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04.11.2016

07:48 Uhr

Quartalszahlen besser als erwartet

Privatkunden federn Commerzbank-Verlust ab

Die Commerzbank hat wie erwartet rote Zahlen für das dritte Quartal 2016 veröffentlicht. Sie fielen aber weniger dramatisch aus, als von Analysten erwartet. Als Stütze erwies sich wieder einmal das Privatkundengeschäft.

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FrankfurtDer bevorstehende Radikalumbau hat die Commerzbank im dritten Quartal wie erwartet in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 288 Millionen Euro, wie das Institut am Freitag in Frankfurt mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte die Bank 235 Millionen Euro verdient.

Der Verlust fiel allerdings deutlich niedriger aus als Analysten geschätzt hatten. Grund für das Minus sind vor allem Abschreibungen von 627 Millionen Euro auf den Firmenwert der ehemaligen Dresdner Bank wegen der Zusammenlegung der Investmentbank mit dem Mittelstandsgeschäft, wie die zweitgrößte deutsche Bank am Freitag mitteilte. Zudem belastete eine höhere Risikovorsorge wegen des schwierigen Geschäfts mit Schiffskrediten.

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Nach neun Monaten steht ein Gewinn von 96 (Vorjahr: 891) Millionen Euro zu Buche, auch für das Gesamtjahr erwartet die Commerzbank schwarze Zahlen. Die harte Kernkapitalquote soll zum Jahresende wieder auf zwölf Prozent steigen. Bis Ende September hat die Bank bereits 11,8 (Ende Juni: 11,5) Prozent geschafft.

Im Tagesgeschäft lief es besser als gedacht. So ging der operative Gewinn lediglich um fünf Prozent auf 429 Millionen Euro zurück. Als Stütze erwies sich wieder einmal das Privatkundengeschäft, das den Folgen der Niedrigzinsen besser als erwartet trotzte. Das teilverstaatlichte Institut hatte Ende September erklärt, das Quartalsergebnis werde wegen geringerer Handelsaktivitäten durch Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe belastet.

Der seit Mai amtierende Konzernchef Martin Zielke baut die Bank radikal um: Bis zum Jahr 2020 sollen 9600 der zuletzt gut 45.000 Vollzeitstellen gestrichen werden. Zugleich will die Commerzbank 2300 neue Arbeitsplätze in Einheiten im In- und Ausland schaffen. Einen Schub verspricht sich das Institut von der Konzentration auf die zwei Geschäftsbereiche Privatkunden sowie Firmenkunden.

Zehn größte Banken Deutschlands (nach Bilanzsumme Ende 2015)

Platz 10

Postbank

Bilanzsumme: 149 Milliarden Euro

Platz 9

Helaba

Bilanzsumme: 172 Milliarden Euro

Platz 8

NordLB

Bilanzsumme: 182 Milliarden Euro

Platz 7

BayernLB

Bilanzsumme: 224 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Bilanzsumme: 234 Milliarden Euro

Platz 5

Hypovereinsbank

Bilanzsumme: 314 Milliarden Euro

Platz 4

DZ- und WGZ-Bank

Bilanzsumme: 498 Milliarden Euro

Davon entfallen etwa 400 Milliarden auf die DZ-Bank und ungefähr 95 Milliarden auf die WGZ-Bank. Am 19. November 2015 wurde bekannt, dass die beiden Genossenschaftsbanken fusionieren.

Platz 3

KfW-Bankengruppe

Bilanzsumme: 503 Milliarden Euro

Platz 2

Commerzbank

Bilanzsumme: 536 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Bank

Bilanzsumme: 1.740 Milliarden Euro

Der langjährige Privatkundenchef Zielke hatte im Frühjahr Martin Blessing nach fast genau acht Jahren an der Konzernspitze abgelöst. Blessing hatte sich mit einem Milliardengewinn und der ersten Dividende seit 2007 verabschiedet. Die Euphorie wich schnell: Der neue Vorstand hat eine Gewinnausschüttung für die Aktionäre für die nächsten Jahre gestrichen.

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