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19.10.2011

16:22 Uhr

Quartalszahlen

Anleger freuen sich über Gewinn von Morgan Stanley

Dank eines positiven Bilanzeffektes hat Morgan Stanley im dritten Quartal einen Milliardengewinn verbucht. Die US-Investmentbank übertraf die Erwartungen der Analysten.

Morgan Stanley am Times Square Buildung: Das Institut will den Aktienkurs stabilisieren. dapd

Morgan Stanley am Times Square Buildung: Das Institut will den Aktienkurs stabilisieren.

Nur ein positiver Bilanzeffekt hat Morgan Stanley im dritten Quartal zu einem Milliardengewinn verholfen. Die US-Investmentbank schrieb 3,4 Milliarden Dollar auf die eigenen Verbindlichkeiten in der Bilanz ab, weil deren Marktpreise fielen. Der Nettogewinn lag bei 2,2 Milliarden Dollar oder 1,15 Dollar je Aktie, wie die Bank am Mittwoch mitteilte. Mit diesem Ergebnis hat die Bank die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Aktie der US-Bank stieg nach der Eröffnung der New Yorker Stock Exchange (NYSE) zeitweise um mehr als drei Prozent.

Die 3,4 Milliarden Dollar aus der Neubewertung der alten Schulden stellen immerhin ein Drittel der Gesamteinnahmen (der sogenannten Erträge) von 9,9 Milliarden Dollar. Im operativen Geschäft - dem Handel, dem Investmentbanking und der Vermögensverwaltung - verzeichnete die Investmentbank im abgelaufenen Quartal Einbußen. Ohne den Buchungstrick wäre Morgan Stanley nur hauchdünn in der Gewinnzone gelandet. Im Vorjahreszeitraum hatte die Investmentbank unterm Strich 91 Millionen Dollar Verlust geschrieben.

Die Quartalssaison der amerikanischen Geldinstitute

JP Morgan

Der Gewinn von JP Morgan sank im dritten Quartal um vier Prozent. Der Nettogewinn betrug 4,3 Milliarden Dollar, im Vorjahreszeitraum waren es noch 4,4 Milliarden Dollar gewesen

Citigroup

Nach JP Morgan legt auch die US-Bank Citigroup ihre Zahlen am Montag vor. Analysten erwarten einen Anstieg des Gewinns um 19,5 Prozent auf 2,59 Milliarden Euro. Im Vergleich zum zweiten Quartal muss die Bank einen Gewinnrückgang von 22,4 Prozent hinnehmen.

Wells Fargo

Auch die viertgrößte US-Bank Wells Fargo hat am Montag über ihr vergangenes Quartal berichtet. Er schaffte seinen Gewinnsprung vor allem durch eine bessere Zahlungsmoral der Kreditnehmer und einen harten Sparkurs. Auf faule Kredite musste die Bank noch 2,6 Milliarden Dollar abschreiben und damit rund 1,5 Milliarden Dollar weniger als vor einem Jahr. Dies ließ den Gewinn um 22 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar hochschnellen. Wells Fargo ist der größte Kreditgeber für Wohnimmobilien in den USA. Allerdings machte die Bank insgesamt weniger Geschäft im dritten Quartal - die Erträge gingen um sechs Prozent auf 19,6 Milliarden Dollar zurück.

Bank of America

Die Bank of America berichtet am Dienstag über ihr abgelaufenes drittes Quartal. Analysten rechnen mit einem Gewinn von 2,85 Milliarden US-Dollar, das wären gerade einmal 3,5 Prozent mehr als noch im Vorjahreszeitraum.

Goldman Sachs

Ebenfalls am Dienstag legt Goldman Sachs seine Zahlen vor. Die US-Bank wird laut Analysteneinschätzungen für das dritte Quartal einen mickrigen Gewinn von 40 Millionen Euro ausweisen. Das entspräche einem Rückgang von 97,6 Prozent zum Vorjahresquartal und 96 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal.

Morgan Stanley

Als letzte große US-Bank hat Morgan Stanley am heutigen Mittwoch über die zurückliegenden drei Monate berichtet. Dank Bilanzeffekte lag der Nettogewinn bei 2,2 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor hatte ein gegenläufiger Bilanzeffekt Morgan Stanley noch in die Verlustzone abrutschen lassen.

Möglich wird der Kniff in der Buchführung ironischerweise dadurch, dass die Banken wegen der schlechteren Lage der Branche für geliehenes Geld höhere Risikoaufschläge bezahlen müssen. Morgan Stanley hat nun auch die schon länger bestehenden Kredite zu den aktuellen Bedingungen bewertet. Den Vorteil der alten Kreditkonditionen gegenüber den neuen schrieb sie sich gut - ganz legal. Auch andere Banken hatten bereits zu diesem Trick gegriffen, nicht jedoch in einem solchen Umfang wie Morgan Stanley.

Kommentare (7)

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OttoChilli

19.10.2011, 15:28 Uhr

Ich würde sagen, Griechenland besorgt sich schnellstens eine Banklizenz (so wie demnächst der Europäische Rettungsfonds), bilanziert seine Schulden zum halben Nennwert und hat auf einen Schlag eine saubere Bilanz. Gibts nicht? Gibts doch! Bei Papiergeld-Bennies Freunderln: Morgan Stanley, BofA, Citi...

Spaß beiseite.

Ich nehme an, Morgan Stanley und Konsorten bilanzieren nicht nur die eigenen Schulden zu den aktuell niedrigen Marktpreisen, sondern auch die "Vermögens"-Werte wie Hypothekenanleihen und insbesondere den direkten Bestand an leerstehenden Immobilien, welche nicht am Markt feilgeboten werden, um die Preise nicht noch weiter zu drücken? Ja, ist das so? Werden die Vermögenswerte nicht mehr "Mark-To-Fantasy" bilanziert, sondern "Mark-To-Market"? Na, dann ists ja gut... übrigens ein sehr gutes Recherchethema für aufstrebende Wirtschaftsblätter, die nicht immer nur dem Mainstream hinterherlaufen wollen.

wir

19.10.2011, 15:46 Uhr

kein Wunder,
diese Zockerbanken sind der Abschaum der Menschheit, denn sie bringen uns nix, außer Krisen und Niedergang unserer Wirtschaft.

Am besten wir schmeißen diese Zockerbanken auf den Müll und stützen damit die normalen Banken, die sich um spareinlagen udn Kredite und den normalen Zahlungsverkehr kümmern.

99% aller Geld-Transaktionen sind rene Zocker (Investment)Überweisungen

1% ist herkömmliches Banking udn regelt alles, was wir in der Wirtschaft brauchen.

Account gelöscht!

19.10.2011, 16:03 Uhr

Geniale Bilanzierung. Wenn ich meinen Laden also vor die Wand fahre und demzufolge die Kurse meiner begebenen Anleihen Richtung 0 sinken, dann weise ich meine gesamten Schulden als Jahresgewinn aus ! Also Banker dieser Welt: Strebt das Rating "D" an. Euer Aktienkurs wird duch die Decke gehen......:-))))

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