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30.10.2015

13:40 Uhr

Royal Bank of Scotland

Alte Sünden belasten RBS

Nicht nur die Deutsche Bank muss schwer an ihrer Vergangenheit nagen. Alte Sünden holen auch die RBS ein. Die britische Großbank, in der Finanzkrise skandalumwittert leck geschlagen, schreibt im dritten Quartal Verluste.

Einst galt die RBS als Sinnbild der Finanzkrise. Nun füllen sich die Filialen wieder mit Kunden. Reuters

Royal Bank of Scotland

Einst galt die RBS als Sinnbild der Finanzkrise. Nun füllen sich die Filialen wieder mit Kunden.

Die skandalgeschüttelte britische Großbank RBS kommt nicht zur Ruhe. Vorstandschef Ross McEwan räumte am Freitag ein, dass mehrere Altlasten die Royal Bank of Scotland (RBS) deutlich teurer zu stehen kommen könnten als bisher gedacht. Dabei geht es zum einen um Vorwürfe der US-Behörden, die Bank habe Käufer von Hypotheken-Papieren in die Irre geführt. Neu und noch brisanter sind aber Erkenntnisse der britischen Finanzaufsicht FCA, die RBS habe eigentlich gesunde Kleinunternehmen in die Pleite getrieben. Die deswegen drohenden Verluste könnten auch die Hoffnungen der britischen Regierung durchkreuzen, noch in diesem Jahr weitere Anteile an der RBS zu verkaufen, die sie in der Finanzkrise mit 46 Milliarden Pfund gerettet hatte und noch immer 73 Prozent hält.

Im dritten Quartal rutschte die RBS wegen Kosten für ihren Umbau erneut in die roten Zahlen. Im operativen Geschäft fiel ein Verlust von 134 Millionen Pfund (187 Millionen Euro) an. Ein Jahr zuvor hatte noch ein Gewinn von 1,1 Milliarden Pfund zu Buche gestanden. Unter dem Strich verbuchte die Bank jedoch einen Gewinn von 952 Millionen Pfund, nachdem sie ihre Anteile an der US-Tochter Citizens verkauft hat. Das bringt ihr 1,1 Milliarden Pfund ein und lässt die Kernkapitalquote auf 16,2 von zuvor 12,7 Prozent schnellen. Damit hat sie von den britischen Großbanken jetzt die beste Kapitalausstattung.

Doch die drohenden Strafen und Entschädigungszahlungen könnten deutlich höher ausfallen als die Rückstellungen, die die Bank für Rechtsstreitigkeiten bisher gebildet habe, warnte die RBS. Dabei hat sie schon 4,5 Milliarden Pfund für Altlasten zurückgelegt, davon 2,4 Milliarden für Rechtsfälle. Allein in den USA droht eine Zahlung von 13 Milliarden Dollar, um den Streit über Hypotheken-Papiere beizulegen.

Das rufschädigendste Thema für die RBS ist nach den Worten führender Banker aber die FCA-Untersuchung. Die RBS hatte in der Finanzkrise eine Restrukturierungseinheit gegründet, die Unternehmen helfen sollte. Doch stattdessen habe die Bank eigentlich gesunde Firmen in diese Einheit gesteckt, um höhere Gebühren verlangen zu können und Zugriff auf deren Vermögenswerte zu bekommen, so die Vorwürfe.

Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung sollen bis zum Jahresende vorliegen. "Wir warten ab, was herauskommt, dann können wir darüber sprechen", sagte McEwan am Freitag. Er hat einen Kulturwandel versprochen. "Ich habe gesagt, das ist eines der Themen, mit dem wir in diesem Jahr aufräumen wollen." Reuters hatte im September berichtet, dass sich Manager der Bank bereits auf ein milliardenschweres Entschädigungsprogramm gefasst machen.

Von

rtr

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