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02.08.2013

13:24 Uhr

Royal Bank of Scotland

RBS erwirtschaftet Gewinn

Die verstaatlichte Royal Bank of Scotland ist wieder auf Erfolgskurs. Die gebeutelte Bank erzielte nun zum zweiten Mal in Folge einen Quartalsgewinn. Zudem rückt ein neuer Vorstandschef an die Spitze des Instituts.

Filiale der Royal Bank of Scotland: Die Bank erwirtschaftet wieder Gewinne. dpa

Filiale der Royal Bank of Scotland: Die Bank erwirtschaftet wieder Gewinne.

LondonDie Royal Bank of Scotland (RBS) befördert ihren bisherigen Privatkunden-Vorstand zum neuen Konzernchef. Ross McEwan soll dafür sorgen, dass der Umbau der teilverstaatlichten Großbank im Sinne der britischen Regierung gelingt. Es wird erwartet, dass der 56-jährige Neuseeländer das Privat- und Firmenkundengeschäft stärkt und das in der Politik umstrittene Investmentbanking weiter eindampft. McEwan werde seinen neuen Posten im Oktober antreten, teilte die RBS am Freitag mit. Er ist erst seit September 2012 bei der Bank und leitet das Privatkundengeschäft im wichtigen Heimatmarkt.

Der britische Finanzminister George Osborne begrüßte die Personalie. McEwan habe im Auswahlprozess mit der Vision einer starken, auf Großbritannien ausgerichteten Bank gepunktet. Den bisherigen RBS-Boss Stephen Hester hatte die Regierung in London im Juni aus dem Amt gedrängt. Die Bank rechnet damit, dass ihr Umbau bis Ende 2014 weitgehend abgeschlossen sein sollte. Das Institut ist bereits jetzt deutlich unabhängiger vom riskanten Investmentbanking als vor der Finanzkrise.

McEwan wechselte von der Commonwealth Bank of Australia nach Großbritannien. Er ist entsprechend unbelastet auf der Insel und gilt als sichere, in der Politik bestens vermittelbare Wahl. "Es ist wirklich wichtig für die britische Wirtschaft, dass wir diese Bank wieder zum Laufen bringen", sagte der designierte Chef. "Ich freue mich auf diese Aufgabe."

Kapitalquoten großer Banken (2. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Bank of America

9,6 Prozent

Citigroup

10 Prozent

Commerzbank

8,4 Prozent (nach 7,5 Prozent im ersten Quartal)

Deutsche Bank

10 Prozent (nach 8,6 Prozent im 1. Quartal 2013)

Goldman Sachs

keine Angabe nach dem 2. Quartal 2013

JP Morgan

9,3 Prozent

Morgan Stanley

9,9 Prozent

UBS

11,2 Prozent

Wells Fargo

8,5 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

In der Finanzkrise stand das Institut vor dem Kollaps und musste mit Steuergeld in Höhe von 46 Milliarden Pfund gerettet werden. Der Staat übernahm die Kontrolle und 81 Prozent der Aktien. Seitdem geht es darum, das Unternehmen zu stabilisieren und den Aktienkurs nach oben zu bringen, damit die Regierung nach Möglichkeit ohne größere Verluste oder sogar mit einem Gewinn aussteigen kann.

Mit 320 Pence sind die Aktien aber dafür noch viel zu niedrig. In den Büchern der Regierung stehen sie mit 407 Pence. Ein Verkauf ist Experten zufolge dementsprechend noch mindestens ein Jahr entfernt - anders als beim Rivalen Lloyds, wo es bald losgehen dürfte. Am Freitag verloren RBS-Aktien mehr als vier Prozent.

McEwan werde mit einem Jahresgehalt von einer Million Pfund weniger verdienen als sein Vorgänger, hieß es weiter. Zudem habe der neue Chef darum gebeten, keinen Bonus für die Jahre 2013 und 2014 zu beziehen. Das dürfte in der Politik gut ankommen.

Allmählich geht es der RBS wieder besser. Erstmals seit der Ausbruch der Finanzkrise 2008 wies das Geldhaus in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen einen Profit aus. Im ersten Halbjahr summierte sich der Vorsteuergewinn auf 1,4 Milliarden Pfund (1,6 Milliarden Euro), nachdem im Jahr zuvor noch ein Verlust von 1,7 Milliarden Pfund zu Buche stand.

Von

rtr

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