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20.10.2011

11:13 Uhr

Prozessauftakt

Schicksalstag für den Milliarden-Zocker der UBS

Kweku Adoboli hat die UBS 2,3 Milliarden Dollar und einen Vorstandsvorsitzenden gekostet. Heute steht der einstige Händler der Schweizer Bank erneut vor Gericht - um für schuldig oder nicht schuldig zu plädieren.

Der wegen Betrugs angeklagte Händler der Schweizer Bank UBS kurz bevor er zum ersten Mal den Gerichtssaal betritt. AFP

Der wegen Betrugs angeklagte Händler der Schweizer Bank UBS kurz bevor er zum ersten Mal den Gerichtssaal betritt.

Zum dritten Mal tritt Kweku Adoboli heute in London vor den Richter. Und es wird erwartet, dass der Mann, der 2,3 Milliarden Dollar der Schweizer Bank UBS verzockt haben soll, sich heute auch zur Anklage äußert - und, ob er sich für schuldig oder nicht schuldig hält. Er ist des Betrugs und der Bilanzfälschung angeklagt. Adoboli sitzt seit 15. September in Untersuchungshaft.

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Jung, smart und kriminell - das Profil der Händler, die UBS und andere um Milliarden gebracht haben, ist immer das gleiche. Kein Wunder meinen Wirtschaftsethiker. Der Job ist beinhart. Die wenigsten beherrschen ihn.

Adoboli war im Londoner Büro der UBS für den Bereich der Exchange Traded Funds zuständig, also für Börsenprodukte, die Aktienindizes wie den Dax abbilden. Es sollen nicht autorisierte Geschäfte gewesen sein, die ihn vor Gericht gebracht haben. Wobei Adoboli nach jüngsten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft wohl viel länger die UBS betrogen haben könnte, als das Bankhaus bislang eingeräumt hat - nämlich von Oktober 2008 bis Dezember 2010.

Anfangs soll sich Adobolis unlauteres Geschäft ausgezahlt haben, bis das alles aus dem Ruder lief. Heute tut dem einst stolzen jungen Banker alles sehr Leid, wie er über seinen Anwalt unlängst ausrichten ließ. Adoboli soll durch spekulativen Handel mit verschiedenen Aktienindexfutures des S&P 500, DAX und EuroStoxx die Milliarden der UBS verzockt haben.

Der Händler habe sein Portfolio nicht korrekt abgesichert, heißt es von der UBS. Und weiter: Die tatsächliche Dimension des Risikoengagements sei dadurch verschleiert worden, dass die Transaktionen zwar im System abgesichert wurden. Die Gegengeschäfte habe der Händler aber nur zum Schein getätigt, erklärte die Bank. Die fiktiven Gegengeschäfte hätten verdeckt, dass die von UBS gesetzten Risikoobergrenzen für den Handel mit den Indexfutures in Wahrheit überschritten wurden. Unklar ist bislang, wie sehr das Risikomanagement der Bank tatsächlich versagt hat.

Adobolis Fall könnte heute an ein zuständiges Strafgericht weitergeleitet werden. Seine Anwälte haben bislang keine Freilassung auf Kaution beantragt.

Von

HB

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