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07.04.2006

08:49 Uhr

Reformvorschlag

Saarländische Sparkassen lehnen Fusion ab

VonPeter Köhler

Im öffentlich-rechtlichen Sparkassenlager ist es zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen. Der saarländische Sparkassenpräsident Karl-Heinz Trautmann wies einen Vorschlag seines rheinland-pfälzischen Amtskollegen Hans Otto Streuber zur Fusion der beiden regionalen Sparkassenverbände zurück.

MAINZ. Im öffentlich-rechtlichen Sparkassenlager ist es gestern zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Mainz und Saarbrücken gekommen. Der saarländische Sparkassenpräsident Karl-Heinz Trautmann wies einen Reformvorschlag seines rheinland-pfälzischen Amtskollegen Hans Otto Streuber zur Fusion der beiden regionalen Sparkassenverbände brüsk zurück. „Ich betrachte das als Witz und vorzeitige Eröffnung der Karnevalssaison 2006/2007“, sagte Trautmann auf Anfrage.

Zuvor hatte Streuber bei der Bilanz-Pressekonferenz seiner Organisation mit Kostenvorteilen für eine Zusammenlegung geworben. „Bei weniger als 20 Sparkassen stellt sich die Frage nach der kritischen Größe“, argumentierte Streuber, der noch für 26 Institute zuständig ist. Im Saarland betreut der Verband nur noch sieben Sparkassen. Während die Fusionswelle auf der Ebene einzelner Sparkassen weiterrollt, tun sich die Verbände schwer damit, größere Einheiten zu bilden. Auch die Verschmelzung des rheinischen mit dem westfälisch-lippischen Verband liegt derzeit auf Eis. Streuber deutete an, dass er vor der Prüfung von einzelnen Sparkassenfusionen über die Landesgrenze hinaus eine Zusammenlegung der beiden Verbände präferiere. Zur Bildung von handelbarem Stammkapital sagte Streuber, man könne das Rad in Rheinland-Pfalz nicht zurückdrehen, gleichzeitig sei man aber auch kein Vorbild für andere Bundesländer. Obwohl die Sparkassen die Novellierung 1999 nicht verlangt hätten, müsse man heute mit der Option leben. Bisher hätten sieben Sparkassen die Möglichkeit genutzt, wobei ein Motiv die niedrigeren Hürden für Ausschüttungen an die Träger seien. Im benachbarten Hessen tobt ein heftiger Meinungsstreit über die handelbaren Sparkassenanteile, weil der dortige Verband eine Privatisierung durch die Hintertür vermutet.

Im vergangenen Jahr erzielten die rheinland-pfälzischen Sparkassen ihr bestes Ergebnis seit 1997. Vor allem dank einer deutlich geringeren Risikovorsorge für Kreditausfälle stieg der Jahresüberschuss um 12,5 Prozent auf 131,3 Mill. Euro.

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