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23.02.2012

11:25 Uhr

Rekordverluste bei Dexia &. Co.

Rote Zahlen und schwarze Aussichten für Großbanken

Dexia, Credit Agricole, Royal Bank of Scotland: Die drei europäischen Großbanken machten im vergangenen Jahr rund 15,5 Milliarden Euro Verlust. Die Aussichten sind ebenfalls düster.

Rote Zahlen, schwarze Aussichten: Europäischen Großbanken wie der RBS geht es schlecht. Reuters

Rote Zahlen, schwarze Aussichten: Europäischen Großbanken wie der RBS geht es schlecht.

DüsseldorfAuf sage und schreibe 15,5 Milliarden Euro summieren sich die Verluste, die heute die drei Banken Dexia, Credit Agricole und die Royal Bank of Scotland (RBS) für 2011 vermeldet haben. Die europäischen Großbanken wurden allesamt von der Euro-Schuldenkrise kalt erwischt. Abschreibungen auf Staatsanleihen europäischer Schuldenstaaten belasten die Bilanzen. Vor allem griechische Papiere reißen große Löcher in die Kassen die Geldhäuser. Zudem bauen die Banken ihr Geschäft um – einmalige Abschreibungen sind die Folge.

Beteiligt an den Verlusten sind indirekt auch die Steuerzahler. Die belgisch-französische Dexia ist teilverstaatlicht. Milliardengarantien von Belgien, Frankreich und Luxemburg hatten die Bank im Dezember vorerst gerettet. Ein Rettungsplan war im Oktober aufgestellt worden. Die Royal Bank of Scotland gehört nach der 46-Milliarden-Pfund-Rettungsaktion 2008 sogar zu mehr als 80 Prozent dem britischen Steuerzahler.

Die Dexia verbucht nun einen Rekordverlust. 11,6 Milliarden Euro Minus stehen für 2011 in den Büchern. Analysten hatten mit einem Verlust in dieser Größenordnung gerechnet. Der Finanzkonzern und Kommunalfinanzierer gilt als das erste Opfer der Euro-Schuldenkrise. Dexia war die erste europäische Bank, die im Zuge der Schuldenkrise gerettet werden musste.

Das gesunde belgische Filialgeschäft wurde für vier Milliarden Euro vom belgischen Staat mit Steuergeldern übernommen, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Der Verkauf belastet die Bilanz ebenso wie griechische Anleihen. Die Trennung vom Geschäft der Kommunalfinanzierung in Frankreich machte eine weitere Milliarden Euro Verlust aus.

Frankreich, Luxemburg und Belgien stellten Dexia Ende des Jahres Garantien in Höhe von 90 Milliarden Euro in Aussicht und retteten damit die Bank vorerst. Belgien steht für 60,5 Prozent der Summe gerade, Frankreich für 36,5 Prozent und Luxemburg für drei Prozent. Es ist bereits das zweite Mal, das die Staaten Dexia zur Hilfe kommen müssen: Belgien und Frankreich hatten dem Konzern in der Finanzkrise rund 6,4 Milliarden Euro an Kapital zugeschossen.

Kommentare (2)

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yoski

23.02.2012, 12:13 Uhr

Verzockt? Na und? Steuerzahler, uebernehmen Sie! Was interessieren Verluste die Bankster? Dafuer ist der Steuerzahler zustaendig.

Account gelöscht!

23.02.2012, 12:47 Uhr

Naja, die Engländer stecken so halt 50% dessen in ihre Banken, was wir nach Athen tragen. Ich weiß nicht, was mir lieber ist...

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