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10.12.2015

10:14 Uhr

Radikaler Kahlschlag

Unicredit will ohne Kapitalerhöhung auskommen

Die Unicredit hatte erst vor wenigen Wochen einen schweren Sparkurs mit der Streichung von 18.000 Stellen angekündigt. Der Radikalumbau soll – anders als von Analysten erwartet – ganz ohne Kapitalerhöhung vorangehen.

Radikalsparkurs ohne Kapitalerhöhung Reuters

Unicredit

Radikalsparkurs ohne Kapitalerhöhung

WienDie derzeit auf Schrumpfkurs fahrende italienische Großbank Unicredit weist Marktgerüchte über eine Kapitalerhöhung zurück. „Wir haben keinerlei Kapitalerhöhung im Visier”, sagte Bankchef Federico Ghizzoni der österreichischen Tageszeitung „Der Standard” (Donnerstagausgabe). Analysten des Instituts Barclays befürchteten, dass die Bank eine Kapitalerhöhung von bis zu sieben Milliarden Euro vornehmen müsse.

Stellenabbau-Pläne europäischer Großbanken

Barclays

Derzeit: 132.300 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 19.000 Stellen bis 2016

Bei Barclays waren zunächst 30.000 Stellen im Gespräch, die wurden jedoch nicht bestätigt. Der Plan sieht vor 19.000 Stellen bis 2016 zu streichen.

Credit Suisse

Derzeit: 140.000 Stellen

Abgebaut werden: 19.000 Stellen

Deutsche Bank

Derzeit: 103.000 (nach geplanter Festeinstellung externer Kräften)

Abgebaut werden: 26.000 Stellen (ein Großteil durch Verkauf der Postbank)

HSBC

Derzeit: 259.834 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 50.000 Stellen bis 2017

Standard Chartered

Derzeit: 84.000 Mitarbeiter

abgebaut werden: 15.000 Stellen

Unicredit

Derzeit: 146.600 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 18.200 Stellen, 6.000 davon durch die Abspaltung der Fondsgesellschaft Pioneer und den Verkauf der Ukraine-Tochter

Die italienische Bank hatte erst vor wenigen Wochen einen radikalen Kahlschlag angekündigt. Sie streicht mehr als 18.000 Stellen und stellt das Filialnetz der Tochter Bank Austria auf den Prüfstand. Die Verhandlungen über einen Verkauf des Privatkundengeschäftes der österreichischen Bank an die zum US-Fonds Cerberus gehörende Bawag P.S.K. würden nach wie vor laufen. Die Verhandlungen seien sehr komplex, man wolle aber so bald wie möglich zu einem Abschluss kommen, sagte Ghizzoni.

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Die Muttergesellschaft der Hypo-Vereinsbank startet ein drastisches Sparprogramm. Konzernweit baut Unicredit mehr als jeden zehnten Arbeitsplatz ab. Das trifft auch deutsche Arbeitnehmer.

Die Bank Austria selbst hatte angekündigt, dass noch im Dezember eine Entscheidung über die Zukunft des Verluste schreibenden Filialnetzes in Österreich fallen soll. Die Exklusivverhandlungen mit der russischen Alfa Gruppe über den Verkauf der Ukraine-Tochter hofft der UniCredit-Chef ebenfalls bald zu einem Abschluss zu bringen.

Von

rtr

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