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28.07.2011

19:25 Uhr

Quartalszahlen

Deutsche Börse erleidet Umsatzrückgang

Der Börsenbetreiber hat die Analystenerwartungen im zweiten Quartal verfehlt. Vor der Fusion mit der New Yorker Börse stieg der Gewinn nicht so stark, wie erwartet.

Reto Francioni, Chef der Deutschen Börse AG. Quelle: Reuters

Reto Francioni, Chef der Deutschen Börse AG.

FrankfurtMitten in den Vorbereitungen für die Fusion mit der New Yorker Nyse muss die Deutsche Börse einen Umsatzrückgang verkraften. Im zweiten Quartal fielen die Umsatzerlöse auf 528,6 (Vorjahr: 564) Millionen Euro, wie der Frankfurter Marktbetreiber am Donnerstag mitteilte.

Zur Begründung verwies der Konzern auf die hohen Vergleichszahlen: Vor einem Jahr hatte die Staatsverschuldung Griechenlands und einiger anderer europäischer Staaten erstmals für Unruhe an den Börsen gesorgt, viele Investoren hatten damals ihre Portfolios umgeschichtet. Dagegen hielten sie sich in diesem Jahr zurück - trotz oder gerade wegen der anhaltenden Probleme. Manche Experten hatten damit schon gerechnet, dennoch lag die durchschnittliche Analystenschätzung mit 555 Millionen Euro deutlich über der gemeldeten Zahl.

In den drei wichtigsten Sparten des Konzerns gingen die Umsatzerlöse zurück: Auf Xetra sanken sie auf 66 (71) Millionen Euro, bei der Derivatetochter Eurex auf 219 (246) Millionen. Die Luxemburger Sparte Clearstream verbuchte 185 (192) Millionen.

Mit Hilfe von Einsparungen konnte der Konzern dennoch einen Gewinnanstieg vermelden: „Auch im zweiten Quartal 2011 haben wir unsere strikte Kostendisziplin fortgesetzt“, erklärte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer. „In Verbindung mit einem leichten Anstieg der Umsatzerlöse ergibt sich damit ein deutlicher Anstieg des Ergebnisses im ersten Halbjahr.“

Auf Quartalssicht erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um sieben Prozent auf 276,5 Millionen, während die Gesamtkosten des Konzerns um fast ein Fünftel auf 289,2 Millionen Euro zurückgingen. Unter dem Strich blieb so ein Überschuss von 178,8 (161) Millionen Euro - obwohl die Kosten für die geplante Fusion mit dem Betreiber der Wall Street bereits mit 18,8 Millionen Euro zu Buche schlugen.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Thomas-Melber-Stuttgart

28.07.2011, 21:51 Uhr

Wenn diese Börse quasi hoheitliche Aufgaben - Kursfeststellung, u.a. - übernimmt, weshalb ist sie dann privatrechtlich organisiert?

Account gelöscht!

28.07.2011, 22:11 Uhr

mit mifid endeten die "hoheitliche aufgaben" endlich auch in deutschland.
im übrigen, sind fast alle börsen weltweit mehrheitlich in privaten händen, selbst aktien gelistet und befinden sich in einem permanenten wettbewerb.

Account gelöscht!

28.07.2011, 22:48 Uhr

Wie kann man nur so kurzsichtig sein, und mit der NYSE fusionieren, das wird doch alles zu unseren Lasten gehen, wenns dort crasht. Diese Leute handeln immer unverantwortlicher.

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