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22.01.2007

08:30 Uhr

Rückzugsankündigung

Ackermann schickt sich selbst in die Rente

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat sich eine Frist gesetzt. Deutschland bekanntester und mächtigster Banker wird seine Karriere nach Auslaufen seines Vertrages beenden. Zuvor will er allerdings noch wichtige Pläne umsetzen.

Nennt sein Rückzugsdatum: der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Foto: dpa Quelle: ap

Nennt sein Rückzugsdatum: der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Klare Worte: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann will spätestens 2010 abtreten, ohne in den Aufsichtsrat zu wechseln. Dies sagte der Manager dem „Spiegel“.

Allerdings würde der 59-Jährige seine Erfahrungen gern weitergeben, etwa an einer Uni oder im gesellschaftlichen Bereich, sagte der Schweizer. Im übrigen habe er viele andere Interessen und würde sich freuen, diese einmal wahrnehmen zu können.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) begrüßte, dass Ackermann nach Ablauf seines Vertrages im Jahr 2010 nicht in den Aufsichtsrat wechseln will. „Ackermann sollte ein Vorbild für andere Vorstandschefs sein“, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker dem „Tagesspiegel am Sonntag“. In 14 von 30 Dax-Unternehmen werde der Aufsichtsrat von ehemaligen Vorstandsvorsitzenden geleitet. Dies sei im Sinne guter Unternehmensführung sehr problematisch. „Die Ankündigung Ackermanns ist ein Signal“, sagte Hocker.

Zunächst jedoch will sich Ackermann in seinem Job weiter voll einsetzen. In dem Interview versprach er unter anderem, strategisch wichtige deutsche Unternehmen mit Hilfe der Deutschen Bank notfalls vor Übernahmen aus dem Ausland schützen. Es sei außerordentlich problematisch, „wenn unsere Unternehmen im Rüstungs- oder Telekommunikationsbereich, wahrscheinlich auch im Medienbereich, weitgehend unter Einflüsse kommen, die wir nicht mehr kontrollieren können“, wurde der aus der Schweiz stammende Spitzenmanager zitiert.

Deshalb beteilige sich die Deutsche Bank auch daran, die EADS-Aktien, die Daimler-Chrysler verkaufen wolle, in Deutschland zu halten. „Solange viele nationalstaatlich denken, finde ich es legitim, wenn einzelne Länder in bestimmten Bereichen mit defensiven Maßnahmen reagieren“, erklärte Ackermann. Allerdings bezeichnete er es als wünschenswert, „wenn wir uns auf europäische und am Ende sogar auf globale Lösungen einigen könnten“.

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