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24.04.2012

16:56 Uhr

Quartalszahlen

Sondereffekte machen Schweizer Banken zu schaffen

VonHolger Alich

Die Finanzkrise ist vorüber, besonders gut werden die Quartalszahlen der Schweizer Banken trotzdem nicht ausfallen: Die Neubewertung der eigenen Schulden überschattet die operative Erfolge bei UBS und Credit Suisse.

Bei 400 Millionen Franken dürfte der Quartalsverlust der Schweizer Credit Suisse betragen. Reuters

Bei 400 Millionen Franken dürfte der Quartalsverlust der Schweizer Credit Suisse betragen.

Die Finanzmärkte haben sich im ersten Quartal wieder deutlich erholt. Das dürfte sich auch im Zahlenwerk der beiden Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS bemerkbar machen. Bei beiden Banken drohen Sondereffekte eine Analyse ihrer Ergebnisse zu erschweren. Als erstes Institut legt morgen Credit Suisse (CS) ihre Quartalsergebnisse vor.

Vor allem die Neubewertung der eigenen Schulden wird bei Credit Suisse das Zahlenwerk kräftig durcheinanderwirbeln. Die Großbank hat Analysten bereits vorgewarnt, dass dieser rein bilanzielle Effekt den Gewinn mit 1,7 Milliarden Franken belasten wird. Daher rechnen die Analysten unter dem Strich mit einem Quartalsverlust von rund 400 Millionen Franken, dem die Finanzgemeinde wohl kaum Bedeutung beimessen wird.

Worum geht es? Die meisten Großbanken bewerten die von ihnen ausgebenen Schuldtitel zu Marktpreisen. Sinkt also der Wert der ausgegebenen Bank-Bonds an den Märkten, so sinkt der Wert der Schulden in der Bilanz – und der Gewinn steigt. Misstrauen die Anleger also der Bonität einer Bank und sinkt deshalb der Kurs ihrer Bonds, so wirkt das bei dem betreffenden Institut gewinnerhöhend.

Bei Credit Suisse sind nun im Zuge der Erholung die eigenen Schuldtitel im Wert gestiegen, entsprechend belastet dieser Wertanstieg im ersten Quartal den Nettogewinn. Hinzu kommen Kosten zur Umsetzung des geplanten Stellenabbaus. Rechnet man all diese Sondereffekte heraus, so erwarten Analysten einen bereinigten Vorsteuergewinn von etwa 1,9 Milliarden Franken – nach einem Verlust von knapp einer Milliarde im vierten Quartal und einem Gewinn von knapp zwei Milliarden Franken im ersten Quartal 2011.

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Stimmen die Prognosen, dann würde Credit Suisse im ersten Quartal operativ besser abschneiden als Lokalrivale UBS. Für die größte Schweizer Bank rechnen Analysten mit einem bereinigten Vorsteuergewinn von 1,8 Milliarden Franken. Die Zuversicht der Analysten mit Blick auf die Credit Suisse stützt sich auf die Quartalszahlen der US-Konkurrenz. Vor allem im Anleihegeschäft lief es besser als erwartet. Und da Credit Suisse dort ein größerer Spieler als UBS ist, dürfte die Erholung hier das CS-Zahlenwerk stärker beflügeln.

Mit Blick auf den Nettogewinn werden auch bei UBS eine Reihe Sonderfaktoren die Analyse erschweren – angefangen bei der Neubewertung der Schulden, über neue Berechnungsarten für die Pensionskasse bis hin zu den Restrukturierungskosten im Zuge der Verkleinerung der Investmentbank. Das ist ein Cocktail, der schwer zu prognostizieren ist. Derzeit rechnen Analysten bei UBS mit einem Nettogewinn von 1,2 Milliarden Franken. Das wäre wiederum deutlich besser als CS. Doch der Nettogewinn droht wegen all der Sondereffekte an Aussagekraft zu verlieren.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

24.04.2012, 17:04 Uhr

"Die Finanzkrise ist vorüber"
LOOOL was bitte? Die hat noch nicht mal richtig angefangen guter Mann :D

jeremias

24.04.2012, 17:19 Uhr

Wenn ein anständiger Kaufmann seine Schulden nicht zum Nominalwert (Rückzahlungsbetrag) in der Bilanz führt, wird er zu Recht als Betrüger bezeichnet. Bei den Banken ist alles anders! Spnnen wir, oder was ist los mit uns?

Gast

27.04.2012, 14:27 Uhr

"Die Finazkriese ist vorüber "
Von welchem Ausserirdischen und welchem Planeten dieses Universums stammt dieser Satz?

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