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10.12.2013

02:14 Uhr

Ratingagentur

Deutschlands Banken müssen neue Stresstests nicht fürchten

Mit der neuen Aufsicht über viele europäische Banken werden die Stresstests für die Institute strenger, glaubt die Ratingagentur S&P. Doch Deutschlands Banken seien gesund genug, um auch diesen Tests standzuhalten.

Die Deutsche Bank ist eines der Institute, die neu unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank steht. Reuters

Die Deutsche Bank ist eines der Institute, die neu unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank steht.

FrankfurtDer Großteil der Banken wird nach Ansicht von Standard & Poor's (S&P) beim anstehenden Gesundheitscheck durch die europäischen Aufsichtsbehörden keine Probleme bekommen. Die Ratingagentur geht davon aus, dass die meisten betroffenen Institute, die S&P bewertet, den geplanten Überprüfungen der Europäischen Zentralbank (EZB) standhalten werden.

„Die Zahl der möglichen Ratingherabstufungen sollte begrenzt sein, da in unseren Ratings Schwächen beim Kapital und in der Qualität der Assets bereits berücksichtigt sind“, erklärte die Agentur am Dienstag. Sie geht zudem davon aus, dass ausfallgefährdete Banken ihre Eigenkapitalpolster bei Bedarf noch rechtzeitig aufstocken.

Die EZB, die in knapp einem Jahr die Aufsicht über die größten europäischen Geldhäuser übernehmen wird, will Anfang nächsten Jahres zunächst die Bilanzen der Institute unter die Lupe nehmen. Anschließend sollen die Banken in einem Stresstest unter Beweis stellen, dass sie eine Krise mit einem ausreichenden Kapitalpuffer überstehen würden.

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Die Überprüfung wird nach Einschätzung von S&P strenger ausfallen als der Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA 2011, „da die EZB unabhängiger ist und dann über ein Mandat als einzige Aufsichtsbehörde für diese Banken verfügt“.

Es sei denkbar, dass bei der Überprüfung zusätzliche Schwächen bei den Banken zutage treten, zum Beispiel bei der Risikovorsorge oder der Bewertung von Papieren, räumte S&P ein. Dies könne dazu führen, dass die Agentur Banken-Ratings überprüfen müsse. S&P geht jedoch nicht davon aus, „dass vorrangige Gläubiger für die Banken eintreten müssen, die bei der Überprüfung der Qualität der Aktiva oder den Stresstests der EZB durchfallen“.

Nach Einschätzung der Agentur werden die Banken zudem die Zeit bis zu den Überprüfungen nutzten, um weitere Risiken abzubauen und ihr Kapital zu stärken.

S&P bewertet in Deutschland 15 Banken, die von den europäischen Aufsichtsbehörden im kommenden Jahr durchleuchtet werden, darunter die Deutsche Bank, die Commerzbank und die NordLB. In Europa vergibt S&P Noten für 79 Institute, die an den Tests teilnehmen werden, was knapp zwei Dritteln aller teilnehmenden Banken entspricht.

Die deutschen und auch die französischen Geldhäuser sind nach Einschätzung von S&P relativ stabil. Banken in Italien, Spanien und besonders in Griechenland könnten der Agentur zufolge dagegen deutlich schneller unter Druck geraten.

Von

dpa

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