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13.07.2012

13:41 Uhr

Quartalszahlen

Handelsskandal kostet JP Morgan mehr als vier Milliarden Dollar

Fehlspekulationen haben bei JP Morgan ein Loch von 4,4 Milliarden Dollar vor Steuern gerissen. Dennoch bleibt unterm Strich im zweiten Quartal ein Gewinn - dafür fuhr die US-Bank allerdings ihre Risikovorsorge zurück.

Die US-Großbank JP Morgan meldet einen Gewinnrückgang. AFP

Die US-Großbank JP Morgan meldet einen Gewinnrückgang.

New YorkDie milliardenschweren Fehlspekulationen Londoner Händler haben bei der US-Großbank JP Morgan ein Loch von 4,4 Milliarden Dollar vor Steuern gerissen. Das teilte das Institut am Freitag mit. Trotz dieser Verluste schaffte die Bank im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 4,96 Milliarden Dollar - und blieb damit neun Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums (5,43 Milliarden).

Dabei halfen allerdings Sondereffekte: So konnte JP Morgan etwa einen Teil seiner milliardenschweren Risikovorsorge für Kreditausfälle auflösen. Ohne die Buchgewinne wäre das Ergebnis viel stärker eingebrochen.

Das bislang als Musterknabe unter den amerikanischen Geldhäusern geltende Institut hatte im Frühjahr mit hochriskanten Wetten Milliarden in den Sand gesetzt. Zunächst war von einem Schaden von „mindestens“ zwei Milliarden Dollar die Rede gewesen. Unter anderem hatte ein Händler mit dem Spitznamen „der Wal“ gigantische Handelspositionen aufgebaut, die am Ende nicht aufgingen.

Wegen der Handelsverluste musste nun auch das Ergebnis des ersten Quartals um knapp eine halbe Milliarde auf 4,92 Milliarden Dollar nach unten korrigiert werden, wie die Bank mitteilte. Die Kontrollmechanismen seien inzwischen aber deutlich verschärft und die Risiken in betreffenden Portfolien reduziert worden. JP Morgan galt bislang als Hort der Stabilität. Selbst in der Finanzkrise schrieb die Bank gute Gewinne.

Die JP-Morgan-Aktie gab vorbörslich knapp ein Prozent nach.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

13.07.2012, 13:36 Uhr

Am Besten, den Verlust bzw. die Schrottpapiere an europäische Töchter auslagern und als BadBank retten lassen.

Wir sind immer für Euch da!
Neu! Jetzt retten wir sogar mit Zwanganleihe!

hermaennle

13.07.2012, 13:53 Uhr

Es wird immer nur von JPM, also von denen die in diesem Fall gerade Verlust machen, geredet. Wäre es nicht angebracht auch mal über die "Wettpartner" zu sprechen, die ja dasselbe Risiko eingegangen sind, diesmal aber das bessere Ende für sich behalten haben. Wie heißen denn die Kameradinnen und Kameraden die gerade die 4 Mrd. einsacken?
Wenn wir demnächst schon per Zwangsanleihe "retten" dürfen, dann wollen wir doch wenigstens wissen wem wir mit unseren Almosen wieder auf die Beine helfen.

Oelblase

13.07.2012, 14:13 Uhr

So schaut es aus.

Ein zerstörerischer Parasit (genauer gesagt sind es eine Menge von Parasiten ==> Deutsche Bank, Goldman Sachs, JPM, Morgan Stanley, usw.) hat sich im Wirt eingenistet und wird den Wirt bis zu seinem baldigen "Tod" aussaugen.


Hans-Werner Sinn sollte besser nicht über die Merkel herziehen, sondern den Richtern im Bundesverfassungsgericht mal erklären wie das Spiel tatsächlich funktioniert. Die Richter werden dann sehen, dass die Ausweitung des Rettungsschirms zu einer globalen Katastrophe führen wird.


Wie sie dann entscheiden....das steht in den Sternen.
Der erweiterte Rettungsschirm ist aber offensichtlich eine teilweise Enteignung der europäischen Sparer und Steuerzahler zu Gunsten der Investmentbanken.

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