Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.04.2012

13:22 Uhr

Quartalszahlen

Banco Santander mit Milliardengewinn

Die wertvollste Bank der Euro-Zone, Banco Santander, hat im ersten Quartal 2012 deutlich weniger verdient als ein Jahr zuvor. Es war zwar mehr als erwartet. Doch es lauern erhebliche Risiken in der Bilanz.

Die Banco Santander (im Bild Chef Emilio Botin) hat im ersten Quartal besser verdient als erwartet. dpa

Die Banco Santander (im Bild Chef Emilio Botin) hat im ersten Quartal besser verdient als erwartet.

Madrid/London,Europas Schuldenkrise und die miserable Wirtschaftslage in Spanien schnüren der Bankenbranche des Landes immer mehr die Luft ab. Eine Risikovorsorge in Milliardenhöhe für faule Kredite brockten der Großbank Santander zum Jahresauftakt einen Gewinnrückgang von fast einem Viertel auf 1,6 Milliarden Euro ein, wie das größte Geldhaus der Euro-Zone am Donnerstag mitteilte. Dabei stünden Abschreibungen von rund einer Milliarde Euro auf Geschäfte im spanischen Häusermarkt noch aus, sagte Santander-Chef Alfredo Saenz.

Die Finanzmärkte blicken nervös auf Spaniens Banken, die mit den Folgen des kollabierten Immobilienmarktes und steigenden Kreditausfällen in der gegenwärtigen Rezession zu kämpfen haben. Unter dem Druck der hohen Arbeitslosigkeit und des Abschwungs können immer mehr spanische Unternehmen und Privatpersonen ihre Kredite nicht bedienen.

In den Santander-Büchern stieg der Anteil fauler Kredite deshalb bis Ende März auf fast vier Prozent, wie die Bank weiter mitteilte. Für solche Problemkredite stellte das Institut im ersten Vierteljahr 3,1 Milliarden Euro zurück. Die Abschreibungen von einer Milliarde Euro für problematische Immobilienkredite seien im Verlauf des Jahres geplant.

Santander-Aktien gaben 4,6 Prozent nach. Barclays-Papiere notierten 0,3 Prozent leichter.

Santander konnte die Probleme in der Heimat nur mit guten Geschäften in anderen Märkten wie Lateinamerika etwas ausgleichen. Vom jüngsten Comeback des Investmentbankings konnte die Bank dagegen kaum profitieren, da sie in dieser Sparte kaum vertreten ist. Die schwache Konjunktur in Europa macht auch anderen Branchengrößen zu schaffen. So half das Investmentbanking zwar der Deutschen Bank und der britischen Barclays auf die
Sprünge. Doch mit 1,9 Milliarden Euro vor Steuern verdiente der deutsche Branchenprimus im ersten Quartal deutlich weniger als erwartet.

Barclays konnte den Markt zwar mit einem Gewinnplus von mehr als einem Fünftel auf umgerechnet knapp drei Milliarden Euro positiv überraschen. Allerdings warnten die Briten sofort vor zu großer Euphorie: Wegen des schwierigen Umfelds sei es noch zu früh für eine Trendmeldung. Der Markt bleibe schwierig und wechselhaft, sagte Barclays-Chef Bob Diamond. Die Wirtschaft wachse weltweit nur zögerlich und die Zinsen blieben in den
Industriestaaten am Boden. „Das ist kein robustes Umfeld.“

Gerade in Spanien bleiben die Probleme besonders groß. So wird das Euro-Land einer am Donnerstag veröffentlichten Reuters-Umfrage zufolge seine Haushaltsziele in diesem und im nächsten Jahr klar verfehlen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) versuchte dagegen, mit Blick auf die Bankenbranche Spaniens die Wogen zu glätten: Die Geldhäuser hätten ausreichend Kapital, um die Rezession auszuhalten, erklärte der IWF am Mittwoch. Die Europäische Zentralbank setzt sich dagegen einem Zeitungsbericht zufolge bereits für direkte Hilfen des Rettungsfonds ESM an Banken ein. Notenbanker und Euro-Staaten arbeiteten auf höchster Ebene an einer entsprechenden Initiative, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Donnerstag.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×