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26.03.2013

12:55 Uhr

Protest gegen Zwangsabgabe

Zyprischer Bank-Chef gibt auf

Der Chef der größten zyprischen Bank, der Bank of Cyprus, tritt zurück. Seine Bank gilt als fast zahlungsunfähig. Den griechischen Teil des Privatkundengeschäfts schnappt sich derweil ein Konkurrent.

Filiale der Bank of Cyprus. Reuters

Filiale der Bank of Cyprus.

NikosiaAus Protest gegen die geplante Zerschlagung der Bank of Cyprus ist ihr Chef Andreas Artemi am Dienstag zurückgetreten. Dies berichtete der staatliche zyprische Rundfunk (RIK). Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen der Bank erfuhr, sei Artemi vor allem mit der Höhe der geplanten Zwangsabgabe auf Geldeinlagen nicht einverstanden.

Zuvor hatte der zyprische Finanzminister Michalis Sarris dem britischen Sender BBC gesagt, die Zwangsabgabe auf Geldeinlagen über 100 000 Euro könnte bis zu 40 Prozent betragen. Bislang war die Rede von 30 Prozent.

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Rücktritts versammelten sich Hunderte Angestellte der Bank of Cyprus vor der Bankzentrale in Nikosia und forderten lautstark die Rettung des Instituts und den Rücktritt des Zentralbankchefs Panikos Demetriades. Sie machten Demetriades verantwortlich für die Misere.

Wie die Laiki-Bank abgewickelt wird

Einlagen eingefroren

Die Laiki Bank wird sofort abgewickelt – und zu Teilen der Bank of Cyprus zugeschlagen.. Einlagen über 100.000 Euro und Mittel aus Aktien und Anleihen werden dabei eingezogen. Nur die unversicherten Einlagen über 100.000 Euro werden eingefroren, bis eine Rekapitalisierung erreicht wurde.

Bad Bank

Laiki wird in eine "Bad Bank" und eine "Good Bank" aufgeteilt. Die "Bad Bank" wird langfristig abgewickelt. Die "Good Bank" wird Teil der Bank of Cyprus (BoC). Dabei werden neun Milliarden Euro an offenen Notkrediten bei der Zentralbank eingebracht.

EZB

Die EZB wird der BoC Liquidität bereitstellen.

Rekapitalisierung

Die Rekapitalisierung der BoC erfolgt durch eine Umwandlung der Einlagen über 100.000 Euro in Aktien. Dabei werden die bisherigen Aktionäre und Anleihen-Besitzer voll einbezogen.

Umwandlung

Die Umwandlung erfolgt in der Form, dass bis zum Ende des Programms eine Eigenkapitalquote von neun Prozent erreicht wird.

Versicherte Einlagen

Alle versicherten Einlagen in allen Banken genießen den vollen Schutz der entsprechenden EU-Richtlinien.

Hilfsgelder

Die Hilfsgelder von bis zu zehn Milliarden Euro werden nicht verwendet werden, um die Laiki Bank und die BoC zu rekapitalisieren.

Viele Bankangestellte sehen in der Zwangsabgabe nur einen ersten Schritt hin zur späteren Zerschlagung der Bank. Regierungssprecher Christos Styliandides wies diese Vermutung im Fernsehen als völlig falsch zurück. Nur das zweitgrößte Geldhaus, die Laiki Bank, solle in eine gesunde und eine sogenannte Bad Bank aufgespalten werden.

Derzeit wird an der Aufspaltung des schärfsten Konkurrenten der Bank of Cyprus, der Laiki Bank, gearbeitet. Dabei wird das Institut in eine sogenannte Bad Bank und eine Good Bank geteilt. Alle gesicherten Einlagen unter einem Betrag von 100.000 Euro sollen in die Bank of Cyprus überführt werden.

Das Hilfspaket in Kürze

Anlegerschutz

Im Gegensatz zur ursprünglichen Fassung der Abmachung von Mitte März werden Konten mit Guthaben von weniger als 100 000 Euro nicht angerührt. Die geplante generelle Zwangsabgabe auf Konten entfällt.

Endgültige Abmachung

Sie soll im April stehen. Zuvor müssen nationale Parlamente wie in Deutschland noch zustimmen. Die ersten Auszahlungen aus dem europäischen Rettungsschirm ESM soll es dann im Mai geben.

Umfang

Die Finanzhilfen der Geldgeber umfassen bis zu zehn Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds will sich beteiligen, eine Summe steht noch nicht fest. Im Gespräch ist rund eine Milliarde Euro.

Zyprische Banken

Zypern sichert zu, sein aufgeblähtes Bankensystem zu sanieren und deutlich zu verkleinern. Die zweitgrößte Bank Laiki wird abgewickelt. Der Branchenprimus Bank of Cyprus wird zurechtgestutzt und übernimmt den überlebensfähigen Teil von Laiki.

