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24.01.2010

15:12 Uhr

Real Estate

BNP Paribas will Immobiliengeschäft in Deutschland ausbauen

VonHolger Alich

ExklusivDer französische Immobiliendienstleister BNP Paribas Real Estate (BNP Paribas RE) will in Deutschland im Fondsgeschäft zukaufen. Offene Publikumsfonds stehen dabei nicht im Fokus der Franzosen. Institutionelle und vermögende Privatkunden scheinen eher das Ziel zu sein.

Die französische BNP Paribas sieht sich im deutschen Fondsgeschäft um. Quelle: ap

Die französische BNP Paribas sieht sich im deutschen Fondsgeschäft um.

HB PARIS. „2010 wollen wir das Investment Management ausbauen, dazu planen wir in Deutschland externes und internes Wachstum“, sagte Henri Faure, Vorstand bei der BNP-Paribas-Tochter, dem Handelsblatt. Zu weiteren Details wollte er keine weiteren Angaben machen. Faure sagte jedoch, dass ihn das Geschäft mit offenen Publikumsfonds in Deutschland nicht interessiert. „Dazu fehlt uns die Vertriebsbasis“, so der BNP-Manager. Publikumsfonds würde sein Haus nur in den Ländern vertreiben, in denen die Mutterbank mit einem eigenen Filialnetz vertreten sei, also Frankreich, Italien und demnächst Belgien und Luxemburg. Im Umkehrschluss hieße das, dass die Franzosen ein deutsches Fondshaus kaufen wollen, das primär im Geschäft mit institutionellen und vermögenden Privatkunden aktiv ist.

BNP Paribas RE unterscheidet sich von internationalen Wettbewerbern wie Jones Lang Lasalle dadurch, dass die Franzosen die gesamte Palette der Dienstleistungen des Immobilienbusiness abdecken. Die BNP-Tochter tritt nicht nur als Makler, Berater und Verwalter auf, sondern entwickelt auch auf eigene Rechnung Wohn- und Büroimmobilien. Im Fondsgeschäft zählt das Haus mit einem verwalteten Vermögen von zehn Mrd. Euro zu den größeren Adressen in Europa. Zum Vergleich: Die IVG ist mit einem verwaltet Vermögen von 12,5 Mrd. Euro im Spezialfonds-Segment Marktführer. Spezialfonds sind offen Immobilienfonds für Institutionelle. Die Mittel der BNP-Paribas-Tochter stammen zum überwiegenden Teil aus den beiden Heimatmärkten der Großbank-Mutter, Frankreich und Italien. BNP Paribas hatte 2007 in Italien die Bank BNL übernommen.

Um das Fondsgeschäft breiter zu diversifizieren, will BNP Paribas RE nun in Deutschland und in Großbritannien mehr Kundengelder einsammeln. „Beides sind absolute Schlüsselmärkte in Europa“, erklärte Faure. Durch den Zukauf der Bank Fortis durch die Mutter hofft Faure auch auf einen Schub im Fondsgeschäft in den Märkten Belgien und Luxemburg. Unter anderem soll das interne Wachstum mit der Auflage zweier neuer geschlossener Immobilienfonds gelingen.

Mit dem Jahr 2009 zeigte sich der Vorstand von BNP Paribas Real Estate trotz Einbußen zufrieden: „Wir verzeichnen einen Umsatzrückgang um rund 20 Prozent, das ist ein exzellentes Ergebnis, wenn man vergleicht, dass der Markt für Immobilienkäufe im vergangenen Jahr um bis zu 50 Prozent eingebrochen ist.“ Auf Basis der Zahlen von 2008 errechnet sich damit ein Umsatz von rund 533 Mio. Euro. Vor Veröffentlichung der Konzernbilanz könne er keine weiteren Details nennen, er versicherte aber, dass der Immobiliendienstleister „auch 2009 profitabel war.“

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