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30.03.2014

13:50 Uhr

Rocket Internet

Start-Up-Schmiede will den Mittelstand finanzieren

Mit Investitionen in Start-Ups wie Zalando und Groupon gehört Rocket Internet zu den großen Finanziers der Internetbranche in Deutschland. Über eine neue Plattform sollen nun Kredite an Mittelständler vermittelt werden.

Die Zencap-Gründer Christian Grobe (linsk) und Matthias Knecht: „Wir sind keine Bank“ PR

Die Zencap-Gründer Christian Grobe (linsk) und Matthias Knecht: „Wir sind keine Bank“

BerlinDie Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet will den Banken Konkurrenz bei Mittelstandskrediten machen. Am Sonntag startete die Plattform Zencap, über die Privatleute Geld an Unternehmen verleihen können. Seit Herbst probiert Rocket das Modell bereits für Darlehen von Privat zu Privat beim Startup Lendico aus.

Die Idee dabei ist, dass die Konditionen für beide Seiten besser als bei herkömmlichen Banken sein sollen, betonten die Zencap-Gründer Christian Grobe und Matthias Knecht. Das werde vor allem durch niedrigere Kosten erreicht. „Wir müssen keine Banktürme in Frankfurt finanzieren. Da wir keine Bank sind, gelten für uns zum Beispiel auch keine Eigenkapitalrichtlinien“, erklärte Grobe.

Die Zielgruppe sind mindestens zwei Jahre alte Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz zwischen 100 000 und fünf Millionen Euro. „Unsere Kreditnehmer würden auch bei einer Bank Geld bekommen“, sagte Grobe. Die Kreditwürdigkeit und das Geschäftsmodell würden sehr gründlich geprüft. Die beiden Gründer waren zuvor bei der Unternehmensberatung McKinsey. Wenn das Unternehmen einen Kredit dennoch nicht zurückzahlen kann, haftet Zencap als Vermittler nicht.

Deutsche Startups

Neue Gründerzeit

Manch einer spricht von einer neuen Gründerzeit: Immer mehr Start-ups versuchen in Berlin ihr Glück. Aber auch in anderen Teilen des Landes gibt es erfolgreiche IT-Unternehmen. Einige sind bereits über die Grenzen von Deutschland hinaus bekannt geworden. Ein Überblick.

Researchgate

Researchgate ist ein Online-Netzwerk für Wissenschaftler. Dort tummeln sich Biologen, Chemiker aber auch Philosophen. Die Idee: Forscher sollen sich inhaltlich austauschen und Kontakte knüpfen können. Der studierte Virologie Ijad Madisch gründete die Firme mit zwei Freunden. Längst sind Investoren aus den USA aufmerksam geworden – darunter Microsoft-Gründer Bill Gates: Er steckte im Juni 2013 gemeinsam mit Tenaya Capital 35 Millionen Euro in Researchgate.

Wooga

Der Spiele-Anbieter Wooga profitierte in seinen Anfangsjahren vom Boom der Sozialen Netzwerke: Immer mehr Nutzer verbrachten immer mehr Zeit bei StudiVZ, Facebook und Co – und begeisterten sich für Spiele wie „Monster World“, die das Berliner Start-up dort anbot. Inzwischen steckt Wooga mehr Anstrengungen in die Apps für mobile Geräte. Weltweit verzeichnet die Firma monatlich 50 Millionen Nutzer.

Bigpoint

Kein klassisches Start-up mehr ist Bigpoint: Heiko Hubertz gründete die Firma bereits 2002. Sie bietet Spiele wie „Drakensang Online“ und „Farmerana“ an, sowohl eigene Entwicklungen wie auch die anderer Hersteller. Die mehr als 300 Millionen registrierten Nutzer können grundsätzlich kostenlos spielen, zahlen aber für Extras. 2012 war allerdings ein schwieriges Jahr: Weil sich das Geschäft schlechter entwickelte als erwartet, strich das Unternehmen 120 Stellen und schloss das Studio in San Francisco. Dieses Jahr will Bigpoint wieder wachsen.

Soundcloud

Der schwedische Unternehmer Alexander Ljung hat sich bewusst für den Standort Deutschland entschieden: Er gründete seine Firma Soundcloud in der Hauptstadt. Sie bietet eine Plattform an, auf die Nutzer eigene Audioproduktionen hochladen können und mit anderen teilen können. Monatlich nutzen 250 Millionen Menschen den Dienst.

6Wunderkinder

Das Start-up 6Wunderkinder entwickelt eine Anwendung, mit der Nutzer ihren Alltag wie auch ihre Arbeit organisieren können sollen. Die Basisversion ist kostenlos, die Team-Version kostet eine monatliche Gebühr. Bislang hat das Unternehmen nur sechs Millionen Nutzer, aber eine Partnerschaft mit dem bekannten Kapitalgeber Sequoia Capital rückt das junge Unternehmen ins Rampenlicht.

Zalando

Hinter dem Online-Modehändler Zalando stehen die Samwer-Brüder, die sich als Seriengründer von Internet-Unternehmen einen Namen gemacht haben. Der Umsatz ist seit der Gründung 2008 rasant auf 1,15 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gewachsen, allerdings arbeitet der Händler nicht profitabel. Internationale Investoren, darunter die deutsche Tengelmann-Gruppe und ein kanadischer Rentenfonds, finanzieren die internationale Expansion.

Man spüre eine große Nachfrage von Unternehmen, die angesichts härterer Verhandlungen mit den Banken nach den verschärften Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen der Basel-III-Regeln die Finanzierung breiter anlegen wollen. Unter den ersten Kreditnehmern sind ein Reiseunternehmen aus Thüringen und ein Kabelhersteller.

Von

dpa

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