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06.08.2012

16:30 Uhr

Quartalsbericht

Landesbank Berlin legt solide Zahlen vor

Ein leichter Gewinnrückgang nach Steuern, aber operativ ein Gewinnsprung: Die Landesbank Berlin präsentiert sich solide. Doch die LBB droht dennoch dieses Jahr, ihre Ziele zu verfehlen.

Solides Quartalsergebnis: die Landesbank Berlin. ap

Solides Quartalsergebnis: die Landesbank Berlin.

BerlinDie Landesbank Berlin räumt auf und schafft damit die Basis für eine engere Kooperation mit der Dekabank. Wegen der verschärften Schuldenkrise will die Konzernspitze um Johannes Evers die LBB schneller „wetterfest“ machen als geplant und schließt deshalb die Niederlassungen in London und Luxemburg.

Für den Umbau musste die Bank im ersten Halbjahr insgesamt Rückstellungen von 31 Millionen Euro bilden, wie die LBB am Montag mitteilte. Dadurch sank der Nettogewinn auf 76 (Vorjahr: 81) Millionen Euro. Operativ lief es besser: Bereinigt um Sondereffekte stieg das Ergebnis um 30 Prozent auf 146 Millionen Euro. Dennoch stellte die LBB ihre Ziele bei Vorsteuergewinn und Rendite für 2012 infrage.

Die Sparkassen haben jüngst die Minderheitsaktionäre aus der LBB gedrängt und können nun durchregieren. Damit kann Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon eine Neuausrichtung der LBB vorantreiben und bestimmte Geschäfte mit dem Sparkassen-Fondsanbieter Deka bündeln.

Da es bei LBB und Deka im Immobilien- und Fondsgeschäft viele Überlappungen gibt, sehen Insider einige Möglichkeiten für Zusammenlegungen. Die Unternehmensberatung Roland Berger soll bis September Optionen dazu ausloten, wie Reuters aus dem LBB-Umfeld erfuhr. Dies sei ergebnisoffen - von Eigenständigkeit, über Teilfusionen bis zum kompletten Zusammenschluss.

Die LBB soll auf der Eigenkapitalseite bis 2014 um 750 Millionen Euro entlastet werden, sagte Konzernchef Evers und betonte: „Ohne Zweifel ist dieser Prozess ein Kraftakt für die Bank.“ Der Abbau risikogewichteter Aktiva außerhalb des Kundengeschäfts läuft nach Konzern-Angaben planmäßig, belastet aber das Ergebnis.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Denn die LBB dürfte dieses Jahr ihr Ziel verfehlen, den Vorsteuergewinn auf die 317 Millionen Euro von 2010 zu steigern und eine Eigenkapitalrentabilität von rund neun Prozent zu erreichen. Im Geschäftsbericht hieß es dazu, der Konzern werde diese „Erwartungen“ 2012 „nicht vollumfänglich erfüllen können“. Eine konkrete Prognose für dieses Jahr wagte Evers wegen der Unsicherheiten am Finanzmarkt nicht.

Von

rtr

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