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19.01.2012

14:36 Uhr

Quartalszahlen

Spätfolgen der Finanzkrise drücken Morgan Stanley in die Verlustzone

Die Investmentbank hat im Schlussquartal rote Zahlen geschrieben. Der Grund: Ein milliardenschwerer Vergleich mit einem Anleiheversicherer belastet das Institut. Warum der Kurs im vorbörslichen Handel dennoch anzieht.

Morgan Stanley hat die Schuldenkrise zu spüren bekommen. ap

Morgan Stanley hat die Schuldenkrise zu spüren bekommen.

New YorkEin milliardenschwerer Vergleich hat die US-Investmentbank Morgan Stanley in die roten Zahlen gedrückt. Das Wall-Street-Haus hatte einen langen Streit um Hypothekenpapiere mit dem Anleiheversicherer MBIA beigelegt und dabei Zugeständnisse gemacht. Das sorgte nun im vierten Quartal für einen Verlust von unterm Strich 275 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte Morgan Stanley 600 Millionen Dollar verdient.

Dennoch sprang die Aktie am Donnerstag vorbörslich um mehr als fünf Prozent hoch. Die Kosten des Vergleichs waren bereits bekannt, und die Anleger hatten sogar mit einem noch höheren Minus gerechnet. Doch Morgan Stanley konnte mit seinem Tagesgeschäft dagegenhalten. Die Bank kam mit den Turbulenzen auf den Kapitalmärkten besser zurecht als gedacht.

Morgan Stanley habe Marktanteile gewonnen, erklärte Firmenchef James Gorman in New York. „Wir haben das Jahr in einer besseren Verfassung beendet als wir hineingegangen sind“, sagte Gorman und versprach weitere Fortschritte in diesem Jahr. Als Stütze in der Schuldenkrise hatte sich die Vermögensverwaltung für reiche Kunden erwiesen. Im Gesamtjahr musste Morgan Stanley dennoch einen Gewinneinbruch um 42 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar hinnehmen.

Morgan Stanley steht genauso wie der Erzrivale Goldman Sachs unter enormen Druck. Beiden Investmentbanken fehlt ein klassisches Privatkundengeschäft, um die Kapriolen auf den Finanzmärkten ausgleichen zu können. Erschwerend kam hinzu, dass Morgan Stanley länger als die Konkurrenz gebraucht hatte, um die Finanzkrise des Jahres 2008 zu verdauen.

Im dritten Quartal hatte nur ein positiver Bilanzeffekt Morgan Stanley noch zu einem Milliardengewinn verholfen. Die US-Investmentbank schrieb 3,4 Milliarden Dollar auf die eigenen Verbindlichkeiten in der Bilanz ab, weil deren Marktpreise fielen. Der Nettogewinn lag deshalb von Juli bis September bei 2,2 Milliarden Dollar oder 1,15 Dollar je Aktie.

Die 3,4 Milliarden Dollar aus der Neubewertung der alten Schulden stellten immerhin ein Drittel der Gesamteinnahmen im dritten Quartal von 9,9 Milliarden Dollar.

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Im operativen Geschäft - dem Handel, dem Investmentbanking und der Vermögensverwaltung - verzeichnete die Investmentbank jedoch Einbußen. Ohne den Buchungstrick wäre Morgan Stanley nur hauchdünn in der Gewinnzone gelandet.

Im Schlussquartal 2011 haben die US-Banken die Auswirkungen der Schuldenkrise zu spüren bekommen. Das größte Institut in den Vereinigten Staaten, JP Morgan, musste im vierten Quartal einen Gewinnrückgang von 20 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar hinnehmen. Bank-Chef Jamie Dimon bezeichnete das Ergebnis als „leicht enttäuschend“. Im Gesamtjahr gelang der Bank allerdings ein Rekordgewinn: Erwartungsgemäß stieg der Gewinn um neun Prozent auf 19 Milliarden Dollar.

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