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27.01.2009

06:52 Uhr

Quartalsergebnisse

American Express erneut mit Gewinneinbruch

Neue Schreckensmeldung aus der Finanzbranche: American Express hat im vierten Quartal 2008 einen scharfen Gewinneinbruch erlitten. Der US-Kreditkartenkonzern leidet unter dem rauhen Marktumfeld. Und es dürfte noch schlimmer werden. Aber an der Börse macht sich Zweckoptimismus breit: Die Aktie steigt nachbörslich.

Kreditkarten von American Express: Miserables Quartalsergebnis. Foto: Reuters Quelle: Reuters

Kreditkarten von American Express: Miserables Quartalsergebnis. Foto: Reuters

HB NEW YORK. Der Überschuss von American Express fiel um fast 80 Prozent auf 172 Mio. Dollar (131 Mio Euro). Die Erträge sanken angesichts sinkender Ausgaben der Kartenkunden um elf Prozent auf 6,5 Mrd. Dollar, wie American Express am Montagabend nach US-Börsenschluss in New York mitteilte.

Das Marktumfeld sei so rauh wie seit Jahrzehnten nicht, sagte Konzernchef Kenneth Chenault. Er rechnet mit noch mehr faulen Krediten und Zahlungsausfällen bei Kartenrechnungen. Viele Amerikaner sitzen in einer Schuldenfalle. Sie schichten Rückstände nur noch von einer Karte auf die nächste um, weil sie die hohen Zinsen nicht bezahlen können.

American Express (Amex) musste sich erst kürzlich eine Milliarden-Finanzspritze des Staates holen. Wegen der Krise baut der Konzern derzeit zehn Prozent der Stellen ab. Dies belastete den Überschuss zuletzt zusätzlich. Im Vorjahr hatte Amex zudem durch eine Vergleichszahlung des Rivalen Visa einen hohen Einmalgewinn erzielt.

Im Gesamtjahr brach der Gewinn von Amex um gut ein Drittel auf 2,6 Mrd. Dollar ein. Die Erträge wuchsen leicht um drei Prozent auf 28,4 Mrd. Dollar. Die Marktführer Visa und Mastercard legen ihre Zahlen in der nächsten Woche vor. Sie leiden bisher weit weniger als Amex unter der Krise. Denn sie tragen das Risiko unbezahlter Kreditkartenschulden nicht selbst, es liegt stattdessen bei ihren Mitgliedsbanken.

Mit den Zahlen für das Schlussquartal blieb Amex zwar hinter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten zurück. Einige Experten hatten allerdings ein noch weit schlechteres Ergebnis befürchtet. Die Aktie stieg nachbörslich nach ersten Verlusten um rund zwei Prozent. Zuvor war sie im Tagesverlauf um fünf Prozent auf 15,20 Dollar gefallen.

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