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29.06.2017

16:38 Uhr

Raiffeisen-Tochter

Maue Nachfrage bei RBI-Börsengang in Polen

Die polnische Tochter der Raiffeisen Bank International plant für den 19. Juli ihr Debüt an der Warschauer Börse. Bis zum 6. Juli können Aktien des Geldhauses gezeichnet werden. Marktkreise zweifeln aber am Erfolg.

Am 19. Juli plant das Geldhaus sein Debüt an der Warschauer Börse. Reuters

Raiffeisen Polbank

Am 19. Juli plant das Geldhaus sein Debüt an der Warschauer Börse.

Warschau/WienDas österreichische Geldhaus Raiffeisen Bank International (RBI) stößt Insidern zufolge beim laufenden Börsengang seiner polnischen Tochter auf gedämpftes Interesse. Einige Fondsmanager und Investmentbanker zeigen sich skeptisch, dass die bis zum 6. Juli laufende Emission erfolgreich über die Bühne gebracht werden kann. „Raiffeisen will den Anteil nicht unter dem Buchwert verkaufen, während die Investoren nicht so viel zahlen wollen“, sagte ein Warschauer Fondsmanager am Donnerstag zur Nachrichtenagentur Reuters. Den Insidern zufolge erschweren die Verluste der Bank sowie ein riesiges Portfolio an unprofitablen Schweizer-Franken-Krediten die Pläne für den Gang aufs Parkett. Eine Banksprecherin wollte sich nicht dazu äußern.

Die Österreicher stecken beim Börsengang ihrer Tochter Raiffeisen Bank Polska, die auch unter dem Namen Polbank bekannt ist, in der Zwickmühle. Die RBI hatte sich gegenüber der polnischen Finanzmarktaufsicht KNF dazu verpflichtet, 15 Prozent ihrer Tochter bis Ende Juni an die Warschauer Börse zu bringen. Aufgrund mangelnden Interesses wollte die RBI den Teilbörsengang aber verschieben. Bankchef Johann Strobl kündigte zu Wochenbeginn in einem Zeitungsinterview an, die Aktien würden „sicher nicht um jeden Preis“ verkauft. Den Buchwert der Polbank nannte die RBI im Frühjahr mit rund 1,4 Milliarden Euro. Die Aufsicht hatte eine Verschiebung aber abgelehnt und auf die Frist per Ende Juni gepocht.

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Die Österreichische Raiffeisenbank International verkauft 15 Prozent ihrer Tochter Bank Polska. Das verlangt die Finanzaufsicht in Warschau bis Ende Juni. Für das Wiener Institut dürfte sich das Geschäft nicht auszahlen.

Laut am Donnerstag veröffentlichten Börsenprospekt, müsse die RBI die Emission aber nicht zwingend umsetzen. Bei einer schwachen Nachfrage und einem nicht zufriedenstellenden Preis, könne der Börsengang nach der Zeichnungsfrist abgeblasen werden. Das Prospekt schreibe zudem keine Bandbreite für den Preis fest. Der Preis für die 33,85 Millionen Aktien werde erst nach der Zeichnungsfrist veröffentlicht. Das Angebot richtet sich ausschließlich an institutionelle Investoren. Das Debüt an der Warschauer Böse ist für den 19. Juli geplant.

Der Börsengang kommt für die in vielen Ländern Osteuropas tätige Raiffeisen Bank zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Bank fährt bei ihrer Polen-Tochter gerade einen scharfen Sparkurs. Filialen sollen geschlossen werden und hunderte Stellen abgebaut werden. Ursprünglich wollte die RBI ihre Tochter - die zehntgrößte Bank Polens - im vergangenen Jahr verkaufen. Doch die Pläne platzten überraschend. Die RBI führte exklusive Verhandlungen mit der polnischen Alior Bank, doch das vom staatlichen Versicherer PZU kontrollierte Institut stoppte den Deal. Der polnische Finanzminister begründete dies mit unterschiedlichen Preisvorstellungen. RBI kündigte daraufhin an, ihr Geschäft in Polen stark verkleinern zu wollen.

Von

rtr

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