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18.10.2012

14:23 Uhr

Quartalsbericht

Morgan Stanley erleidet Milliardenverlust

Nicht alle US-Banken schwimmen im Geld: Morgan Stanley erleidet im dritten Quartal einen empfindlichen Nettoverlust. Dennoch übertrifft die Bank die Erwartungen. Zudem zahlt das Institut seinen Mitarbeitern weniger Geld.

Zentrale von Morgan Stanley in New York. Reuters

Zentrale von Morgan Stanley in New York.

New YorkDie US-Großbank Morgan Stanley fuhr im dritten Quartal einen Verlust von einer Milliarde Dollar ein. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum erzielte die Investmentbank noch einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz schrumpfte in den drei Monaten von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 9,8 auf 5,3 Milliarden Dollar.

Bereinigt um Abschreibungen auf Schuldbewertungen kletterte aber der Umsatz auf 7,6 Milliarden Euro. Im Vorjahr bezifferte sich der bereinigte Umsatz nur auf 6,4 Milliarden Dollar. Um die Abschreibungen bereinigt stand ein Gewinn von 561 Millionen Dollar, verglichen zu 64 Millionen Dollar im Vorjahr.

Das berichten die US-Großbanken über das 3. Quartal

JP Morgan

Die größte US-Bank JP Morgan Chase verdient wieder soviel wie vor der Krise. Im dritten Quartal steigerte JP Morgan den Nettogewinn um ein Drittel auf 5,7 Milliarden Dollar. Hauptgrund ist die boomende Nachfrage nach Hypotheken in den USA. Allein im Geschäft mit Häuserkrediten nahm das Institut 1,8 Milliarden Dollar ein – 36 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Ergebnis übertraf die Analystenerwartungen.

Wells Fargo

Die Erfolgsgeschichte von Wells Fargo geht weiter. Im dritten Quartal wuchs der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf den Rekordwert von 4,94 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf die Bank die Erwartungen von Analysten. Wells Fargo profitierte von der sich bessernden US-Konjunktur und dem weiter anziehenden Immobilienmarkt.

Citigroup

Die Citigroup muss einen Gewinneinbruch hinnehmen. Die Erlöse gingen um 88 Prozent auf 468 Millionen Dollar zurück. Wesentlicher Grund dafür waren Sonderabschreibungen in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar (nach Steuern), weil die Bank beim Verkauf ihrer Tochter Smith Barney nicht den erhofften Preis erzielen konnte.

Goldman Sachs

Goldman Sachs wies einen überraschend kräftigen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar aus, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Verlust von 428 Millionen Dollar in den Büchern stand. Die Einnahmen stiegen um 133 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Die Investmentbank verdient dank der Erholung an den Finanzmärkten wieder prächtig.

Bank of America

Einen Gewinn von gerade einmal 340 Millionen Dollar hat die Bank of America im dritten Quartal erzielt. Vor einem Jahr erwirtschaftete die Bank noch ein Plus von 6,2 Milliarden Dollar. Schuld daran waren vor allem Sondereffekte wie die Abschreibung von 1,6 Milliarden Dollar nach einer 2,4 Milliarden Dollar teuren Einigung, um einer Sammelklage von Aktionären zu entgehen.

Morgan Stanley

Die US-Großbank Morgan Stanley fuhr im dritten Quartal einen Verlust von einer Milliarde Dollar ein. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum erzielte die Investmentbank noch einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz schrumpfte in den drei Monaten von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 9,8 auf 5,3 Milliarden Dollar.

Bereinigt um Abschreibungen auf Schuldbewertungen kletterte aber der Umsatz auf 7,6 Milliarden Euro. Im Vorjahr bezifferte sich der bereinigte Umsatz nur auf 6,4 Milliarden Dollar. Um die Abschreibungen bereinigt stand ein Gewinn von 561 Millionen Dollar, verglichen zu 64 Millionen Dollar im Vorjahr.

Mit dem bereinigten Ergebnis übertraf Morgan-Stanley-Chef James Gorman die Erwartungen der Analysten. Besonders das Geschäft mit Anleihen erwies sich als Gewinnbringer. Das Ziel von Gorman ist aber, das Gewicht des Anleihehandels zurückzufahren, da dieser hohen Kapitalanforderungen unterliegt. In einer ersten Marktreaktion zeigten sich die Anleger mit der Bilanz zufrieden: Die Aktie legte vorbörslich 1,2 Prozent zu. Andere Institute legten aber deutlich bessere Quartalszahlen vor. JP Morgan verdiente etwa wieder so viel wie vor der Finanzkrise. Auch Goldman Sachs präsentierte einen überraschend starken Gewinn.

Außerdem kappt Gorman die Gehälter seiner Mitarbeiter um neun Prozent. In den ersten neun Monaten des Jahres stehen den Investment-Bankern 5,2 Milliarden Dollar zu. Der Morgan-Stanley-Chef hatte kürzlich für Aufsehen gesorgt, indem er Kritikern von zu hohen Banker-Boni Recht gegeben hatte. Die Bezahlung in der Branche sei immer noch zu hoch, sagte Morgan-Stanley-Chef James Gorman der „Financial Times“. Es gebe zudem trotz der jüngsten Sparrunden weiterhin zu viele Investmentbanker. Für sein Haus stellte er weitere Kürzungen in Aussicht: Die Kosten stünden ungeachtet der jüngst verhängten Maßnahmen weiter auf dem Prüfstand.

Die Investmentbank hatte erst in den vergangenen Monaten den Abbau von 4000 oder sieben Prozent der Stellen angekündigt. Ob weitere Arbeitsplätze zur Disposition stehen, ließ Gorman offen. Die Bezahlung der Banker stehe auf jeden Fall zur Debatte. Gorman hat bereits 2010 und 2011 – den beiden ersten Jahren seiner Amtszeit – den Anteil der Gehälter an den Erträgen deutlich gesenkt.

Die Angestellten hatten in den beiden Jahren jeweils nur noch rund 50 Prozent der Einnahmen erhalten. 2009 waren es noch 62 Prozent. Allerdings zogen 2010 und 2011 auch die Erträge an. Gorman will die Quote offenbar weiter zurückfahren und damit die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. In der Branche sei es üblich gewesen, den Gehaltsanteil bei sinkenden Erträgen hochzufahren.

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Bei steigenden Einnahmen sei der Anteil dagegen stabil geblieben, so dass die Gehälter unabhängig von der Branchenentwicklung nie gesunken und meistens gestiegen sind. „Es war ein klassisches Wall-Street-Argument, frei nach dem Motto "Bei Kopf gewinne ich, bei Zahl verlierst Du"“, sagte Gorman.

Kommentare (2)

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Robby675

18.10.2012, 17:18 Uhr

Wenn wir aushelfen sollen, einfach Fragen!

Account gelöscht!

18.10.2012, 18:00 Uhr

:DDDD

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