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31.01.2013

12:04 Uhr

Protokoll der PK

„Die Grundlagen für einen Kulturwandel sind gelegt“

VonSebastian Ertinger

Wer die Werte der Deutschen Bank nicht anerkenne, sei bei dem Geldhaus an der falschen Stelle, sagt Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen. Auf der Pressekonferenz wird die Bilanz erläutert. Wir waren live für Sie vor Ort.

Anshu Jain (rechts) und Jürgen Fitschen am Donnerstag in Frankfurt. Reuters

Anshu Jain (rechts) und Jürgen Fitschen am Donnerstag in Frankfurt.

FrankfurtDer Vorstand der Deutschen Bank hat sich den Fragen der Journalisten zum Milliardenverlust im vierten Quartal 2012 und dem schwachen Jahresergebnis gestellt. Viele Probleme aus der Vergangenheit belasten das Unternehmen.

+++ 11.57 Uhr +++

Personalvorstand Leithner erläutert, dass das langfristige Zurückhalten der Bonuszahlungen zurückgefahren werden müsse. "Wir müssen da auf ein Gleichgewicht zwischen aktuellen und künftigen Rückstellungen achten." Mit einer späteren Auszahlung von Boni will die Bank Anreize für ein verantwortungsvolles und langfristig orientiertes Wirtschaften setzen.

+++ 11.54 Uhr +++

Co-Chef Fitschen will keine Details zu einem Stellenabbau nennen. "Ich bitte Sie da um Geduld."

+++ 11.46 Uhr +++

Eine Kapitalerhöhung will Jain nicht ausschließen. Allerdings sei das Ziel, die angepeilte Kernkapitalquote durch organisches Wachstum zu erreichen.

+++ 11.40 Uhr +++

Jain räumt ein, dass die US-Banken stärkere Zahlen vorlegten. Doch nicht in allen Fällen sei dies ein "langfristiger Trend". Man müsse zudem auf die grundlegende Entwicklung der Deutschen Bank blicken.

+++ 11.34 Uhr +++

Jain betont die Flexibilität des Instituts. "Die Deutsche Bank hat es immer geschafft, auf ein verändertes Umfeld zu reagieren und ihr Geschäftsmodell anzupassen."

Quartalsergebnis: Deutsche Bank schockiert mit Milliardenverlust

Quartalsergebnis

Deutsche Bank schockiert mit Milliardenverlust

Unter anderem schlugen Rechtsstreitigkeiten negativ zu Buche.

+++ 11.30 Uhr +++
Personalschef Stephan Leithner erklärt, dass die Deutsche Bank im Vergleich zu den Wettbewerbern eine hohe Quote an zurückgehaltenen Boni habe.

+++ 11.24 Uhr +++

Jain geht auf die Aufgabe des Eigenhandels ein: "Das ist eine schwierige und dornige Abgrenzung, was Handel im Auftrag der Kunden und was als Eigenhandel der Bank zu werten ist."

Juristische Baustellen der Deutschen Bank

Viele Risiken

Geldwäsche, Steuerhinterziehung, versuchte Strafvereitelung – die Vorwürfe gegen Mitarbeiter der Deutschen Bank bis in den Vorstand wiegen schwer. Die laufenden Ermittlungen zum Handel mit Luftverschmutzungsrechten sind nicht die einzige juristische Baustelle des größten deutschen Geldhauses. In den ersten neun Monaten 2012 legte der Dax-Konzern 750 Millionen Euro für juristische Risiken zur Seite. Insgesamt schätzt der Konzern seine Rechtsrisiken nach jüngsten Angaben auf 2,5 Milliarden Euro. Ein Überblick.

Emissionsrechte

Das Geschäft mit Zertifikaten zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) ist millionenschwer. Seit Jahren ist die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft Umsatzsteuerbetrügern auf der Spur, die den deutschen Fiskus um hunderte Millionen schädigten. Schon 2010 gab es in diesem Zusammenhang eine Razzia bei der Deutschen Bank. Im Dezember 2011 wurden sechs Männer einer internationalen Bande verurteilt, mit denen Deutsche-Bank-Mitarbeiter kooperiert haben sollen. In dem Prozess vor dem Landgericht Frankfurt musste sich die Deutsche Bank vorhalten lassen, den grenzüberschreitenden CO2-Zertifikatehandel erst so richtig in Schwung gebracht zu haben. Die Bank hatte seinerzeit betont, es gebe bisher „keine Hinweise auf eine Verstrickung der Mitarbeiter der Bank“. Am Mittwoch durchsuchten Fahnder erneut Geschäftsräume des Instituts. Gegen fünf Mitarbeiter erging Haftbefehl wegen des Verdachts auf Geldwäsche und versuchte Strafvereitelung, die Zahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 25. Die Ermittlungen zum Umsatzsteuerbetrug richten sich auch gegen Konzernchef Jürgen Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause, weil sie die Umsatzsteuererklärung 2009 der Bank unterzeichneten.

