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17.10.2013

21:31 Uhr

Prüfung der US-Notenbank

Commerzbank soll Geldwäsche strenger kontrollieren

Die US-Notenbank hat der Geldwäsche den Kampf angesagt und will darum auch die Banken stärker in die Pflicht nehmen. Die Commerzbank muss sich auf Drängern der Finanzaufseher einer Prüfung unterziehen.

Die Commerzbank soll härter gegen Geldwäsche in den USA vorgehen. Reuters

Die Commerzbank soll härter gegen Geldwäsche in den USA vorgehen.

WashingtonDie US-Notenbank fordert von der Commerzbank strengere Vorkehrungen zur Verhinderung von Geldwäsche. Das deutsche Geldinstitut und seine US-Tochter seien aufgefordert worden, sich einer unabhängigen Überprüfung zu unterziehen, teilte die Federal Reserve (Fed) am Donnerstag in Washington mit. Dadurch solle geklärt werden, ob sich die Bank zwischen Mai und Oktober 2012 an US-Vorschriften zur Meldung „verdächtiger Aktivitäten“ gehalten habe.

Im Juni 2012 hatten sich die Commerzbank und ihre New Yorker Filiale gegenüber der Fed verpflichtet, die internen Kontrollen zu verbessern. Die Bank habe es aber versäumt, angemessene Kontrollmechanismen beizubehalten, kritisierte die US-Notenbank nun. Die Fed verhängte kein Bußgeld, forderte die Commerzbank aber auf, innerhalb von 30 Tagen einen unabhängigen Berater zu engagieren. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen genutzt werden, um die Maßnahmen des Geldinstituts in diesem Bereich zu verbessern.

Gegen die Commerzbank wurde in den USA bereits im Zusammenhang mit früheren Transaktionen in Länder wie dem Iran oder Nordkorea wegen des möglichen Verstoßes gegen US-Sanktionen ermittelt.

Chronik der Commerzbank seit der Krise 2008

August 2008

Die Commerzbank kündigt an, die Dresdner Bank für rund zehn Milliarden Euro von der Allianz zu übernehmen.

September 2008

Die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers verschärft die Finanzkrise dramatisch und bringt Banken rund um den Globus ins Wanken.

November 2008

Die Commerzbank verhandelt den Preis für die Dresdner Bank auf knapp sechs Milliarden Euro herunter und zieht die Übernahme vom zweiten Halbjahr 2009 auf Januar 2009 vor. Die Allianz schießt der Commerzbank 750 Millionen Euro in Form einer Stillen Einlage zu.

Dezember 2008

Die Commerzbank entdeckt höhere Kreditrisiken bei der verlustreichen Dresdner Bank. Um die Übernahme trotzdem stemmen zu können, zapft die Commerzbank den staatlichen Bankenrettungsfonds (Soffin) an. Die Bank erhält 8,2 Milliarden Euro an stillen Einlagen, die jährlich mit neun Prozent verzinst werden sollen, und staatliche Garantien über 15 Milliarden Euro.

Januar 2009

Der Soffin übernimmt für 1,8 Milliarden Euro - sechs Euro je Papier - 25 Prozent plus eine Aktie an der Commerzbank (Teilverstaatlichung) und pumpt zusätzlich weitere 8,2 Milliarden Euro an stillen Einlagen in die Bank.

April 2011

Die Commerzbank kündigt an, von den stillen Einlagen des Soffin über 16,4 Milliarden Euro bis Juni rund 14,3 Milliarden zurückzugeben. Das gilt als erster Befreiungsschlag. Das Geld kommt aus der Platzierung von Pflichtumtauschanleihen und einer Kapitalerhöhung über 5,3 Milliarden Euro. Weitere gut drei Milliarden Euro kann die Bank so zurückgeben, weil sie das Kapital nach damaliger Einschätzung nicht braucht.

Oktober 2011

Commerzbank-Chef Martin Blessing schließt weitere Staatshilfen kategorisch aus, nachdem die EU-Bankenaufsicht EBA bei dem Institut im Zuge der Euro-Schuldenkrise ein Kapitalloch von gut fünf Milliarden Euro ausgemacht hat. Da geh ich nicht nochmal hin, sagt er und meint den Soffin. Er hält Wort - die Bank stopft das Loch in den Folgemonaten aus eigener Kraft: Hybridpapiere werden in echtes Eigenkapital getauscht, Führungskräfte erhalten ihre Boni in Aktien statt in bar, Risiken im Kreditbuch werden neu bewertet und toxische Wertpapiere ausgemistet.

Juni 2012

Für die Bonusaktien startet die Bank eine kleine Kapitalerhöhung und wirft 128 Millionen Papiere auf den Markt. Der Großteil der Mitarbeiter verkauft die Aktien aber anschließend gleich wieder. Der Soffin wandelt zeitgleich zur Kapitalerhöhung weitere stille Einlagen in Aktien um, um seine Beteiligungsquote von 25 Prozent an der Bank zu halten.

März 2013

Der Soffin lässt die Beteiligung an der Commerzbank im Juni erstmals unter 25 Prozent fallen. Mit einer Kapitalerhöhung um 2,5 Milliarden Euro will die Bank bis Anfang Juni nicht nur die restlichen stillen Einlagen des Soffin von 1,6 Milliarden Euro zurückzahlen, sondern auch die 750 Millionen Euro schwere Finanzspritze der Allianz.

Mai 2013

Die Commerzbank gibt am 14. Mai die Details für die Kapitalerhöhung bekannt. Am 30. Mai wird sie erfolgreich abgeschlossen. Die Frankfurter Großbank sammelte 2,5 Milliarden Euro ein. Der Rettungsfonds Soffin hält damit noch rund 17 Prozent an der Bank.

Von

afp

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