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09.08.2013

13:49 Uhr

Reform

Chinas Banken dürfen Kredite bald verkaufen

Chinas Banken leiden unter einer Vielzahl fauler Kredite. Die Führung des Landes will den Instituten nun erlauben, Problemdarlehen zu veräußern. Die schwächelnde Wirtschaft soll so mit frischem Geld versorgt werden.

Ein Mann radelt an der Industriebank ICBC vorbei: Chinas Finanzsektor soll für private Investoren geöffnet werden. Reuters

Ein Mann radelt an der Industriebank ICBC vorbei: Chinas Finanzsektor soll für private Investoren geöffnet werden.

Peking/ShanghaiChina arbeitet an einer Entlastung seines mit Problemkrediten überhäuften Bankensektors. Nach Auskunft von drei mit dem Vorgang vertrauten Personen ist eine Handelsplattform in Vorbereitung, über die Kredite an Investoren verkauft werden können. Damit sollen die Grundlagen für eine mögliche Rekapitalisierung der Bankindustrie gelegt werden. Die chinesische Bankenaufsicht CBRC werde die Voraussetzungen für den Handel mit Krediten am Interbankenmarkt schaffen, der neben Banken auch andere Finanzinstitute und große Unternehmen umfasst. Die CBRC lehnte eine Stellungnahme ab.

Chinas Banken haben einen gewaltigen Berg an faulen Krediten in ihren Büchern, nachdem sie 2008 bis 2010 im Kampf gegen die weltweite Finanzkrise die Kreditvergabe massiv ausgeweitet haben. Offiziell werden zwar weniger als ein Prozent der Kredite als ausfallgefährdet bezeichnet - Marktteilnehmer gehen aber davon aus, dass das Problem weitaus größer ist.

Wenn die Banken Problemdarlehen verkaufen können, entlasten sie damit ihre Bilanzen und erhalten Freiräume, die schwächelnde Wirtschaft mit frischem Geld zu unterstützen. Chinas Wachstum könnte in diesem Jahr so gering ausfallen wie seit 1990 nicht mehr. Abgewickelt werden solle der Kredithandel von der staatlichen Clearing-Gesellschaft, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. In der vergangenen Woche seien mehrere Tests gelaufen, offiziell werde das Programm nach weiteren internen und öffentlichen Diskussionen gestartet, hieß es aus Regulierungskreisen.

China hatte 1999 vier staatliche Investitionsgesellschaften eingerichtet, die im Rahmen eines Rettungspakets Kredite im Volumen von 1,4 Billionen Yuan (171 Milliarden Euro) von den vier größten Banken gekauft haben. Dies geschah zum Nennwert oder nur mit geringen Abschlägen. Auch dieses Mal kommen diese Gesellschaften wieder als Käufer infrage. Chinas Führung will den Finanzsektor vermehrt für private Investoren öffnen. Doch diese dürften faule Kredite nur mit massiven Abschlägen übernehmen.

Von

rtr

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