Libor

Über Jahre sollen Großbanken den Referenzzins manipuliert haben, um höhere Gewinne zu erzielen. Dass einzelne Mitarbeiter des Dax-Konzerns in den Jahren 2006/2007 an den Tricksereien beteiligt waren, daran gibt es auch nach Angaben der Bank keine Zweifel. Zwei Deutsche-Bank-Mitarbeiter wurden gefeuert. Das Institut schließt nach internen Untersuchungen aber aus, dass das höhere Management an Manipulationen beteiligt war. In die Kritik geraten war der seit Juni amtierende Co-Chef Anshu Jain, der seit Jahren das Investmentbanking verantwortet. Ende November musste sich Rechtsvorstand Stephan Leithner im Bundestags-Finanzausschuss unangenehme Fragen gefallen lassen. Die „London Interbank Offered Rate“ (Libor) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Der Zins dient als Maßstab für Geldgeschäfte in Billionenhöhe.

Kirch

Im Dauerclinch um die Pleite des Medienimperiums des inzwischen gestorbenen Leo Kirch droht der Bank eine möglicherweise teure Niederlage. Das Münchner Oberlandesgericht (OLG) verurteilte die Bank zu Schadenersatz. Die Höhe ist noch offen und soll von Gutachtern ermittelt werden. Der damalige Konzern-Chefs Rolf Breuer hatte Anfang 2002 in einem Interview Kirchs Kreditwürdigkeit angezweifelt. Wochen danach brach der Kirch-Konzern zusammen. Kirch machte Breuer und die Bank zeitlebens dafür verantwortlich. Dessen Erben fordern in dem Münchner Verfahren gut zwei Milliarden Euro Schadenersatz. Breuer nennt das Interview heute einen „Unfall“, einen Vergleich lehnte die Bank ab.

USA

Dort landet die Bank wegen Geschäften aus den Zeiten vor der Finanzkrise 2007/2008 immer wieder vor dem Kadi. Oft geht es um windige Hypothekengeschäfte. So soll das Institut Investoren mit Verbriefungsgeschäften übers Ohr gehauen haben. Im Mai schaffte das Geldhaus durch Zahlung von 202 Millionen US-Dollar eine Klage wegen zwielichtiger Geschäfte der US-Tochter MortgageIT aus der Welt.

Stand: 13. Dezember 2012, Quelle: dpa

+++ 11.16 Uhr +++

Fitschen betont, dass es nicht nachgewiesen werden könne, dass Finanzspekulation den Preis von Nahrungsmitteln treibe. "Zeigen Sie mir in einer Welt ohne Banken, wie es funktionieren soll, dass das dringend benötigte Kapital in die Produktion von Nahrungsmitteln fließen soll." Die Ernährung der Welt werde nur gelingen, wenn intelligent Kapital in die Agrarwirtschaft gleitet werde. "Wir machen uns das nicht leicht." Hätte es kleinste Hinweise auf einen negativen Einfluss gegeben, hätte man das Engagement überdacht.

Kommentare (1)

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klarissimo

01.02.2013, 08:47 Uhr

WERTE - der Deutsche Bank: Spekulationen mit Nahrungsmitteln vorallem zu Lasten der armen Länder dieser Welt; bei sehr gut laufenden Fonds, wofür zuerst provisionsfrei geworben wurde, wird plötzlich in 2007 DOCH ZUSÄTZLICHE PROVISION wegen des ungewöhnlich guten Verlaufs von den Kundendepots abgebucht...Onlinekonten bei 7 EUR monatlich trotzdem der Kunde alles mit erhöhtem Sicherheitsrisiko selbst tut...WERTE. Die DB sollte vielleicht einmal zur GLS Bank schauen. Danach soll sie WERTE in den Sprachgebrauch integrieren und entsprechend ackern - ohne Ackermann und ohne Nahrungsmittelspekulatios.

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