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10.06.2015

15:12 Uhr

Raiffeisen

Magere Gewinne für Osteuropa-Banken erwartet

Analysten von Raiffeisen erwarten in diesem Jahr für die größten Banken in Osteuropa nur magere Gewinne. Zudem müssten sie in den kommenden Jahren ihre dünne Kapitaldecke aufpolstern.

Das Institut ist selbst in der Region engagiert. Reuters

Raiffeisen

Das Institut ist selbst in der Region engagiert.

WienDen größten Banken in Osteuropa stehen nach Einschätzung der Analysten von Raiffeisen karge Zeiten bevor. Die Wirtschaftskrise im früheren Ertragsbringer Russland drücke die Gewinne im laufenden und möglicherweise auch noch im kommenden Jahr, erklärte das selbst in der Region engagierte Institut im Zuge seines am Mittwoch veröffentlichten Bankenberichts. Erst danach werde die Eigenkapitalrendite wieder auf einen hohen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Betrag steigen. Im vergangenen Jahr lag sie bei durchschnittlich 6,9 Prozent - dem tiefsten Stand seit 2000.

Zu den größten Banken in Osteuropa zählen nach den russischen Instituten Sberbank und VTB die UniCredit - gefolgt von der Raiffeisen-Tochter Raiffeisen Bank International, Societe Generale und Erste Group. Vielen von ihnen hatten in den vergangenen Jahren hohe Risikovorsorgen für faule Kredite angesichts der schwächelnden Wirtschaftsentwicklung sowie Sonderbelastungen in Ungarn und der Ukraine zu schaffen gemacht.

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Doch die mauen Gewinne sind dem Report zufolge nicht das einzige Problem der Osteuropa-Banken: Sie müssten in den kommenden Jahren ihre im Vergleich zu westeuropäischen Konkurrenten dünne Kapitaldecke aufpolstern. UniCredit, RBI und Erste kommen dem Bericht zufolge durchschnittlich auf eine harte Kernkapitalquote von knapp 11,3 Prozent - ihre westlichen Konkurrenten auf knapp 13 Prozent. Um diese Lücke zu schließen und die Bankenaufseher zufriedenzustellen, könnten die Banken zum einen ihre Kapital erhöhen.

„Wahrscheinlich sind Kapitalmaßnahmen bei dem einen oder anderen (Institut) nicht auszuschließen“, sagte Raiffeisen-Analyst Gunter Deuber. Jene Banken, bei denen das nicht möglich sei, müssten ihre Bilanz verkleinern und sich aus einigen Geschäftsbereichen zurückziehen.

Auch die Raiffeisen-Osteuropatochter RBI hatte zu Jahresbeginn angekündigt, sich von Teilen ihres Auslandsgeschäfts zu trennen, um ihre harte Kernkapitalquote bis Ende 2017 auf zwölf von zuletzt knapp zehn Prozent aufzupolstern. „Ich glaube, dass 2015 ein Übergangsjahr sein wird“, sagte RBI-Chef Karl Sevelda.

Von

rtr

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