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01.02.2007

14:00 Uhr

Prominten Abgänge häufen sich

Aderlass bei Credit Suisse

VonOliver Stock

Im Wettbewerb um die besten Banker hat die Credit Suisse immer öfter das Nachsehen. In Finanzkreisen wird inzwischen von einem regelrechten „Aderlass“ bei der Schweizer Großbank gesprochen. Die Credit Suisse verweist dagegen darauf, dass sie neben prominenten Abgängen auch gute neue Mitarbeiter gewonnen hat.

ZÜRICH. Der Reigen der Abgänge begann vor anderthalb Jahren mit Alex Widmer, der bei der Großbank Leiter des Geschäfts mit vermögenden Privatkunden gewesen war. Er wechselte zum Bankhaus Julius Bär. Mit Widmer kam auch Thomas Meier zu Bär, ebenfalls ein Mann mit langer Credit Suisse Erfahrung und ebenfalls einer, der sich gut auf den boomenden Märkten in Asien auskennt. Der Wettbewerb um die besten Vermögensverwalter in dieser Region gilt in der Branche als besonders hart, weswegen der Wechsel Meiers die Credit Suisse in die Defensive brachte. Walter Berchtold, Chef des Privatkundengeschäfts bei der Großbank kritisierte damals, die Entlohnungspolitik bei der Konkurrenz. Man werde nicht jede Übertreibung mitmachen, warnte er.

Einige Monate später kam die Rechnung für diese Einschätzung: Boris Collardi etwa übernahm die neu geschaffene Funktion des Chief Operating Officer (COO) der Sparte Private Banking bei Julius Bär. Auch er ist ein Mann aus dem Talentschuppen der Credit Suisse, der für die Großbank zwölf Jahre Kunden in Europa und Singapur betreut hatte. Ihn begleitet künftig Stefan Hausherr, der von Mai an als neuer Leiter für Finanzen und Controlling direkt an Collardi berichten soll. Hausherr war vorher Finanzchef der Privatbank Clariden, einer Tochter der Credit Suisse.

Dass ausgerechnet Julius Bär zum neuen Arbeitgeber für ehemalige Credit-Suisse-Mitarbeiter wird, ist für die Großbank insofern ärgerlich, weil ihr Hauptkonkurrent, die UBS, dort größter Aktionär ist. Seit dem Einstieg der UBS bei Bär fährt die Privatbank eine aggressive Wachstumsstrategie.

Aber auch andere Bankhäuser profitieren von den Abgängen bei Credit Suisse. Prominentestes Beispiel aus jüngster Zeit ist Joachim Strähle. Er war sieben Jahre lang bei der Credit Suisse, zuletzt als Regionalvorstand im heiß umkämpften asiatisch-pazifischen Raum, bevor er im September des vergangenen Jahres a den Chefposten bei der Basler Bank Sarasin übernahm. Sein Renommee dürfte dazu beigetragen haben, dass die niederländische Rabo-Bank vor einem Monat entschied, ihr Engagement bei Sarasin auszuweiten und die Basler Bank damit ein ernst zu nehmender Wettbewerber im internationalen Privatkundengeschäft geworden ist.

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