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07.11.2013

08:29 Uhr

Quartalsergebnis

Commerzbank macht mehr Gewinn als Deutsche Bank

VonSebastian Ertinger, Martin Dowideit

Gerade einmal drei Millionen Euro Steuern musste die Commerzbank im dritten Quartal zahlen und konnte deswegen den Gewinn zum Vorjahr steigern. Der Überschuss übertrifft damit den des Frankfurter Erzrivalen.

Commerzbank-Chef Martin Blessing: Nach vielen Hiobsbotschaften keimt Hoffnung für das Geldhaus. dpa

Commerzbank-Chef Martin Blessing: Nach vielen Hiobsbotschaften keimt Hoffnung für das Geldhaus.

DüsseldorfDie Commerzbank kommt beim Abbau ihrer Bilanzrisiken voran. Der Nettogewinn stieg im dritten Quartal leicht auf 77 (Vorjahr: 67) Millionen Euro, vor allem weil die Steuerlast mit drei Millionen Euro um 115 Millionen Euro niedriger ausfiel als im Vorjahr. Mit dem Überschuss übertrifft die Commerzbank das Ergebnis der Deutschen Bank, die wegen drohender juristischer Vergleichszahlen hohe Rückstellungen hatte bilden müssen und nach Steuern 51 Millionen Euro von Juli bis September verdient hatte.

Die Commerzbank profitierte auch davon, mit ihren schrumpfenden Beständen an Schiffs-, Staats- und Immobilienkrediten weniger Verlust erwirtschaftet zu haben als ein Jahr zuvor. Der Gewinn vor Steuern halbierte sich bei bei der zweitgrößten deutschen Bank dagegen auf 103 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und soll im Schlussspurt des Jahres noch einmal weniger werden.

Vorstandschef Martin Blessing vertröstete die Aktionäre erneut: „Erste spürbare Erfolge der eingeleiteten strategischen Maßnahmen werden sich planmäßig erst mit Zeitverzögerung in unserer Ergebnisrechnung niederschlagen.“ Erste Auswirkungen der Initiativen etwa im Privatkundengeschäft seien aber sichtbar. Unter dem Strich bleibt nach neun Monaten ein Gewinn von 26 Millionen Euro – vor einem Jahr waren es fast 700 Millionen. Der Stellenabbau vor allem im Filialgeschäft und der Verkauf eines Pakets britischer Immobilienkredite verschlangen aber allein 650 Millionen Euro.

Diese deutschen Banken überprüft die EZB

Großbanken

Commerzbank
Deka-Bank (Spitzeninstitut der Sparkassen)
Deutsche Bank
DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volksbanken)
Hypo Real Estate Holding (Deutsche Pfandbriefbank)
SEB
WGZ Bank (2. Spitzeninstitut der Volksbanken)

Landesbanken

Bayerische Landesbank (BayernLB)
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Landesbank Berlin (LBB)
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Norddeutsche Landesbank (NordLB)
HSH Nordbank

Sparkassen/Genossenschaftsbanken

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Haspa Finanzholding (Hamburger Sparkasse)

Immobilienbanken

Aareal Bank
Münchener Hypothekenbank

Förderbanken

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Landwirtschaftliche Rentenbank
NRW.Bank

Sonstige Institute

Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft
Wüstenrot & Württembergische

Die Commerzbank-Aktie lag vorbörslich 2,9 Prozent im Plus. Die Ergebnisse entsprachen in etwa den Prognosen von Analysten. Börsianer hatten der Bank schon zuletzt große Vorschusslorbeeren gegeben. Die harte Kernkapitalquote nach den Basel-III-Regeln sei wegen der verkleinerten Bilanzsumme innerhalb von drei Monaten auf 8,6 von 8,4 Prozent gestiegen. „Damit haben wir die Stabilität der Bank weiter erhöht“, sagte Blessing.

In der Mittelstandsbank – dem Aushängeschild der Bank – läuft es weniger gut als vor einem Jahr. Die Rückstellungen für faule Kredite steigen, und die Commerzbank hat Schwierigkeiten, im erhofften Maß neue Kunden zu gewinnen. „Erst 2014 dürfte die unternehmerische Investitionstätigkeit der Kreditnachfrage wieder moderate Impulse geben“, heißt es im Quartalsbericht. Im Privatkundengeschäft gewann die Bank im dritten Quartal weitere 82.000 Kunden, seit Jahresbeginn seien 180.000 hinzugekommen. Trotz der Belastungen aus dem Umbau schrieb die Sparte mit 42 Millionen Euro schwarze Zahlen und verbesserte sich etwas gegenüber dem Vorjahr.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

07.11.2013, 08:33 Uhr

und wieviel zahlt die Commerzbank jetzt den deutschen Steuerzahlern zurück? Immerhin wurde diese Bank mit Steuergeldern gerettet.

Buerger

07.11.2013, 08:52 Uhr

Insgesamt hat die CoBa bereits 14,5 Mrd von 18 Mrd. zurück gezahlt. Die verbliebene Unterstützung durch den Staat besteht in Form einer Aktienbeteiligung. Die CoBa hat somit NICHTS mehr zurück zu zahlen.
Einzig verbliebener Kritikipunkt ist, dass das Aktienpaket leider nur noch ca. 1 Mrd. wert ist. Hier kann man als Bürger nur auf steigende Kurse der CoBa hoffen, damit der Staat irgendwann mit wenig oder keinem Verlust rauskommt. Das allseits so beliebte CoBa-Bashing ist in dem Zusammenhang äußerst contraproduktiv

DieRaute

07.11.2013, 08:57 Uhr

Die Bank hat doch bereits die Mittel, die sie erhalten hat, zurückgezahlt. Meines Wissens hält der Staat jetzt nur noch Aktien der Commerzbank!

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