

Der Verkauf der WestLB droht zu scheitern.

BERLIN/FRANKFURT. Verkaufen? Ganz oder teilweise? Fusionieren? Aufteilen? "Am Ende wird das teuer - egal welche Lösung wir finden", sagte der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag. Zu jedem Vorschlag gab es unterschiedliche Meinungen in dem 19-köpfigen Aufsichtsratsgremium, berichteten Teilnehmer der Sitzung dem Handelsblatt. Der Abgang von Finanzchef Hans-Jürgen Niehaus sei unter diesen Umständen nur konsequent. Er sei durch die angespannte Gesamtlage in den vergangenen Jahren ständig in Anspruch genommen worden.

Mit welchem Vorschlag die Bank am 15. Februar bei der EU-Kommission anklopft, steht damit noch immer in den Sternen. Klar ist allerdings, was passiert, wenn Bund, Bank und ihre Eigentümer gar keinen Vorschlag machen: EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hat deutlich gemacht, dass er in dem Fall die rund 3,4 Milliarden Euro an Beihilfen, die die WestLB erhalten hat, als unzulässig bewertet und ihre Rückzahlung fordert. Das wäre das Ende der Bank.

Deswegen steigt die Nervosität. Nach Handelsblatt-Informationen lassen sich Bundesbank, die Finanzaufsicht BaFin und das Bundesfinanzministerium laufend über die Entwicklungen unterrichten. Besorgt sind auch die Märkte: Die Kreditausfallversicherungen für die WestLB schnellten im Januar in die Höhe (siehe Grafik). Da nützte auch die Aussage von Aufsichtsräten wenig, die der Meinung sind, die Liquiditätslage des Instituts sei "unverändert entspannt".

Bad Bank könnte neue Arbeit bekommen

Eine Möglichkeit, die durch Missmanagement und die Finanzkrise gestrauchelte Landesbank zu erhalten, wäre, die Bad Bank der WestLB zu vergrößern. In dieser Abwicklungsbank lagern bereits toxische Wertpapiere und andere Vermögenswerte im Nominalwert von 77 Mrd. Euro. Sie belasten zwar nicht mehr die Bilanz der Hauptbank. Für die Risiken, die aus dieser Bad Bank resultieren, müssen aber die Eigentümer, also Sparkassen und das Land Nordrhein-Westfalen, geradestehen. Finanzkreisen zufolge gibt es derzeit die Überlegung, einen Teil der Immobilientochter Westimmo in diese Bad Bank zu verlagern. Für den verbleibenden Teil würden sich dann möglicherweise Käufer finden.

Ob diese Lösung kommt oder eine andere, soll nun auf den nächsten Aufsichtsratssitzungen diskutiert werden. Als letzte Termine dafür sind der 11. und 14. Februar angesetzt - Sitzungen also, die wenige Stunden vor der Entscheidung in Brüssel noch abgehalten werden sollen.

Kommentare (1)

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MT

28.01.2011, 19:36 Uhr

Warum schreibt das Handelsblatt eigentlich tagtäglich die gleichen Artikel über die WestLb? Wo ist da der journalistische Mehrwert und die journalistische Herausforderung? Es langweilt langsam...

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