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19.08.2013

14:14 Uhr

Rekordhoch

Faule Kredite halten spanische Banken in Atem

11,6 Prozent der gesamten Kreditsumme – so groß ist der Anteil fauler Kredite bei spanischen Kreditinstituten. Viele Bürger können ihre Darlehen nicht bedienen. Zuletzt mehrten sich allerdings die Hoffnungsschimmer.

Die spanischen Banken stehen weiterhin unter Druck. dpa

Die spanischen Banken stehen weiterhin unter Druck.

MadridDie spanische Bankenbranche hat im Kampf gegen die Schuldenkrise einen Rückschlag erlitten. Die faulen Kredite in den Büchern der Institute stiegen im Juni auf ein Rekordhoch. Sie machten 11,6 Prozent der gesamten Kreditsumme aus, teilte die Notenbank am Montag in Madrid mit. Mehr private Haushalte und kleine Firmen - besonders aus dem Immobiliensektor - haben demnach Schwierigkeiten, ihre Darlehen zu bedienen. Im Mai hatte der Anteil noch bei 11,2 Prozent gelegen. Als „faul” werden Kredite bewertet, deren Rückzahlung infrage steht und die von den Banken voraussichtlich abgeschrieben werden müssen.

Das Platzen der Immobilienblase im Jahr 2008 hat Spanien in die Rezession gedrückt. Zuletzt mehrten sich allerdings die Hoffnungsschimmer: Für die zweite Jahreshälfte wird wieder ein leichtes Wachstum erwartet, nachdem das Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr nur noch um 0,1 Prozent geschrumpft war und auch die Arbeitslosigkeit zurückging.

Auch einige Banken lassen die Krise allmählich hinter sich: Branchenprimus Santander steigerte seinen Überschuss im ersten Halbjahr um 29 Prozent auf knapp 2,3 Milliarden Euro.

Kapitalquoten großer Banken (2. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Bank of America

9,6 Prozent

Citigroup

10 Prozent

Commerzbank

8,4 Prozent (nach 7,5 Prozent im ersten Quartal)

Deutsche Bank

10 Prozent (nach 8,6 Prozent im 1. Quartal 2013)

Goldman Sachs

keine Angabe nach dem 2. Quartal 2013

JP Morgan

9,3 Prozent

Morgan Stanley

9,9 Prozent

UBS

11,2 Prozent

Wells Fargo

8,5 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

20.08.2013, 08:51 Uhr


Hoffnungsvolle Wachstumszahlen Spaniens beruhigen ungemein.

Tolle HB Meldung. Mich haut es glatt vom Hocker.
Die spanische Blase beginnt langsam sich bewegend zu platzen. Euro short in drei Monaten.
Da muss sich HypoRealEstate nicht verstecken.

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