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17.10.2012

13:28 Uhr

Quartalsbericht

Bank of America schafft Mini-Gewinn

Die Bank of America profitiert kaum von der Erholung des US-Häusermarktes. Mit ihrem Gewinn bleibt die US-Großbank weit hinter JP Morgan und Wells Fargo zurück. Dennoch ist das Ergebnis besser als erwartet.

Die bekannteste Filiale der Bank of America am Times Square in Manhattan. AFP

Die bekannteste Filiale der Bank of America am Times Square in Manhattan.

CharlotteDie Bank of America hat sich im dritten Quartal knapp in den schwarzen Zahlen gehalten. Der Nettogewinn betrug 340 Millionen Dollar, wie die Großbank an der Wall Street am Mittwoch vor US-Börsenstart mitteilte. Im Vorjahr hatte das Finanzinstitut noch einen Gewinn von 6,2 Milliarden Dollar ausgewiesen. Dennoch schlug sich die Bank of America mit ihrem Quartalsergebnis besser als erwartet.

Um eine Sammelklage von Aktionären aus der Welt zu schaffen, die sich übers Ohr gehauten fühlen, zahlte das Geldhaus im Rahmen eines Vergleichs zuletzt 2,4 Milliarden Dollar. Das belastete nun das Ergebnis mit Abschreibungen in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar.

Das berichten die US-Großbanken über das 3. Quartal

JP Morgan

Die größte US-Bank JP Morgan Chase verdient wieder soviel wie vor der Krise. Im dritten Quartal steigerte JP Morgan den Nettogewinn um ein Drittel auf 5,7 Milliarden Dollar. Hauptgrund ist die boomende Nachfrage nach Hypotheken in den USA. Allein im Geschäft mit Häuserkrediten nahm das Institut 1,8 Milliarden Dollar ein – 36 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Ergebnis übertraf die Analystenerwartungen.

Wells Fargo

Die Erfolgsgeschichte von Wells Fargo geht weiter. Im dritten Quartal wuchs der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf den Rekordwert von 4,94 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf die Bank die Erwartungen von Analysten. Wells Fargo profitierte von der sich bessernden US-Konjunktur und dem weiter anziehenden Immobilienmarkt.

Citigroup

Die Citigroup muss einen Gewinneinbruch hinnehmen. Die Erlöse gingen um 88 Prozent auf 468 Millionen Dollar zurück. Wesentlicher Grund dafür waren Sonderabschreibungen in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar (nach Steuern), weil die Bank beim Verkauf ihrer Tochter Smith Barney nicht den erhofften Preis erzielen konnte.

Goldman Sachs

Goldman Sachs wies einen überraschend kräftigen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar aus, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Verlust von 428 Millionen Dollar in den Büchern stand. Die Einnahmen stiegen um 133 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Die Investmentbank verdient dank der Erholung an den Finanzmärkten wieder prächtig.

Bank of America

Einen Gewinn von gerade einmal 340 Millionen Dollar hat die Bank of America im dritten Quartal erzielt. Vor einem Jahr erwirtschaftete die Bank noch ein Plus von 6,2 Milliarden Dollar. Schuld daran waren vor allem Sondereffekte wie die Abschreibung von 1,6 Milliarden Dollar nach einer 2,4 Milliarden Dollar teuren Einigung, um einer Sammelklage von Aktionären zu entgehen.

Morgan Stanley

Die US-Großbank Morgan Stanley fuhr im dritten Quartal einen Verlust von einer Milliarde Dollar ein. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum erzielte die Investmentbank noch einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz schrumpfte in den drei Monaten von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 9,8 auf 5,3 Milliarden Dollar.

Bereinigt um Abschreibungen auf Schuldbewertungen kletterte aber der Umsatz auf 7,6 Milliarden Euro. Im Vorjahr bezifferte sich der bereinigte Umsatz nur auf 6,4 Milliarden Dollar. Um die Abschreibungen bereinigt stand ein Gewinn von 561 Millionen Dollar, verglichen zu 64 Millionen Dollar im Vorjahr.

Die Kläger hatten der Bank vorgeworfen, sie über den wahren Zustand ihrer Finanzen bei der Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch getäuscht zu haben. Die Bank of America hatte sich unter anderem mit diesem Zukauf derart verhoben, dass der Staat mit Steuergeldern einspringen musste. Es war eine der teuersten Rettungsaktionen während der Finanzkrise.

Zu den Abschreibungen kamen negative Steuereffekte in Großbritannien und Verluste aus der Neubewertung eigener Schulden. Operativ lief es in den vergangenen Monaten aber wieder besser. Die Einnahmen im abgelaufenen Quartal lagen nach GAAP-Rechnungslegung bei 20,4 Milliarden Dollar. Bei den Anlegern kamen die Zahlen vorbörslich gut an. Die Aktie stieg 1,5 Prozent.

Die Bank of America ist die Nummer zwei in den USA hinter JP Morgan. Mit etlichen Beteiligungsverkäufen - unter anderem den Anteilen an der China Construction Bank - und Sparprogrammen musste das Institut schrumpfen, um die massiven Verluste im Hypothekengeschäft zu verkraften. Auch die Mitarbeiter mussten harte Einschnitte hinnehmen - ihre Zahl sank bis Ende Juni auf 275.500. Auch die Zahl der Filialen schrumpfte um 150 auf 5600.

Im vergangenen Jahr hatte die Bank of America ihr Kostensparprogramm „New Bac“ ausgerufen. Die erste Phase des Projekts sah jährliche Einsparungen von fünf Milliarden Dollar vor und den Abbau von 30.000 Stellen. Im Juli kündigte die Bank die zweite Phase an - mit angestrebten Kostenreduzierungen von drei Milliarden Dollar jährlich bis Mitte 2015.

Die Bank of America hatte mit am stärksten auf den US-Häusermarkt gewettet und noch 2008 den Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen, als die Finanzkrise schon längst zu Gange war.

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