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11.05.2017

14:43 Uhr

Quartalsbilanz

BayernLB steigert den Gewinn

Für die Landesbank wird es immer leichter, Belastungen durch die EZB-Niedrigzinspolitik auf ihre Kunden abzuwälzen. Im ersten Jahresquartal steigt das Vorsteuerergebnis um das Anderthalbfache. Einer freut sich besonders darüber.

Die BayernLB gibt Negativzinsen, die die EZB von ihr verlangt, an Profi-Investoren, Unternehmen und Sparkassen weiter. dpa

Schriftzug der BayernLB

Die BayernLB gibt Negativzinsen, die die EZB von ihr verlangt, an Profi-Investoren, Unternehmen und Sparkassen weiter.

FrankfurtDie BayernLB kommt mit den Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EBZ) immer besser zurecht. Im ersten Quartal hat die Landesbank ihr Vorsteuerergebnis mehr als verdoppelt auf 230 Millionen Euro. Das Geldhaus profitierte dabei unter anderem von der robusten Wirtschaftsentwicklung in Deutschland sowie einer besseren Bonitätsnote. „Inzwischen bekommen wir viele Gelder zu Negativzinsen eingelegt, gerade von institutionellen Investoren“, sagte Finanzchef Markus Wiegelmann der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. „Das macht sich im Zinsüberschuss positiv bemerkbar.“

Die EZB verlangt von Geschäftsbanken seit Sommer 2014 Strafzinsen, wenn diese Geld über Nacht bei ihr parken. Seit Frühjahr 2016 liegt der Satz bei 0,4 Prozent. Die BayernLB gibt diese Negativzinsen inzwischen an Profi-Investoren, Unternehmen und Sparkassen weiter, wenn diese kurzfristig hohe Summen bei den Münchener lagern. Im ersten Quartal stieg der Zinsüberschuss der Bank um 16 Prozent auf 430 Millionen Euro.

Deutsche Banken im Strudel der Finanzkrise

BayernLB

Die Landesbank hatte sich im Zuge der US-Hypothekenkrise verspekuliert und musste mit Notkrediten von zehn Milliarden Euro gestützt werden. Die EU-Kommission verordnete eine radikale Schrumpfkur mit Halbierung der Bilanzsumme. Für das vergangene Jahr konnte die BayernLB wieder einen Nettogewinn von 545 Millionen Euro vermelden - zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Commerzbank

Die zweitgrößte deutsche Privatbank geriet nach der riskanten Übernahme der Dresdner Bank mitten in der Finanzkrise in Turbulenzen. Der Staat sprang ein. Die direkten Staatshilfen haben die Frankfurter vor einigen Jahren zurückgezahlt. Der Bund ist mit rund 15 Prozent aber weiterhin größter Einzelaktionär der Commerzbank.

HRE

Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate war im Jahr 2008 fast kollabiert und musste mit staatlichen Milliardenhilfen aufgefangen werden, um den Finanzplatz Deutschland nicht zu gefährden. Ein Jahr später wurde die Bank notverstaatlicht. Die Altlasten wurden 2010 in eine Abwicklungsanstalt ausgelagert, die weiter im Staatsbesitz ist. Die profitable Kernbank Deutsche Pfandbriefbank kam 2015 an die Börse, doch blieb der Bund Großaktionär.

HSH Nordbank

Die Landesbank geriet 2008 in den Strudel der Finanzkrise und musste von den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gerettet werden. Im Gegenzug für die Genehmigung milliardenschwerer Ländergarantien setzte die EU-Kommission den Verkauf des Instituts bis 2018 durch.

IKB

Die IKB Deutsche Industriebank war eines der ersten Opfer der Krise. Sie verspekulierte sich mit US-Hypotheken und wurde 2007 von der staatlichen Förderbank KfW, dem Bund und anderen Banken mit Milliarden gerettet. 2008 übernahm der US-Finanzinvestor Lone Star die Mehrheit an der IKB.

LBBW

Die Eigner - das Land Baden-Württemberg, die Sparkassen im Südwesten und die Stadt Stuttgart - stützten das Institut 2009 mit einer milliardenschweren Kapitalspritze und Bürgschaften. Als Auflage für die Hilfen verordnete die EU der Bank eine Schrumpfkur und einen strengen Sparkurs. Inzwischen ist das Institut wieder auf Kurs.

SachsenLB

Das Institut stand im Sommer 2007 wegen fragwürdiger Kreditgeschäfte in Milliardenhöhe am Rand des Abgrunds. Die Bank wurde an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) notverkauft.

WestLB

Die einst größte deutsche Landesbank ist mittlerweile Geschichte. Das Institut war durch Fehlspekulationen tief in die roten Zahlen gerutscht und musste von ihren Eigentümern - dem Land NRW und den Sparkassen - mit Milliarden gestützt werden. Im Gegenzug verlangten die EU-Wettbewerbshüter eine Zerschlagung. Mitte 2012 wurde der Düsseldorfer Konzern aufgespalten. Das Sparkassengeschäft übernahm die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Wegen der guten Konjunktur konnte die BayernLB von Januar bis Ende März zudem erneut mehr Wertberichtigungen auflösen, als sie Geld für faule Kredite zurücklegen musste – unter dem Strich stand ein Plus von 95 Millionen Euro nach 15 Millionen Euro vor Jahresfrist. Zudem schnellte das Ergebnis der Finanzmarkt-Sparte um 117 Millionen Euro nach oben, unter anderem wegen des steigenden Werts von Derivaten in der eigenen Bilanz. Außerdem konnte sich die Bank dank einer besseren Bonitätsnote von der Ratingagentur Moody's billiger refinanzieren. „Der Gewinn hängt immer auch vom Einkauf ab“, betonte Finanzchef Wiegelmann. „Und der Geldeinkauf ist für die Bank deutlich günstiger geworden.“

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