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13.02.2006

15:33 Uhr

Ratingagentur in der Kritik

Deutsche Versicherer begehren gegen Fitch auf

Die deutschen Versicherer werfen der britischen Ratingagentur Fitch gravierende Mängel in deren Arbeit vor. Damit spitzt sich ein Streit weiter zu, der seit längerem schwelt.

HB FRANKFURT. „Ich kann bestätigen, dass wir ein Beschwerdeverfahren gegen Fitch planen“, sagte Michael Wolgast, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), am Montag in Berlin. Eingereicht werde diese Ende Februar oder Anfang März bei Fitch selbst. Die Ratingagentur müsse dann öffentlich reagieren. „Wir haben in mehreren Bereichen Vorwürfe“, fügte Wolgast hinzu. Unter anderem mache Fitch nach außen hin nicht deutlich, ob es seine Bonitätsbewertung im Auftrag des benoteten Unternehmens erteile oder auf eigene Faust agiere.

Der vom GDV monierte Punkt, ob es sich um beauftragte oder unbeauftrage Ratings handelt, ist für die Aussagekraft der Einstufungen erheblich. Liegt kein Auftrag vor, kann sich die Agentur nämlich nur auf öffentlich zugängliches Material stützen. Bei beauftragten – so genannten interaktiven – Ratings finden dagegen beispielsweise Gespräche mit dem Management statt.

In letzter Zeit häufen sich die Forderungen nach einer Regulierung der großen Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's, Fitch und A.M. Best, die bislang weitgehend unbeaufsichtigt arbeiten. Der GDV kann sich damit auch nicht an eine Behörde wenden, die eingreifen könnte. Der Verband kann den Disput über das Beschwerdeverfahren aber in die Öffentlichkeit tragen, was wiederum das Image von Fitch belasten könnte. Ratingagenturen stufen die Kreditwürdigkeit beispielsweise von Unternehmen oder Staaten ein und beeinflussen damit stark deren Finanzierungskosten.

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