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22.06.2011

13:05 Uhr

Restrukturierung

HSH Nordbank will Flugzeuggeschäft loswerden

Die HSH Nordbank will sich von ihrem Flugzeuggeschäft verabschieden. Damit reagiert die kriselnde Landesbank auf Vorgaben aus Brüssel - und hofft im Gegenzug auf die Gnade der EU-Kommissare.

Die HSH Nordbank muss dringend schlanker werden - nun opfert sie ihr Flugzeuggeschäft. Quelle: dpa

Die HSH Nordbank muss dringend schlanker werden - nun opfert sie ihr Flugzeuggeschäft.

HamburgDie HSH Nordbank richtet sich auf die Trennung von ihrem Flugzeuggeschäft ein. „Wir bereiten uns vor“, sagte Vorstandschef Paul Lerbinger am Dienstagabend im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Ob die EU-Kommission dies im laufenden Beihilfeverfahren für die staatlich gestützte Landesbank fordern werde, sei noch offen. „Es ist sicherlich so, dass wir Opfer werden bringen müssen“, sagte Lerbinger, der die Bank seit Anfang April führt. Bis jetzt gebe es allerdings keine Auflagen der EU. Falls es dazu kommen sollte, wäre dies nicht zwangsweise mit einem Verkauf der Sparte verbunden.

Lerbinger zufolge verlangen die Wettbewerbshüter, dass die HSH ihre Bilanzsumme weiter deutlich verkleinert. Als eine Möglichkeit dazu wird in der Bank die Trennung von der Flugzeugsparte diskutiert. „Wenn Sie mich fragen, was ich lieber mache, bin ich eher bereit, einen Bereich abzugeben, um die Komplexität der Organisation zu verringern“, erläuterte Lerbinger. Im Gegenzug sind die EU-Wettbewerbshüter offenbar bereit, auf einen Eigentümerwechsel zu verzichten. „Ich will nicht bestreiten, dass es in diese Richtung geht“, sagte der Manager.

Lerbinger machte deutlich, dass die HSH Nordbank ihr Geschäft mit Flugzeugfinanzierungen auch in die eigene Abbaubank ausgliedern könnte. Sollte die Kommission Vorgaben machen, dürfe die HSH lediglich kein Neugeschäft mehr in diesem Bereich machen. „Das heißt nicht automatisch, dass wir diesen Bereich verkaufen.“

Die Bank sei aber insgesamt auf einem guten Weg und habe eine spannende Zukunft vor sich, sagte Lerbinger. „Wir werden das Genre wechseln und nicht mehr Dramen und Tragödien spielen“, so Lerbinger, der seit April dieses Jahres an der Spitze der Bank steht.

Das Hamburger Institut war durch Fehlspekulationen in Schieflage geraten und musste mit Milliardenhilfe vor dem Aus gerettet werden. Neben Hilfen des Bankenrettungsfonds SoFFin hatte die HSH Garantien und eine Kapitalspritze der beiden Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein erhalten. Seither halten die beiden Länder 83 Prozent an der Bank.

Bei ihrer Sanierung hat die HSH Nordbank ihre Bilanz bereits drastisch verkleinert und unrentable Kredite sowie das riskante Kreditersatzgeschäft in die Abbaubank ausgegliedert. Künftig konzentriert sich das aus den Landesbanken für Hamburg und Schleswig-Holstein entstandene Institut auf das Geschäft mit norddeutschen Unternehmen.

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