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15.06.2012

14:44 Uhr

Rating-Offensive

Moody's stuft die ersten Banken herab

Moody's startet die befürchtete Rating-Offensive und wertet krisengebeutelte Großbanken ab. Im ersten Schritt traf es Institute aus Frankreich und den Beneluxstaaten. Doch das war erst der Anfang - viele Banken zittern.

Ein Logo, das die Banken zittern lässt: Der Schriftzug der Ratingagentur Moody's. Reuters

Ein Logo, das die Banken zittern lässt: Der Schriftzug der Ratingagentur Moody's.

New YorkMoody's hat mit dem in der Finanzbranche befürchteten Rundumschlag begonnen und krisengebeutelten Großbanken schlechtere Bonitäts-Noten verpasst. Die Agentur nahm zunächst elf Geldhäuser in den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Luxemburg ins Visier. Die Agentur hatte im Februar erklärt, wegen der lahmen Wirtschaft und der Flaute auf den Kapitalmärkten 114 Banken und Versicherer zu überprüfen, darunter die Allianz und die Deutsche Bank.

Die Rückstufungen am Freitag schlugen zunächst nicht auf die Aktienmärkte durch, weil sich die Anleger über einen Notfallplan der Zentralbanken für den Fall von Marktturbulenzen nach den Wahlen in Griechenland freuten. Die Noten für die langfristigen Schuldtitel von Rabobank Nederland, ING, ABN Amro und LeasePlan nahm Moody's am Freitag jeweils um zwei Stufen zurück, das Rating für die SNS Bank um eine Stufe.

Gesenkt wurden auch die Ratings für die französischen Häuser Credit Mutuel, BPCE und CIC, Belgiens KBC und Luxemburgs Banque et Caisse d'Epargne de l'Etat. Schlechtere Noten ziehen in der Regel höhere Zinskosten nach sich. Die Herabstufungen spiegelten die schwierigen Geschäftsbedingungen in diesem Jahr und womöglich auch darüber hinaus wider, begründete Moody's seinen Schritt.

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Auch das gestiegene Risiko eines Ausstiegs Griechenlands aus der Euro-Zone sei berücksichtigt, aber derzeit nicht das Hauptszenario. Der Ausblick für die weitere Bewertung sei bei fast allen Banken stabil. Sollte aber ein griechischer Euro-Austritt wahrscheinlich werden, könnten weitere Abwertungen erforderlich sein, hieß es.

Moody's hatte die Überprüfung der Noten auch mit der Verschärfung der behördlichen Auflagen begründet - die Institute müssen unter anderem höhere Risikopuffer bilden. Es wird erwartet, dass Moody's in den kommenden Tagen und Wochen zahlreiche weitere Häuser herabstuft.

Drei Stufen nach unten gehen könnte es für die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse und die US-Bank Morgan Stanley. Eine Herabstufung um zwei Schritte droht unter anderem der Deutschen Bank, Barclays, HSBC, BNP Paribas und Goldman Sachs. Die Bank of America und die japanische Nomura könnten um eine Stufe abrutschen.

Nach früheren Angaben prüft Moody's in Spanien und Italien mehr als 20 Banken, zehn Institute mit Hauptsitz in Frankreich und neun in Großbritannien. In Deutschland hat die Agentur neben der Deutschen Bank sechs öffentlich-rechtliche beziehungsweise genossenschaftliche Banken im Visier: Die Landesbank Hessen-Thüringen, die LBBW, die NordLB, die Dekabank, die DZ Bank sowie die WGZ Bank.

Die Agenturen S&P und Fitch hatten schon zum Jahreswechsel die Bonitätsnoten für mehrere Länder und Banken gesenkt oder damit gedroht, dies zu tun. Kritiker haben den US-Agenturen vorgeworfen, die Krise in Europa mit ihren Herabstufungen prozyklisch zu verschärfen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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SFH

15.06.2012, 15:15 Uhr

Die aktuellen Rating-Entscheidungen sind keineswegs der Anfang des Rating-Reviews aus Februar. Es sind bereits zahlreiche Banken in verschiedenen Ländern neu eingestuft worden:
Italien am 14.5.
Spanien am 17.05.
Schweden am 24.05
Deutschland und Österreich am 06.06.
Ihr Artikel ist ein wenig überaltet.

TheDoc

15.06.2012, 15:29 Uhr

Could someone please correct the article. Nomura was already downgraded by one-notch and is currently on stable with Moodys.

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