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15.01.2009

11:47 Uhr

Quartalszahlen

Für US-Banken beginnt Horror-Bilanzsaison

Heute Mittag legt JP Morgan, die nach Bilanzsumme zweitgrößte Bank der USA, die Zahlen für das vierte Quartal vor. Es ist der Beginn der Bilanzsaison, die für eine Reihe von historisch schlechten Nachrichten sorgen dürfte. Bei der Citigroup erwarten Experten am Freitag sogar einen Verlust von zehn Milliarden Dollar.

JP Morgan macht den Anfang bei der Bilanzsaison der US-Banken. Foto: Reuters Quelle: Reuters

JP Morgan macht den Anfang bei der Bilanzsaison der US-Banken. Foto: Reuters

bas/HB NEW YORK. Der Chef der US-Bank JP Morgan, Jamie Dimon, verbreitet kurz vor Bekanntgabe der Zahlen Pessimismus: Dimon rechnet in diesem Jahr mit einer weiteren Verschärfung der Finanz- und Wirtschaftskrise in den USA. „Das Schlimmste liegt noch nicht hinter uns“, sagte er der „Financial Times“.

Es sehe derzeit so aus, als würde sich die Wirtschaftslage im weiteren Jahresverlauf verschlechtern, sagte Dimon. Bei den Banken werde das Geschäft mit Privatkrediten und Kreditkarten betroffen sein. JP Morgan sei auf diese Verschlechterung vorbereitet, wenn sich das Geschäft allerdings noch schlechter entwickele als erwartet, seien weitere Sparmaßnahmen nicht auszuschließen.

Vor wenigen Wochen hatte Dimon auch für das vierte Quartal Schlimmes angekündigt: Der November sei ein "schrecklicher" Monat im Handelsgeschäft gewesen, und auch der Dezember laufe schlecht: "Es wird ein hartes Quartal." Dabei sei es schwer, die weitere Entwicklung vorherzusehen, betonte er. Es sei durchaus möglich, dass die Häuserpreise in den USA um weitere zehn oder 20 Prozent einbrechen. Mit etwas Glück könnten sich die Märkte nach zwei weiteren Quartalen wieder erholen.

Auch von der Citigroup ist nichts Gutes zu erwarten: Die drittgrößte US-Bank hat am Mittwoch die Präsentation ihrer Quartalszahlen auf Freitag vorgezogen. Das ist üblicherweise kein gutes Zeichen. Fachleute halten einen Rekordverlust von rund zehn Milliarden Dollar für möglich.

Die Aktie der Citigroup schloss am Mittwoch 23,2 Prozent tiefer. Hintergrund waren umfassende Umstrukturierungen der Bank. Die Ausgliederung der Vermögensverwaltung gilt nur als erster Schritt.

Citigroup-Vorstandschef Vikram Pandit hatte mit der Vermögensverwaltungssparte eines seiner Kronjuwelen ausgegliedert. Doch ihm blieb angesichts neuer Verlusterwartungen und Kapitalsorgen keine andere Wahl. Dabei ist der nach Tagen der Spekulationen nun offiziell gemachte Schritt nur der Anfang. Am Freitag werden zusammen mit den Zahlen für das vierte Quartal Details erwartet zu einer Strategiewende Pandits. Danach soll der Finanzriese mit mehr als zwei Billionen US-Dollar Bilanzsumme schnellstmöglich um rund ein Drittel schrumpfen, um zu überleben.

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