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10.01.2011

19:09 Uhr

Rede bei Neujahrsempfang

Ackermann warnt vor Risiken für die Weltwirtschaft

Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat die Politik davor gewarnt, angesichts positiver Konjunkturdaten die weitere Krisenbewältigung auf die lange Bank zu schieben. Kanzlerin Merkel zeigte sich zuversichtlich, dass der Euro stabil bleibt. Doch dafür fordert sie, dass angekündigte Reformen umgesetzt werden.

Ackermann: "Wir müssen Acht geben, im Zuge der Krisenbewältigung nicht neue Risiken entstehen zu lassen.“ DAPD

Ackermann: "Wir müssen Acht geben, im Zuge der Krisenbewältigung nicht neue Risiken entstehen zu lassen.“

BERLIN. Ackermann sagte beim Neujahrsempfang seines Instituts am Montagabend in Berlin: „Wir haben zwar die unmittelbaren Folgen der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise überwunden.“ Wirtschaft und Finanzsysteme seien stabilisiert. „Aber: Wenn auch die Weltwirtschaft das Schlimmste überstanden hat, so ist sie doch keineswegs bereits über den Berg.“ Die Überwindung der Krise werde „längere Zeit“ in Anspruch nehmen – „und wir müssen Acht geben, im Zuge der Krisenbewältigung nicht neue Risiken entstehen zu lassen“, fügte der Deutsche-Bank-Chef in seiner Ansprache hinzu. An dem Empfang nahmen neben Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) und zahlreicher anderer Politiker auch Deutsche-Bank-Vorstandsmitglied Rainer Neske, der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns Axel Springer, Mathias Döpfner, sowie der Chef des Energiekonzerns RWE, Jürgen Großmann, teil.

Ackermann nannte in diesem Zusammenhang sechs „Besorgnisse“, die die Weltwirtschaft insgesamt zurückwerfen könnten. So sorgten sich in einigen Schwellenländern, vor allem in China die Regierungen und Zentralbanken um eine Überhitzung ihrer Wirtschaften und versuchten, Inflation und wirtschaftliche Aktivität zu dämpfen. Parallel dazu wüchsen derzeit wieder die Besorgnisse über den Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise – Besorgnisse, die durch das Bemühen vieler Staaten um einen exklusiven Zugang zu Rohstoffen nur verstärkt würden, so Ackermann.

Andere Schwellenländer wie etwa Brasilien und Chile kämpfen nach Ackermanns Darstellung mit hohen Kapitalzuflüssen und Aufwertungsdruck – eine, wie er sagte, „unbeabsichtigte Folge der sehr lockeren Geldpolitik in manchen Industriestaaten“.

Auch der Exit der Zentralbanken aus den Stimulierungsmaßnahmen bleibe eine „große Herausforderung“, so Ackermann weiter. „Die Gratwanderung zwischen Verstetigung der wirtschaftlichen Erholung einerseits und Abwehr von Inflationserwartungen andererseits gestaltet sich erwartungsgemäß schwierig“, erklärte der Top-Banker. Dies gelte nicht zuletzt in den USA. „Dort ist der Arbeitsmarkt trotz einer gewissen Wiederbelebung in jüngster Zeit von einer Erhöhung der strukturellen Arbeitslosigkeit gekennzeichnet“, erläuterte Ackermann. Darüber hinaus sei der Abbau der Ungleichgewichte bei öffentlichen Haushalten, Immobilienmärkten und Finanzsektor noch längst nicht abgeschlossen.

Als weiteres Risiko nannte der Banker die staatlichen Schuldenkrisen in einigen Mitgliedstaaten der EU. „Harte Einschnitte stehen in vielen Ländern bevor bzw. wurden schon Gemacht“, sagte Ackermann. „Eine Diskussion über die Kernaufgaben des Staates ist von entscheidender Bedeutung.“ Sie gebe dem wirtschaftlichen Problem zugleich eine gesellschaftspolitische Dimension.

Kommentare (29)

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Kapitalverbrecher

10.01.2011, 20:35 Uhr

Ackermann: "Nötig sei hierfür das Vertrauen der bürger".
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Nötig sind nicht nur deren Vertrauen, sondern vor allem deren Knete.
Wir Steuerzahler zahlen doch mal wieder für eure Kapitalverbrechen und Zockereien.
Sorry Herr Ackermann, aber für mich sind Sie und ihre bagage schwerkriminelle Kapitalverbrecher!
Sie müßen nicht um Vertrauen bei den bürgern werben, sondern dankbar dafür sein, das ihre abartige branche und das Schuldgeldsystem überhaupt noch existent ist. Nur so können Sie doch weiterhin weiterzocken und 20%tige Renditevorgaben anstreben.
Also hören Sie mir auf, um das Vertrauen bei den bürgern zu winseln. Wir bürger vertrauen niemandem mehr - keinem Politiker, erst recht keinem bankster. ich persönlich hätte Sie und ihre ganze beschiessene branche voll gegen die Wand fahren lassen, anstatt durch Steuergelder deutsche und französische banken und Großinvestoren zu retten.
Aber ich denke, aufgeschoben ist nicht aufgehoben, daß der leckgeschlagene Eurodampfer voll gegen das nächste Riff knallt und untergeht. Es kann auch gerne ein Eisberg sein, man denke nur an die Titanic.
ich bin absolut zuversichtlich das ich das erleben werde und drehe an diesem Tag eine Ehrenrunde um die protzigen bankentürme in Frankfurt!
Danke für ihre Aufmerksamkeit.

Andreas

10.01.2011, 21:00 Uhr

Herr Ackermann, ich glaube ihnen.

iStrassi

10.01.2011, 21:07 Uhr

@[1]Wieso soll Ackermann ein Verbrecher sein? Er ist der einzige der seinen Laden unter Kontrolle hat. Er hat keine Staatshilfen in Anspruch genommen und will dies auch nicht.

Du bist schon arm dran, musst paar euro am Tag für ein stabiles System zahlen, mir kommen die Tränen...-.-

Und an dem Crash bist auch DU mit daran Schuld! Oder denkst du die banker sind die einzigsten die auf Kredit leben?

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