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25.05.2017

13:35 Uhr

R3-Chef David Rutter

„Goldman und JP Morgan kommen zurück“

VonFrank Wiebe

40 Großbanken haben sich zum Tech-Konsortium R3 verbündet. Firmenchef David Rutter verkündet nun eine erfolgreiche Finanzierungsrunde – und plant und den Ausbau der Plattform „Corda“ als Blockchain ohne Blocks.

Rutter ist überzeugt: „Goldman und JP Morgan kommen zurück, wenn unsere Plattform ein Erfolg wird. Dann können sie gar nicht daran vorbei gehen.“ dpa

JP Morgan

Rutter ist überzeugt: „Goldman und JP Morgan kommen zurück, wenn unsere Plattform ein Erfolg wird. Dann können sie gar nicht daran vorbei gehen.“

New YorkDavid Rutter strahlt vor Selbstbewusstsein, als er sich in einem Nebenraum der Consensus-Konferenz im Marriott-Hotel am Times Square zum Interview einfindet. Der Chef des Konsortiums R3 hat gerade unter seinen 40 Mitgliedern 107 Millionen Dollar an frischen Finanzmitteln eingesammelt. In den nächsten Wochen möchte er in einer zweiten Runde noch einen zweistelligen Millionenbetrag von außenstehenden Investoren aufbringen.

Rutter kann eine Erfolgsmeldung gut gebrauchen. Denn R3, ansässig, in New York hat in den vergangenen Monaten vor der eigenen Haustür zwei prominente Gründungs-Mitglieder verloren – zuerst Goldman Sachs und dann JP Morgan. „Das sind zwei mächtige Banken, die sind gewohnt, großen Einfluss zu haben, wo immer sie sich beteiligen“, sagt er. „Wir konnten ihnen das nicht bieten. Wir haben eine Vielzahl von Mitgliedern, zu je rund einem Drittel in Amerika, Europa und Asien.“

„2016 war das Jahr der Experimente.“ PR

David Rutter

„2016 war das Jahr der Experimente.“

Zumindest für Goldman deckt sich diese Einschätzung mit anderen Aussagen aus Finanzkreisen. Hinzu kommt, dass die beiden Geldhäuser eigene Wege suchen. JP Morgan etwa hat eine Blockchain mit dem Namen „Quorum“ entwickelt und Anfang der Woche Z-Cash als Partner für die Geheimhaltungsfragen gewonnen. Z-Cash ist bekannt für die gleichnamige virtuelle Währung, bei der Empfänger und Sender von Zahlungen nicht veröffentlicht werden, auch nicht in anonymisierter Form wie bei Bitcoins.

Rutter ist überzeugt: „Goldman und JP Morgan kommen zurück, wenn unsere Plattform ein Erfolg wird. Dann können sie gar nicht daran vorbei gehen.“ Dabei erläutert er, dass es drei Möglichkeiten gibt mit R3 zusammenzuarbeiten: als Kunden, Mitglieder und Investoren.

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Die Mitgliederliste umfasst Namen wie Bank of America (Bofa) und Wells Fargo in den USA, in Deutschland etwa die Deutsche Bank und die Commerzbank, außerdem internationale Konzerne wie Nomura, Mitsubishi Finance, UBS und HSBC. Bofa und HSBC gehören zusammen mit Intel Capital und dem Staatsfonds Temasek aus Singapur zu den Top-Investoren. Wenn der zweite Teil der laufenden Finanzierungsrunde geschafft ist, hat Rutter nach eigener Einschätzung genug Finanzmittel für die Zukunft: „Ich hoffe, dass ich nie mehr Geld einsammeln muss.“

R3 ist im September 2015 mit neun Mitgliedern gestartet. „2016 war das Jahr der Experimente“, erzählt Rutter. Im laufenden Jahr sollen die ersten Pilotprojekte beginnen, 2018 dann größere Anwendungen, und 2019 will er „substanzielle Neuerungen“ für die Finanzbranche durchgesetzt haben. Die Grundidee ist, mit einer gemeinsamen Plattform mit dem Namen „Corda“ die vertikalen Software-Silos der einzelnen Banken durch eine horizontale gemeinsame Basis zu ersetzen.

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Während sonst in der Branche meist der Handel und vor allem die Abwicklung von Wertpapieren als erstes Ziel für die Anwendung der Blockchain gelten, will Rutter sich zunächst auf das Cash-Management konzentrieren. „Wer mit Wertpapieren handelt, muss auch Geld bewegen“, erklärt er seine Priorität.

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