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16.05.2017

17:49 Uhr

Robo-Advisor

Cashboard streicht die Segel

VonFrank Matthias Drost

Der Robo-Advisor Cashboard musste Insolvenz anmelden. Ist dies der Beginn eines Ausleseprozesses unter den automatisierten Plattformen für die Geldanlage?

Robo-Advisor sind eine digitale Vermögensverwaltung für Privatanleger. Imago

Robo-Advisor

Robo-Advisor sind eine digitale Vermögensverwaltung für Privatanleger.

Berlin„Wir sind keine Bank, sondern ihr unabhängiger Berater“ – so warb das Berliner Start-up Cashboard bislang für den „einfachsten Weg zur passenden Geldanlage“. Dieser Weg ist nun vorläufig versperrt. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat das Unternehmen unter Leitung von Robert Henker bereits am vergangenen Mittwoch Insolvenz angemeldet. Der Berliner Rechtsanwalt Torsten Martini wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Beobachter sehen die Insolvenz als Start für einen Ausleseprozess für die sogenannten Robo-Advisor. Das sind automatisierte Plattformen für die Geldanlage, die je nach Risikoneigung der Kunden in unterschiedliche Anlagen investieren. Weltweit werden auf diese Weise Anlagen in Höhe von 30 Milliarden Dollar verwaltet, schätzt die Beratungsgesellschaft Oliver Wyman für das Jahr 2015. In Deutschland steckt der Markt noch in den Kinderschuhen, wächst aber kräftig. Rund zwölf Unternehmen tummeln sich in diesem Markt.

Was genau zur Insolvenz von Cashboard führte, ist bislang nicht klar. Auf jeden Fall zeigten sich Beobachter überrascht. Denn Ende des vergangenen Jahres konnte das Unternehmen noch drei Millionen Euro einwerben. Außerdem strich Cashboard in der Noah-Conference in London ein Preisgeld in Höhe von vier Millionen Euro ein. Das Unternehmen zählte nach eigenen Angaben rund 10.000 Kunden. Es garantierte nicht nur eine Mindestverzinsung von zwei Prozent bis zu einem Anlagebetrag von 10.000 Euro, sondern partizipierte auch nur mittels einer Gebühr an den Erträgen der Kunden. Bei Renditevergleichen schnitt Cashboard bislang überdurchschnittlich ab.

Die Insolvenz hat keine Auswirkungen auf die verwalteten Kundengelder. Das Geld der Anleger liegt bei der Cashboard-Partnerbank Ebase, die zur Comdirect-Gruppe gehört. Diese Informationen sind der Website zu entnehmen, ein Hinweis auf den Insolvenzantrag fehlt jedoch.

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