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30.07.2013

07:00 Uhr

Quartalsergebnis

UBS nach Gewinnanstieg zurückhaltend

Wie die Deutsche Bank muss auch die Schweizer Großbank UBS hohe Rechtskosten schultern, dennoch steigt der Gewinn. Doch die Zukunft ist nicht ganz so rosig: Wegen der ungelösten Eurokrise rechnet das Haus mit Gegenwind.

Die Schweizer Großbank UBS zahlt über 800 Millionen für Rechtsfälle. dpa

Die Schweizer Großbank UBS zahlt über 800 Millionen für Rechtsfälle.

ZürichNach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal schätzt die Schweizer Großbank UBS die weiteren Aussichten zurückhaltend ein. Das Kundenvertrauen könnte im dritten Quartal unter der ungelösten Eurokrise und die durchzogenen weltweiten Wachstumsaussichten leiden, warnte das Zürcher Institut am Dienstag.

Ergebnisverbesserungen dürften unter den herrschenden Marktbedingungen unwahrscheinlich sein. Die Bank sprach von möglichem Druck auf das Ertragswachstum, die Nettozinsmargen und den Nettoneugeldzufluss. Trotz hoher Kosten für die Beilegung eines US-Rechtsstreits in den USA verdiente die UBS im zweiten Quartal mit 690 Millionen Franken (560 Millionen Euro) fast zwei Drittel mehr als vor einem Jahr.

Dank eines florierenden Aktienhandels steuerte das Investmentbanking mehr zum Gewinn bei als die traditionelle Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden. In diesem Geschäft sammelte die UBS Neugeld von 10,1 Milliarden Franken ein. Diese Eckwerte hatte Bank in Zusammenhang mit einem 885 Millionen Dollar teuren Vergleich über umstrittene Hypothekengeschäfte bereits vergangene Woche veröffentlicht.

Die empfindlichsten Strafen für Banken

Hohe Bußgelder

Geldwäsche oder Libor-Skandal – vielen Finanzhäusern drohen hohe Geldbußen. Eine Übersicht, wer schon happige Strafen zahlen musste.

Barclays

Die britische Bank Barclays hatte sich im Juni bereit erklärt rund 470 Millionen Dollar zu zahlen, um die Libor-Untersuchungen in Großbritannien und in den USA beizulegen.

Barclays II

Die US-Energiemarktaufsicht FERC forderte im Juli 2013 von der britischen Bank Barclays eine Rekordstrafe von 453 Millionen Dollar. Die Behörde warf dem Bankhaus vor, in den Jahren 2006 bis 2008 den Strommarkt manipuliert zu haben. Vier Barclays-Händler hätten die Preise am Strommarkt künstlich gedrückt, um am Derivatemarkt mit Wetten gegen steigende Strompreise abzusahnen.

Goldman Sachs

Die US-Bank stimmte einem 500 Millionen Dollar schweren Vergleich mit der US-Aufsicht SEC zu. Die SEC hatte der Großbank vorgeworfen, ein auf faulen Krediten basierendes Finanzprodukt in dem Moment aufgelegt zu haben, als der Immobilienmarkt in den USA abzustürzen begann.

ABN Amro

Die niederländische Bank ABN Amro zahlte wegen des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 500 Millionen Dollar.

Credit Suisse

Die Crédit Suisse muss wegen Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 536 Millionen Dollar Strafe zahlen.

ING

Die niederländische ING zahlte 619 Millionen Dollar. Sie soll für kubanische und iranische Kunden Milliarden durch das US-Finanzsystem geschleust haben.

Standard Chartered

Die britische Bank geriet wegen ihrer Iran-Geschäfte ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht DFS. Fast zehn Jahre lang soll fast zehn Jahre lang gegen die Sanktionen verstoßen haben und Geschäfte mit dem Iran abgewickelt haben. Die Bank hat die Vorwürfe zwar vehement abgestritten, dann stimmten die Briten doch einer Zahlung von 340 Millionen Dollar zu. Außerdem schloss die Bank einen Vergleich mit der US-Notenbank Fed, dem US-Justizministerium und der Staatsanwaltschaft Manhattan und zahlt noch einmal 330 Millionen Dollar, insgesamt also insgesamt 670 Millionen Dollar.

Royal Bank of Scotland

Die Royal Bank of Scotland zahlte eine Strafe von 500 Millionen Dollar. Sie soll über die niederländische Bank ABN Amro Geld für Kunden aus dem Iran, Libyen und Syrien gewaschen haben. Für die Verwicklung in den Libor-Skandal zahlt die Bank 615 Millionen Dollar an die Behörden in den USA und Großbritannien.

HSBC

Die Großbank hatte über Jahre hinweg mexikanischen Drogenbossen und saudi-arabischen Terrorfinanzierern bei der Geldwäsche geholfen. Die US-Behörden verdonnerten die Bank zu einer Strafe von rund 1,9 Milliarden Dollar.

UBS

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen des Libor-Skandals insgesamt Strafen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro (1,4 Milliarden Franken) an Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz. Die Strafzahlungen führen dazu, dass die UBS im vierten Quartal 2012 einen Reinverlust von bis zu 2,5 Milliarden Franken verbucht. Zudem zahlt die Bank 780 Millionen Dollar Strafe wegen Beihilfe zum Steuerbetrug.

UBS II

Im Juli 2013 einigt sich die Schweizer Großbank UBS mit US-Behörden, einen Streit über Hypothekenpapiere beizulegen. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2008. Die UBS zahlt 885 Millionen Dollar, ohne eine Schuld anzuerkennen.

Großvergleich in den USA

Mehrere Banken in den USA stimmten Anfang des Jahres einem mehr als 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zu. Zu den Finanzhäusern zählen Ally Financial, Bank of America, Citigroup, JP Morgan Chase sowie Wells Fargo. Bei dem Vergleich geht es um Forderungen aus Hypothekenkrediten.

(Quelle: eigene Recherche, Stand Dezember 2012)

Die im Zuge der Finanzkrise an die Schweizerischer Nationalbank (SNB) ausgelagerte "Bad Bank" soll bis Jahresende zurückgekauft werden. Wie die SNB am Dienstag mitteilte, geht sie davon aus, dass die UBS die Kaufoption zur Übernahme der Stabilisierungsfonds (StabFund) genannten Zweckgesellschaft ausüben werde.

Im Herbst 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hatte die SNB von UBS Wertpapiere im Volumen von rund 39 Milliarden Dollar übernommen und in den eigens für diesen Zweck gegründeten StabFund eingebracht. In dem Fonds lagen vor allem Anleihen, die mit Hypotheken auf amerikanischen Wohn- und Gewerbeimmobilien unterlegt waren und im Zuge der Krise nicht mehr handelbar waren.

Im Gegenzug erhielt die UBS ein Darlehen, das maßgeblich zum Überleben der größten Schweizer Bank beitrug. Mit den Einkünften des StabFund aus Portfolio-Verkäufen und Zinszahlungen wurde das Darlehen schrittweise zurückgezahlt. Den Angaben der SNB zufolge werde das noch ausstehende Darlehen in Kürze getilgt werden können. Nach der vollständigen Rückzahlung hat die Bank der Vereinbarung zufolge sechs Monate Zeit, die Zweckgesellschaft zu übernehmen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Brunel

30.07.2013, 10:30 Uhr

Bin nun gespannt auf die Kommentare der Linken, welche nie müde wurden zu behaupten, der Staat hätte 60 Mrd für eine marode Bank verlocht.

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