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14.10.2016

15:46 Uhr

Quartalsbilanz der US-Banken

Drei Großbanken, drei Milliardengewinne

Die Geschäfte der US-Häuser können sich sehen lassen. Während JP Morgan dank Investmentbanking boomt, überrascht selbst die skandalerschütterte Wells Fargo positiv. Auch bei der Citigroup läuft es besser als erwartet.

Der US-Marktführer legt gute Zahlen vor. Reuters

JP Morgan & Chase in New York

Der US-Marktführer legt gute Zahlen vor.

Viel Licht und wenig Schatten – die ersten Zahlen im Berichtsreigen der US-Banken können sich sehen lassen. Auch wenn sie unterschiedlich stark ausfielen, präsentierten alle drei Geldhäuser, die am Freitag ihre Bücher öffneten, Milliardengewinne. Als erstes veröffentlichte JP Morgan, die Nummer eine der Branche, ihre Zahlen für das drittel Quartal. Die fielen dank eines überragenden Investmentbankings mit 6,3 Milliarden Dollar Vorsteuergewinn unerwartet stark aus. Kurz darauf folgte Skandal-Bank Wells Fargo, die mit 5,6 Milliarden Dollar zwar einen Gewinnrückgang vermeldete, doch blieb dieser hinter den Prognosen. Das gleiche auch bei der Citigroup, die 3,8 Milliarden ausweisen konnten.

Die Aktien des Trios legten an der Wall Street prompt zu. JP Morgan-Papiere gewannen 1,1 Prozent, Wells Fargo 0,2 Prozent und die Citigroup rückte 2,1 Prozent vor. Am Montag zieht die zweitgrößte Privatbank in den Staaten, die Bank Of America, mit dem Quartalsbericht nach. Von den starken Geschäftszahlen profitierten auch die europäischen Institute. In Frankfurt gehörte die Deutsche Bank mit einem Kursplus von 3,4 Prozent zu den stärksten Titeln. Das größte Geldhaus der Bundesrepublik legt seine Zahlen voraussichtlich am 27. Oktober vor. Experten rechnen mit einem Verlust von 600 Millionen Dollar.

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Im dritten Quartal verdiente JP Morgan nach eigenen Angaben vom Freitag unter dem Strich knapp 6,3 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen von Analysten deutlich. Der Gewinn lag zwar acht Prozent unter dem Vorjahreswert, der war jedoch von einem einmaligen Steuereffekt von 2,2 Milliarden Dollar positiv verzerrt.

Alle Sparten hätten nun gut abgeschnitten, sagte Vorstandschef Jamie Dimon. So habe das Investmentbanking etwa sein bestes Sommerquartal überhaupt gehabt. Das lag vor allem an einem starken Handelsgeschäft mit Anleihen. Die Gesamteinnahmen des Konzerns stiegen um 8,4 Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar.

Die von einem Skandal um fingierte Konten erschütterte Wells Fargo hingegen hat im dritten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Sie verdiente aber dennoch mehr als erwartet. Verglichen mit dem Vorjahreswert sank der Überschuss von 5,8 auf 5,6 Milliarden Dollar – was 5,1 Milliarden Euro entspricht –, wie das Geldhaus am Freitag mitteilte. Die gesamten Einnahmen legten um zwei Prozent auf 22,3 Milliarden Dollar zu.

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Nach dem Betrugsskandal um Schein-Konten bei Wells Fargo ist Vorstandschef John Stumpf zurückgetreten. Die einstige Vorzeigebank versucht damit einen Neuanfang. Doch über den Nachfolger herrscht bereits Empörung.

Wells Fargo, die im Gegensatz zu anderen US-Großbanken auf umfangreiches Investmentbanking verzichtet, galt nach der Finanzkrise lange als positive Ausnahmeerscheinung. Seit einigen Wochen hat das Institut jedoch seinen eigenen handfesten Skandal, über den erst vor zwei Tagen der erfolgsverwöhnte Bankchef John Stumpf stolperte: Wells Fargo musste einräumen, dass Mitarbeiter über Jahre in großem Stil unautorisierte Konten eingerichtet haben.

Die Banker sollen Kunden zu kostspieligen Finanzprodukten überredet haben, die diese weder angefordert noch gebraucht haben. Teilweise mussten sie dafür Gebühren zahlen. Die Mitarbeiter wollten offenbar anspruchsvolle Verkaufsziele erreichen. Dafür richteten sie 2,1 Millionen fingierte Konten ein. Die externen Prüfer fanden zudem rund 623.000 Kreditkarten-Konten, die niemals aktiviert wurden. Die Bank, die relativ glimpflich durch die Finanzkrise gekommen war, bekräftigte nun, im Privatkundengeschäft künftig keine Ziele mehr auszugeben.

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