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05.10.2016

22:01 Uhr

Raiffeisen Zentralbank

Die RZB fusioniert mit ihrer Osteuropatochter RBI

Nach einer monatelangen Prüfung haben die Gremien der österreichischen Raiffeisen Zentralbank (RZB) und ihrer Osteuropa-Tochter Raiffeisen Bank International (RBI) einer Verschmelzung zugestimmt.

Die Raiffeisen Zentralbank (RZB) wird in die Osteuropa-Tochter Raiffeisen Bank International (RBI) hineinfusioniert. Reuters

Raiffeisen Bank

Die Raiffeisen Zentralbank (RZB) wird in die Osteuropa-Tochter Raiffeisen Bank International (RBI) hineinfusioniert.

WienDie österreichische Bank Raiffeisen Zentralbank (RZB) fusioniert mit ihrer Osteuropa-Tochter Raiffeisen Bank International (RBI). Nach einer monatelangen Prüfung hätten die Gremien der beiden Geldhäuser einer Verschmelzung zugestimmt, teilte die RBI am Mittwochabend mit. Für den 24. Januar 2017 sei eine außerordentliche Hauptversammlung geplant, bei der mit einer Dreiviertelmehrheit über die Verschmelzung abgestimmt werden soll.

Wie bereits angekündigt, werde die RZB in die RBI hineinfusioniert. Das neue Institut bleibe an der Wiener Börse gelistet. Der Streubesitz werde sich damit auf einen Wert zwischen 34,6 Prozent und 35,7 Prozent von derzeit 39,2 Prozent verringern, hieß es.

Die Institute erhoffen sich durch eine Verschmelzung einfachere Strukturen und raschere Entscheidungen. Zudem soll sich mit diesem Schritt die im internationalen Vergleich dünne Kapitaldecke der RZB erhöhen. Die Wiener Bank landete beim europaweiten Stresstest unter dem Schlusslichtern. Die harte Kernkapitalquote der verschmolzenen Einheit würde auf Basis einer Pro-forma-Berechnung rückwirkend bei Ende Juni 11,3 Prozent betragen. An den Zielen hält die RBI unverändert fest. Bis 2017 soll die harte Kernkapitalquote auf mindestens zwölf Prozent steigen.

Die RZB befindet sich zu 90 Prozent im Eigentum der 483 lokalen Raiffeisenbanken und hält ihrerseits 60,7 Prozent an der RBI. Die RZB und die Landesbanken hatten jahrelang von hohen Dividenden der RBI profitiert, die in Osteuropa neben der UniCredit -Tochter Bank Austria und der österreichischen Erste Group zu den größten Kreditgebern zählt. Seitdem die RBI wegen hoher Abschreibungen in Russland 2014 einen Verlust von knapp einer halben Milliarde Euro einfuhr, schüttet sie keine Dividende mehr aus. Um ihre Kapitaldecke zu stärken und für die immer strengeren Vorschriften der Aufseher gerüstet zu sein, vollzieht die RBI nach ihrem jahrzehntelangen Wachstumskurs nun eine radikale Kehrtwende und trennt sich von Teilen ihres Auslandsgeschäfts. Geplant ist unter anderem der Verkauf der polnischen Tochter Polbank.

Von

rtr

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