Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.01.2005

16:00 Uhr

Prozess wegen Bilanzfälschung

Bewährungsstrafen für Ex-Landesbanker gefordert

Die Staatsanwaltschaft hat im ersten Prozess wegen Bilanzfälschung gegen zwei ehemalige führende Manager der Landesbank Berlin (LBB) zwei Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung gefordert.

HB BERLIN. Der frühere LBB-Vorstandssprecher Ulf-Wilhelm Decken und der Ex-Vorstand Jochem Zeelen hätten in Jahresabschlüssen der Bank bewusst Risiken in Milliardenhöhe verschwiegen, hieß es am Montag im Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Neben den Bewährungsstrafen beantragte sie Geldauflagen von 60 000 € gegen Decken und 45 000 € gegen Zeelen. Die Verteidiger kündigten bereits an, in der nächsten Sitzung am Mittwoch Freisprüche zu beantragen. Das Berliner Landgericht will nach derzeitigen Planungen am 31. Januar das Urteil verkünden.

Die Staatsanwaltschaft hält die Jahresabschlüsse 1997 bis 1999 für falsch, weil Freistellungen für persönlich haftende Gesellschafter der LBB-Tochter Weberbank sowie Komplementäre von fünf Fondsgesellschaften nicht berücksichtigt wurden. Mit den Freistellungen von der Haftung für Geschäftsverbindlichkeiten seien Risiken für die LBB in Höhe von bis zu 7,7 Mrd. € verbunden gewesen. Dagegen argumentieren die Angeklagten und ihre Verteidiger, die fraglichen Freistellungen seien für die LBB-Bilanzen nicht von Bedeutung gewesen. Die Bank hätte ohnehin für Risiken der Tochterfirmen gehaftet.

Die Landesbank ist eine Tochter der mehrheitlich landeseigenen Bankgesellschaft Berlin. Risikoreiche Immobiliengeschäfte der Bankgesellschaft und ihrer Tochterfirmen hatten zu Verlusten in Milliardenhöhe geführt, die letztlich das Land Berlin übernehmen musste. Decken und Zeelen müssen sich in einem weiteren Strafprozess wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit einem so genannten Prominentenfonds verantworten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×