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04.11.2011

13:36 Uhr

Quartalszahlen

Commerzbank verordnet sich drastische Schrumpfkur

Neuer Tiefschlag für die Commerzbank: Die Schuldenkrise bringt ihr einen empfindlichen Quartalsverlust, die Prognose fürs Gesamtjahr ist hinfällig. Als Reaktion will die Bank ihre Risiken eindämmen.

Zentrale der Commerzbank in Frankfurt: Das Institut stellt riskante Geschäftsfelder auf den Prüfstand. Reuters

Zentrale der Commerzbank in Frankfurt: Das Institut stellt riskante Geschäftsfelder auf den Prüfstand.

FrankfurtDie Commerzbank will ihre verlustreichen Sparten drastisch eindampfen, um nicht zum dritten Mal seit der Finanzkrise den Staat anzapfen zu müssen. Der Immobilien- und Staatsfinanzierer Eurohypo soll das Neugeschäft zeitweise ganz einstellen, auch das Kreditneugeschäft ohne Bezug zu Deutschland und Polen soll vorerst eingestellt werden, teilte die Bank am Freitag in Frankfurt mit.

Außer dem Internet-Broker Comdirect und der florierenden BRE Bank in Polen stehen alle Beteiligungen auf dem Prüfstand. Damit sollen die Risiken in der Bilanz um weitere 30 Milliarden Euro gesenkt werden, damit die Bank bis dahin die fehlenden 2,9 Milliarden Euro Eigenkapital wettmachen kann. Sie hatte im Frühjahr einen Großteil ihrer mehr als 18 Milliarden Euro Staatshilfen zurückgezahlt.

Die Griechenland-Krise hat die teilverstaatlichte Commerzbank voll erwischt. Das zweitgrößte deutsche Geldhaus rutschte im dritten Quartal wegen neuer Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen tief ins Minus. Bank-Chef Martin Blessing muss seine Prognosen zurücknehmen - auch wegen Problemen im Kerngeschäft.

Vor allem im Investmentbanking musste die Commerzbank Federn lassen, blieb aber im Unterschied zu vielen Konkurrenten knapp in den schwarzen Zahlen.

Zudem stoppt die Commerzbank das Neugeschäft bei der Problemtochter Eurohypo, die wegen der erhaltenen Staatshilfen in den kommenden Jahren verkauft werden muss. Blessing will so die Risiken verringern. Doch das reicht nicht aus, um die in der vergangenen Woche neu beschlossenen härteren Kapitalvorschriften für große europäische Banken zu erfüllen.

Die in der Krise vom Steuerzahler mit Milliarden gerettete Bank korrigierte den Wert ihrer griechischen Staatsanleihen um weitere 798 Millionen Euro nach unten. Bereits im zweiten Quartal hatte das Institut ein Viertel des Wertes abgeschrieben und dafür eine Belastung von 760 Millionen Euro verbucht. Grund für die neue Abwertung ist die Ankündigung der Finanzbranche beim jüngsten Euro-Gipfel, freiwillig bei einem 50-prozentigen Schuldenschnitt für Griechenland mitzumachen.

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

04.11.2011, 07:36 Uhr

Banken mit dem Staat an Board scheinen nicht der Renner zu sein. Und nur eine 1/2 Million als Gehalt fuer "Verlustbringer" - auch nicht schlecht.

bankenliebchen

04.11.2011, 07:45 Uhr

blödsinn ,die deutschen steuerzahler hamn die deutsche bank indirekt mit 40 milliarden subventioniert und diese macht immer noch gewinn und gibt die milliarden als boni teilweise
sogar an ihre leitenden manager weiter.

ich hoffe,daß diese sozialistische maßnahme der bundesregierung den geist des hauses deutsche bank nicht beschädigt.

Poolliter

04.11.2011, 07:52 Uhr

Jeder der meint, dass er mehr "wert" ist als 500.000.- € Jahresgehalt ist wegen Größenwahns eigentlcih ein Fall für den Psychiater

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