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15.04.2013

16:30 Uhr

Quartalszahlen

Verhaltene Freude bei der Citigroup

Die US-Großbank verzeichnet zum Jahresauftakt zwar einen satten Gewinnsprung. Doch die Citigroup blickt verhalten auf das Gesamtjahr: „Wir werden im Jahresverlauf noch auf die Probe gestellt“, teilte das Geldhaus mit.

Citigorup-Logo an der New Yorker Börse: Trotz des guten Jahresauftakts blickt die Bank skeptisch in die Zukunft. Reuters

Citigorup-Logo an der New Yorker Börse: Trotz des guten Jahresauftakts blickt die Bank skeptisch in die Zukunft.

New YorkDie Citigroup stimmt trotz eines Gewinnsprungs im ersten Quartal 2013 vorsichtige Töne an. „Das Umfeld bleibt herausfordernd und wir sind uns sicher, dass wir im Jahresverlauf noch auf die Probe gestellt werden“, teilte die US-Großbank am Montag mit. In den ersten drei Monaten kletterte der Überschuss um 31 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Damit übertraf das Geldhaus die Erwartungen von Analysten. Die drittgrößte US-Bank profitierte vor allem davon, dass die Verluste mit faulen Kredite um ein Viertel zurückgingen. Börsianer jubelten: Die Aktie legte im frühen New Yorker Handel mehr als drei Prozent zu.

In den vergangenen Jahren war Citi noch überwiegend damit beschäftigt, Altlasten aufzuräumen und hinkte deshalb den heimischen Konkurrenten mit den Quartalsergebnissen regelmäßig hinterher. Nun zeichnen sich erste Erfolge der Restrukturierung ab. Angestoßen hat dies der neue Vorstandschef Michael Corbat, der im Oktober den langjährigen Konzernlenker Vikram Pandit abgelöst hat. Die Einnahmen, die bei JP Morgan im Auftaktquartal rückläufig waren, erhöhten sich bei Citi um drei Prozent auf 20,8 Milliarden Dollar. Zuwächse gab es vor allem im lukrativen Kapitalmarktgeschäft und dem Handel.

Gehälter der Wall-Street-Größen

John Stumpf

Streng genommen ist John Stumpf kein Wall-Street-Banker. Doch mit einer Jahresvergütung von 19,3 Millionen Dollar hat Wells Fargo mit Hauptsitz an der Westküste der USA ihren Chef an die Spitze der Finanzindustrie katapultiert. Während Branchengrößen wie JP-Morgan-Chef Jamie Dimon Einbußen hinnehmen mussten, stieg das Einkommen von Stumpf 2012 um acht Prozent. Nach Rekordgewinnen im vergangenen Jahr stockte Wells Fargo Stumpfs Grundgehalt von 2,8 Millionen Dollar mit einem Bonus von vier Millionen Dollar und Aktien im Wert von 12,5 Millionen Dollar auf.

Brian Moynihan

Der Chef der Bank of America hat im Jahr 2012 stolze 12,1 Millionen Dollar verdient. Damit rückt er in die Liga der bestbezahlten Manager der US-Bankenwelt ein. Die Vergütung von Brian Moynihan stieg gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent. Doch die Spitzenverdiener, Loyd Blankfein von Goldman Sachs und John Stumpf von Wells Fargo, überholt er nicht überholen.

James Gorman

Morgan-Stanley-Chef James Gorman verdiente 2012 mit 9,75 Millionen Dollar sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Jamie Dimon

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, nimmt eine Halbierung seines Bonus für 2012 hin. Er kassiert 11,5 Millionen Dollar. Das Institut wurde von einem Händlerskandal erschüttert. Ein Mitarbeiter mit dem Spitznamen „Londoner Wal“ hatte mehr als sechs Milliarden Dollar verzockt.

Michael Corbat

Der neue Citigroup-Vorstandschef Michael Corbat streicht für 2012 ein sattes Gehalt von 11,5 Millionen US-Dollar ein. Corbat übernahm den Spitzenposten erst im Oktober vergangenen Jahres und stellte die Weichen für den Abbau von 11.000 Stellen.

Dem Ergebnis half am Ende aber auch, dass Citi einen Teil seiner Risikovorsorge im Hypothekengeschäft auflösen konnte. Denn der US-Immobilienmarkt hat sich zuletzt deutlich erholt, wovon alle Banken profitieren. Ob sich das Wachstum in den kommenden Monaten in gleicher Geschwindigkeit fortsetzen wird – dahinter setzte Citi ein Fragezeichen.

Offenbar zahlt sich gerade für Citi auch die radikale Verschlankung auf ausgewählte, margenstarke Geschäftsbereiche aus. Diese Schrumpfkur geht mit dem Abbau von weltweit über 11.000 Stellen einher, ein Großteil davon im Privatkundengeschäft.

Allein in der Investmentbanking-Sparte, den Handel eingeschlossen, legten sie um über 30 Prozent auf knapp sieben Milliarden Dollar zu. Das lässt auch für die europäischen Wettbewerber hoffen. Die Deutsche Bank etwa, die ebenfalls stark auf das Kapitalmarktgeschäft setzt und zu den Schwergewichten im Anleihe-Handel zählt, präsentiert ihre Quartalszahlen am 30. April.

Auch bei der Kapitalausstattung stellte Citi den Konkurrenten JP Morgan dieses Mal in den Schatten: Die Kernkapitalquote nach den künftig verschärften Basel-III-Regeln lag per Ende März bei 9,3 Prozent, nachdem es Ende vergangenen Jahres 8,7 Prozent waren. JP Morgan hatte es nur auf 8,9 Prozent gebracht. Zwar ist noch offen, wann die USA das neue Regelwerk einführen und somit mit den Europäern gleichziehen.

Kommentare (1)

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so-ist-es

15.04.2013, 15:49 Uhr

Besser wäre es,
diese gesamte Bande käme endlich hinter Schloß und Riegel.
(...)

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