Die zyprischen Banken bleiben aus Angst vor einem Sturm auf die Institute und unkontrollierte Kapitalexporte noch bis Donnerstag geschlossen – ursprünglich hatten heute zumindest kleinere Institute wieder öffnen sollen.

Die Ratingagentur Fitch hat die beiden Institute auf Zahlungsausfall herabgestuft. Die drittgrößte zyprische Bank, die Hellenic Bank, wurde nach dem Rettungspaket für die Insel zwar bei ihrer Einstufung auf „B“ gehalten, allerdings mit negativem Ausblick, wie die Ratingagentur am Dienstag in Paris mitteilte.

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Bisher waren auch die Laiki-Bank und die Bank of Cyprus bei Fitch auf „B“ eingestuft. Angesichts der durch das Rettungspaket vorgesehenen Einschnitte sowie der Verluste für Geldanlagen wurde die Laiki-Bank nun auf „Ausfall“ herabgestuft und die Bank of Cyprus auf „beschränkter Ausfall“.

Die Piraeus-Bank wird der Bank of Cyprus und der Hellenic Bank ihre Filialen in Griechenland abnehmen. Dafür will die griechische Bank 524 Millionen Euro zahlen, teilte das Institut am Dienstag mit. Die Filialen sollten am Mittwoch wieder öffnen. Die Bankkunden in Griechenland seien zudem nicht von der geplanten Zwangsabgabe für die zyprischen Institute betroffen, hieß es weiter. Die drei zyprischen Banken kommen zusammen auf einen Marktanteil von ungefähr zehn Prozent in Griechenland.

Von

dpa

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

26.03.2013, 12:48 Uhr

Warum ist er nicht gleich zurück getreten, als er rein mathematisch sehen mußte, das die Bank so nicht zu halten ist? Aber so kann man doch wieder anderen die Schuld in die Schuhe schieben.

Goetter-im-Nadelstreifen

26.03.2013, 12:56 Uhr

Haben Sie schon mal einen "sogenannten Topbanker" gesehen, die die Verantwortung für das was er getan hat selbst übernimmt?

Wie in vielen anderen Branchen auch, glauben die Herrschaften, sie wären ein "Gott in Nadelstreifen". Dementsprechend herrschaftlich verbreiten sie Angst und Schrecken in der Belegschaft und sahnen exorbitante Boni ab. In Wirklichkeit gereicht es oftmals nicht mal zu dem Prädikat "Niete in Nadelstreifen". Das ist auf Zypern genauso wie in Deutschland.

Rechner

26.03.2013, 13:07 Uhr

Handelsblatt berichtet
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Der Chef der größten zyprischen Bank, der Bank of Cyprus, tritt zurück.
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Macht nichts - ein viel hübscheres Pöstchen hat er ja noch.

Und zwar als Director der aus der Bank of Cyprus letztes Jahr herausgelösten Bank of Cyprus UK Limited.

Aufgrund dieser "smarten" Operation schauen Einleger der zypriotischen Mutter natürlich jetzt in die Röhre.

Den Ihnen eigentlich zur Befriedigung ihrer Ansprüche zustehende Zugriff auf die Aktiva der britischen Tochter ist Ihnen durch diese Aktion entzogen worden.

Anleger in Anleihen der zypriotischen Mutter und Einleger bei derselben, die ihre Investitionen vor dem 25. Juni 2012 getätigt hatten und diese aufgrund von Laufzeiten der Anleihen oder Künddigungsfristen der Einlagen nicht zwischenzeitlich ausgezahlt bekamen sind übervorteilt worden.

Wer ich einer derselben, hätte ich den Termin beim Anwalt bereits vereinbart.

Und zwar mit dem Ziel der Rückabwicklung der Ausgründung.

+++

Handelsblatt berichtet
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Er sei mit dem Beschluss der Euro-Gruppe unzufrieden, dass Sparer zu einer Zwangsabgabe verpflichtet werden.
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Ja - so macht man das:

Ab in's neue Londoner Nest - was wir in Zypern angerichtet haben können andere ausbaden.

Irgendeine Begründung muß man sich noch schnell einfallen lassen.

...

Die Rekapitalisierung der Bank of Cyprus ist materiel einem Konkurs mit Vergleich ähnlich.

Weshalb es sich bei der Auslagerung der Aktiva aus der Bank of Cyprus in Juni letzten Jahres um ein dem Konkursbetrug ähnliches Vermögensdelikt handelt.

Zu dem die "Financial Services Authority" des Vereinigten Königreichs Beihilfe geleistet hat.

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