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16.04.2013

15:38 Uhr

Quartalsergebnisse

Goldman Sachs glänzt mit Überraschungsgewinn

VonSebastian Ertinger

Die großen US-Banken übertrumpfen sich zum Jahresauftakt mit Rekordmeldungen. Auch Goldman Sachs steigerte überraschend seinen Gewinn. Doch Experten warnen: Den Instituten bleibt kaum Spielraum für weiteres Wachstum.

Goldman-Sachs-Vorstandschef Lloyd Blankfein: Den US-Banken droht ein Ende der Erfolgsgeschichte. ap

Goldman-Sachs-Vorstandschef Lloyd Blankfein: Den US-Banken droht ein Ende der Erfolgsgeschichte.

New YorkDie US-Großbank Goldman Sachs legte ein überraschend hohen Gewinn für die ersten drei Monate des Jahres vor. Der Reingewinn kletterte im Vergleich zum Vorjahresquartal um sieben Prozent auf rund 2,3 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem Gewinn von 4,29 je Aktie. Analysten hatten nur mit einem Überschuss von 3,87 je Anteilsschein gerechnet. Die Einnahmen stiegen nur um ein Prozent auf 10,09 Milliarden Dollar.

Während die Zinserträge deutlich zurückgingen, brummten weite Teile des angestammten Geschäfts im Investment-Banking. Dort nahm die weltweite Nummer eins 36 Prozent mehr ein als ein Jahr zuvor. Die Vorbereitung und Absicherung von Anleihen und Krediten für Übernahmen sowie für Immobilienprojekte brachte Rekorderlöse.

Außerdem profitierte Goldman Sachs von den eigenen Beteiligungen an Banken und Unternehmen sowie Kredit-Engagements. Steigende Aktienkurse und geringere Risikoaufschläge brachten der Bank acht Prozent mehr als Anfang 2012. Mit zwei Milliarden Dollar waren die für Analysten schwer vorhersehbaren Engagements auf eigene Rechnung im Quartal zweitgrößter Ertragsbringer nach dem kundengetriebenen Handel, der um zehn Prozent einbrach, Goldman aber immer noch fast die Hälfte der Konzernerlöse eintrug. „Wir sind von unserer Leistung im ersten Quartal sehr angetan“, sagte Bankchef Lloyd Blankfein laut einer Mitteilung.

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Bei den sechs führenden Banken in den USA erwarten Analysten insgesamt deutliche Gewinnsteigerungen. Doch die seit mittlerweile 18 Monaten anhaltende Rally der Aktienkurse wird sich wohl trotzdem ihrem Ende zuneigen. Denn die Banken haben es nicht geschafft, im gleichen Maße die Erlöse zu steigern.

Auch die Goldman-Sachs-Konkurrenten Citigroup, JP Morgan Chase und Wells Fargo meldeten Rekordergebnisse zum Jahresauftakt. So erzielte die wertvollste US-Bank Wells Fargo im ersten Quartal den höchsten Gewinn der Firmengeschichte. Dank der Erholung am US-Häusermarkt verdiente das Institut mit Sitz San Francisco im ersten Quartal unterm Strich 5,2 Milliarden Dollar (4,0 Milliarden Euro). Das waren 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Konkurrent JP Morgan Chase wiederum hat im ersten Quartal ebenfalls einen Rekordgewinn eingefahren. Der Überschuss sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 33 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das größte Geldhaus der USA vergangene Woche mit.

Gehälter der Wall-Street-Größen

John Stumpf

Streng genommen ist John Stumpf kein Wall-Street-Banker. Doch mit einer Jahresvergütung von 19,3 Millionen Dollar hat Wells Fargo mit Hauptsitz an der Westküste der USA ihren Chef an die Spitze der Finanzindustrie katapultiert. Während Branchengrößen wie JP-Morgan-Chef Jamie Dimon Einbußen hinnehmen mussten, stieg das Einkommen von Stumpf 2012 um acht Prozent. Nach Rekordgewinnen im vergangenen Jahr stockte Wells Fargo Stumpfs Grundgehalt von 2,8 Millionen Dollar mit einem Bonus von vier Millionen Dollar und Aktien im Wert von 12,5 Millionen Dollar auf.

Brian Moynihan

Der Chef der Bank of America hat im Jahr 2012 stolze 12,1 Millionen Dollar verdient. Damit rückt er in die Liga der bestbezahlten Manager der US-Bankenwelt ein. Die Vergütung von Brian Moynihan stieg gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent. Doch die Spitzenverdiener, Loyd Blankfein von Goldman Sachs und John Stumpf von Wells Fargo, überholt er nicht überholen.

James Gorman

Morgan-Stanley-Chef James Gorman verdiente 2012 mit 9,75 Millionen Dollar sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Jamie Dimon

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, nimmt eine Halbierung seines Bonus für 2012 hin. Er kassiert 11,5 Millionen Dollar. Das Institut wurde von einem Händlerskandal erschüttert. Ein Mitarbeiter mit dem Spitznamen „Londoner Wal“ hatte mehr als sechs Milliarden Dollar verzockt.

Michael Corbat

Der neue Citigroup-Vorstandschef Michael Corbat streicht für 2012 ein sattes Gehalt von 11,5 Millionen US-Dollar ein. Corbat übernahm den Spitzenposten erst im Oktober vergangenen Jahres und stellte die Weichen für den Abbau von 11.000 Stellen.

Überraschungssieger war bislang die Citigroup. Vor allem dank guter Geschäfte im Investment-Banking fuhr die drittgrößte US-Bank im ersten Quartal 2013 einen Nettogewinn von 3,8 Milliarden Dollar ein - fast ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum und deutlich über dem, was Analysten erwartet hatten.

Doch mit Ausnahme der Citigroup schrumpfen bei den US-Banken die Erträge. Sie fielen bei JP Morgan auf 25,8 Milliarden Dollar nach 26,8 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Im vergangenen Jahr hatten noch Fehlspekulationen bei der größten US-Bank ein Loch von 6,2 Milliarden Dollar in die Bilanz gerissen. In dem Skandal hatten Londoner Händler der Bank in einem kleinen Segment des Kapitalmarkts ohne große Kontrollen riesige Handelspositionen aufgebaut. Einem JP-Morgan-Händler brachte dies den Spitznamen „Der Wal von London“ ein.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

16.04.2013, 16:13 Uhr

Na also, sind unsere Rettungsgelder doch noch angekommen.

JJJ

16.04.2013, 16:33 Uhr

"Experten warnen: Den Instituten bleibt kaum Spielraum für weiteres Wachstum"

Gerade deswegen hat die Finanzindustrie so einen Bullshit wie CDS und CDO`s wiederbelebt die seit dem Mittelalter verboten waren.

Kommt jetzt der nächste SHIT!!!!??????!!!!!!??????


Account gelöscht!

16.04.2013, 19:04 Uhr

Erst wenn Verbrecherbanden wie GoldmanSachs das Gedldruckprivileg aus den Händen geschlagen wird und deren Finanz"produkte" wegreguliert wird die Welt wieder ruhiger schlafen können

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