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16.05.2012

10:20 Uhr

Protestbewegung

„Blockupy“ verängstigt Frankfurts Banken

VonThomas Bauer

Erneut stehen den Banken in Frankfurt ungemütliche Tage ins Haus. Das Occupy-Bündnis ruft ab heute zu Blockaden auf. Institute fordern Mitarbeiter auf, in Freizeitkleidung zu kommen - oder ganz Zuhause zu bleiben.

Demonstranten trommeln am Mittwoch im Occupy-Camp in Frankfurt. Das Camp soll auf Anordnung der Stadt am Mittwoch geräumt werden. dpa

Demonstranten trommeln am Mittwoch im Occupy-Camp in Frankfurt. Das Camp soll auf Anordnung der Stadt am Mittwoch geräumt werden.

FrankfurtDie Sturmwarnung hat die Innenstadt mit einem Rundschreiben des Polizeipräsidenten von Frankfurt erreicht: „Die Entscheidung zur Absicherung Ihrer Geschäftsräume oder gar die Schließung liegt in Ihrer eigenen Verantwortung.“ In den Geschäften und Hotels zu Füßen der Bankentürme hat man die Warnung verstanden: Die Hoheit über die Innenstadt ist in den kommenden Tagen gefährdet. Die kapitalismuskritische Occupy-Bewegung will unter dem Motto Blockupy von heute Nachmittag bis Samstag im Bankenviertel gegen die EU-Krisenpolitik protestieren. Die Demonstranten wollen zentrale Plätze besetzen und am Freitag die Europäische Zentralbank (EZB) und weitere Banken blockieren. Das Ordnungsamt hat zwar die Blockade verboten, aber was heißt das gegenüber 40.000 erwarteten Demonstranten?

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Etwa 70.000 Angestellte strömen jeden Morgen in die Frankfurter Banken. Mit ihren Anzügen, lederbesohlten Schuhen und ihrem Habitus bestimmen sie unter der Woche das Straßenbild. Nun aber sollen sie sich unsichtbar machen. Die Commerzbank hat ihre Mitarbeiter aufgefordert, am Freitag zu Hause zu bleiben - dort zu arbeiten oder Überstunden abzufeiern. Wer nicht anders kann, soll in Freizeitkleidung und ohne Auto kommen. Denn die Tiefgarage bleibt zu. Die meisten Banken verfahren so. Einige, etwa JP Morgan, bleiben am Freitag einfach geschlossen. Und der EZB-Rat kam zu seiner Mittwochsitzung schon gestern zusammen.

Es trifft aber auch andere. In der Frankfurter Kaiserstraße berichtet das Steigenberger, dass fünf Prozent der Gäste abgesagt haben, und Juwelier Bucherer entschuldigt sich, dass man Freitag und Samstag nicht öffnen werde. In der exklusiven Goethestraße warten verängstigte Verkäuferinnen darauf, dass auch ihre Filialen geschlossen bleiben, so wie die Luxusboutique von Longchamp zum Roßmarkt hin. Aber auch die Bewohner des Protestdorfs unterhalb der EZB fürchten Gefahr von außen. Sie argwöhnen, dass zur Verstärkung anreisende Polizisten ihre Zelte niedertrampeln werden. Mit der Frankfurter Polizei verstehe man sich ansonsten sehr gut.

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Kommentare (7)

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c226h

16.05.2012, 11:05 Uhr

Diese wilde Lagerstätte vor der EZB ist ein Schandfleck und gehörte schon lange endlich weggerissen. Jeder soll seine Meinung frei äußern können, aber die max. 20 Menschen die dort in den letzten Wochen noch campierten hatten ja überwiegend gar nichts mit der Bewegung zu tun, wussten wahrscheinlich nur, dass sie auf Nachfrage gegen alles im Staat sein sollen. Auf dem Platz gammelten die ganze Zeit wirklich nur eine Handvoll Nichtsnutze rum, die vom Staat und der arbeitenden Bevölkerung leben. Der Müll häuft sich und so ein Saustall-Camp mitten in der Stadt ist unter dem Deckmantel der freien Meinung zulässig. Wenn andere Leute hingegen bei einer Fahrrad- oder Motorradtour auf einer verlassenen Wiese, wo es niemenden stört, für nur einen Nacht ein Zelt aufschlagen werden sie wegen Hausfriedensbruch und wildem Campieren angezeigt.

Gnomon

16.05.2012, 11:08 Uhr

Was die Nachwuchs-Kapitalismus Kritiker unter gerechter Wirtschaft verstehen, kann gerade im AstA der Uni Göttingen im Laborbeispiel nachvollzogen werden:

Explosion der Personalkosten (€ 181.000) wovon allein € 64.000 auf die zehn AstA-Referenten entfallen. So Referenten der extremlinken Gruppen erhalten alle den Höchstsatz, so dass man sagen kann: Je linker die Gruppe, desto höher das Gehalt. Nebenbei wurde die Notrücklage von € 26.000 vernichtet, um laufende neu geschaffene Kostenpositionen zu bedienen. Alle Sparvorschläge der vernünftgen Hochschulgruppen wurden natürlich zugunsten dieser Politik ignoriert.

So sehen wir im kleinen, was im großen gerade in Frankfurt stattfindet: Ungebildete, naive und gefährlich ideologisierte Idioten unter 30 Jahren (von traurigen Ausnahmen abgesehen...) prügeln auf die Milchkuh ein, die sie alle ernährt.

SchweresGeschUEtzAuffahren

16.05.2012, 11:35 Uhr

Die sollen erstmal lernen nicht alles doppelt abzubuchen niemanden abbuchen zu lasen dem ihr vertragspartner, der girokontokunde, das nicht erlaubt und HORRENDE GEBÜHREN FÜR IHRE FEHLER zu verlangen.

http://hoelderlinD.dynip.name/20120516-1130-ecbint-premises-zeit-andere-geschuetze-aufzufahren.jpg

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