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05.08.2016

11:15 Uhr

Royal Bank of Scotland

Kein Ende der Krise in Sicht

VonKatharina Slodczyk

Die krisengeschüttelte Royal Bank of Scotland hat größere Verluste eingefahren als erwartet. Höhere Rücklagen für Rechtsstreitigkeiten belasten das Ergebnis. Jetzt will sich die Bank gesund schrumpfen.

Die britische Großbank wurde im Zuge der Finanzkrise mit Steuergeldern in Höhe von 45 Milliarden Pfund vor dem Kollaps bewahrt. dpa

Royal Bank of Scotland

Die britische Großbank wurde im Zuge der Finanzkrise mit Steuergeldern in Höhe von 45 Milliarden Pfund vor dem Kollaps bewahrt.

LondonDie Royal Bank of Scotland, die zu 73 Prozent dem britischen Staat gehört, hat ein höheres Minus eingefahren als erwartet. Das Minus im ersten Halbjahr lag bei 2,05 Milliarden Pfund (umgerechnet 2,4 Milliarden Euro), wie die Bank am Freitag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte das Geldhaus einen Verlust von 179 Millionen Pfund verbucht.

Analysten hatten zwar rote Zahlen erwartet, aber nicht in dem Ausmaß. Bank-Chef Ross McEwan erklärte das mit höheren Rücklagen für Rechtsstreitigkeiten sowie weiteren Ausgaben für die Folgen eines Falschberatungsskandals in Großbritannien.

Diese Bankchefs verdienen am meisten

Platz 10

Stuart Gulliver, HSBC

Der CEO von HSBC landet im Ranking auf Platz 10. In den Jahren zuvor verdiente er sogar noch mehr.

2015: 11,2 Millionen Dollar

2014: 12,6 Millionen Dollar

2013: 12,6 Millionen Dollar

Platz 9

Sergio Ermotti, UBS

Der CEO der schweizerischen UBS verdiente 2015 deutlich mehr als in den Jahren davor und landet auf Platz 9.

2015: 14,9 Millionen Dollar

2014: 12,2 Millionen Dollar

2013: 11,6 Millionen Dollar

Platz 8

Brian Moynihan, Bank of America

Der Chairman, Präsident und CEO der Bank of America konnte nach einem Rückgang 2014 im vergangenen Jahr sein Gehalt wieder steigern.

2015: 16,4 Millionen Dollar

2014: 13,5 Millionen Dollar

2013: 14,5 Millionen Dollar

Platz 7

Michael Corbat, Citigroup

Auch der CEO der Citigroup konnte 2015 sein Gehalt steigern.

2015: 16,5 Millionen Dollar

2014: 12,6 Millionen Dollar

2013: 14,4 Millionen Dollar

Platz 6

John Stumpf, Wells Fargo

Der Chairman, Präsident und CEO von Wells Fargo verdiente in den vergangenen drei Jahren exakt die gleiche Summe.

2015: 19,3 Millionen Dollar

2014: 19,3 Millionen Dollar

2013: 19,3 Millionen Dollar

Platz 5

Tidjane Thiam, Credit Suisse

Der CEO der Credit Suisse hat erst im Juli 2015 bei der schweizerischen Bank als Chef begonnen. In seinem Gehalt ist ein „Replacement Award“ eingeschlossen.

2015: 21,1 Millionen Dollar

Patz 4

James Gorman, Morgan Stanley

Der Chairman und CEO von Morgan Stanley konnte sein Gehalt von 2014 im vergangenen Jahr nicht steigern.

2015: 21,2 Millionen Dollar

2014: 23,1 Millionen Dollar

2013: 18,2 Millionen Dollar

Platz 3

Bill Winters, Standard Chartered

Der CEO von Standard Chartered aus London hat erst 2015 seinen Posten angetreten. In seinem Gehalt ist ein „Replacement Award“ enthalten.

2015: 22,4 Millionen Dollar

Platz 2

Lloyd Blankfein, Goldman Sachs

Der Chairman und CEO von Goldman Sachs verdiente im vergangenen Jahr knapp eine Million Dollar weniger als 2014.

2015: 23,4 Millionen Dollar

2014: 24,3 Millionen Dollar

2013: 23,3 Millionen Dollar

Platz 1

Jamie Dimon, JP Morgan Chase

Der Chairman, Präsident und CEO von JP Morgan Chase verdiente im vergangenen Jahr mit Abstand am meisten.

2015: 27,6 Millionen Dollar

2014: 20,2 Millionen Dollar

2013: 20,3 Millionen Dollar

Quelle: Financial Times

McEwan ist dabei, einen auf fünf Jahre ausgelegten Umbauplan umzusetzen, um das Finanzinstitut zu schrumpfen, im stärkeren Maße auf Geschäfte in Großbritannien zu konzentrieren und wieder nachhaltig profitabel zu machen. „Wir sind derzeit auf halbem Wege und machen gute Fortschritte“, sagte er. Doch die Konsequenzen des Brexit-Votums auf der Insel und die drohende Rezession könnten die Bank deutlich verlangsamen, fürchten Investoren und Analysten.

Um auf den Abschwung zu reagieren, hat die Bank of England einen Tag zuvor den Leitzins auf 0,25 Prozent halbiert. Dies dürfte die Nettozinsmarge der Banken belasten und es der Royal Bank of Scotland deutlich schwerer machen, wieder dauerhaft in die schwarzen Zahlen zu kommen. Die britische Großbank HSBC schätzte im Vorfeld, dass eine Zinssenkung um 25 Basispunkte den Nettozinsertrag um etwa 100 Millionen Dollar im laufenden Jahr schmälern dürfte.

Von den britischen Großbanken hat sich die Royal Bank of Scotland in diesem Jahr deutlich schlechter an der Börse geschlagen als ihre Konkurrenten. Der Aktienkurs ist um mehr als ein Drittel eingebrochen. Es ist daher unklar, wann die britische Regierung weitere Anteile an der Bank abstoßen wird.

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